Silberpfeil der nächsten Generation

Üstra stellt neue Stadtbahn vor

Foto: Silberpfeil der nächsten Generation: Der TW3000.

Silberpfeil der nächsten Generation: Der TW3000.

Hannover. Ein neuartiges Lichtkonzept für den Innenraum, eine modernere Außenansicht, neue Sitze und ein Prallschutz an der Vorderfront, um Unfallfolgen zu mindern – das sind nur einige der Neuheiten, mit denen Hannovers Stadtbahnwagen der nächsten Generation aufwarten werden. Vorstand und leitende Mitarbeiter der Üstra haben jetzt beim Designbüro Panik Ruhdorfer in Schwaikheim bei Stuttgart ein Modell in Originalgröße besichtigt, ein sogenanntes Mock-up (auf Deutsch etwa: Sitzkiste). „Die Bahnen werden Hannovers Stadtbild bis zum Jahr 2050 entscheidend mitprägen“, sagt Gunnar Straßburger, Projektleiter bei der Üstra. Vorstandschef André Neiß war zufrieden: „Ein wirklich schönes Fahrzeug.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Panik Ruhdorfer, spezialisiert auf das Design unter anderem von Bahnen und Feuerwehreinsatzfahrzeugen, entwickelt den neuen Silberpfeil, Typenbezeichnung TW 3000, den dann ein Konsortium der Unternehmen Alstom und Vossloh Kiepe bauen soll. 50 Fahrzeuge zum Gesamtpreis von 126 Millionen Euro werden als Ersatz für die grünen Bahnen von August 2013 an eingesetzt. Bis 2020 besteht eine Kaufoption für weitere 96 Wagen, die dann genutzt werden kann, wenn die Üstra Zuschüsse erhält. „In die Entwicklung fließen Wünsche der Behinderten- und Seniorenverbände, Erkenntnisse aus der Unfallforschung und Ergebnisse von Fahrgastbefragungen ein“, erklärt Straßburger.

Es werde Licht: Laut Designer Max Ruhdorfer handelt es sich beim Konzept für die Innenbeleuchtung um eine Weltneuheit. Neben der weißen Grundbeleuchtung gibt es Bänder unter der Decke, die je nach Wahl blaues, gelbes oder grünes Licht verbreiten. "Kühles Blau ist für heiße Sommertage, warmes Gelb für unfreundliche Wintertage. Grün wirkt beruhigend, kann auch als Signalfarbe bei Veranstaltungen benutzt werden", erläutert Ruhdorfer. Rot sei nicht im Angebot, weil es als Alarmfarbe gelte. Stimmungsbeeinflussende Dudelmusik wie in Kaufhäusern wird es dagegen nicht geben: So etwas ist in Bahnen verboten, damit die Durchsagen hörbar bleiben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Bahn von außen: "Das Fahrzeug soll sich im Stadtbild Respekt und Akzeptanz verschaffen, aber freundlich daherkommen", formuliert Max Ruhdorfer den Anspruch. Erreicht wird das im Wesentlichen durch die Frontpartie mit hochgezogener Scheibe. Auch die Seitenscheiben sind nicht mehr lang gezogen, sondern hochkant, was laut Ruhdorfer einen ruhigeren Gesamteindruck vermittelt. Über den Türen befinden sich Lichtstreifen.

Die Bahn im Inneren: Wie auch die jetzigen Silberpfeile bietet jeder Wagen 54 Sitzplätze, ein Teil davon in Fahrtrichtung angeordnet. Die Sitze aus hartem Material werden eine dunkelbraune Farbe haben und nicht mehr wie bisher unten verkleidet sein. "Das ergibt mehr Beinfreiheit und die Möglichkeit, Gepäck darunterzuschieben", erklärt Straßburger. Auf Polster habe man wegen Vandalismusgefahr verzichtet. Besonderheit ist ein extra breiter sogenannter Big-Mama-Sitz direkt vor dem transparenten Fenster zur Fahrerkabine – gedacht für Eltern mit kleinen Kindern oder für korpulente Fahrgäste. Es gibt Haltestangen in orangener Signalfarbe, Abteile für Kinderwagen, Fahrräder und Rollatoren sowie Videoüberwachung.

Prallschutz: Um Folgen vor allem bei Zusammenstößen mit Personen zu mildern, sind an der Frontpartie Teile unter der Oberfläche aus weicherem Material als bisher. Auch in die Form fließen Erkenntnisse aus der Unfallforschung ein.

Fahrerkabine: Die Ingenieure basteln an einem Memorysitz. Jeder Fahrer wird vermessen. Die Daten kommen in einen Transponder, den ein Abnehmer im Sitz auslesen und diesen dann gemäß den ergonomischen Anforderungen für jeden Fahrer einstellen kann. "Das ist keine technische Spielerei, sondern ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung", betont Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg. Die Fahrer werden den Bahnsteig nicht mehr über Rückspiegel überwachen, sondern mit Videotechnik. "Dadurch sehen sie mehr", sagt Lindenberg.

Extra: Die Fahrer können nicht nur Ansagen machen, die im Fahrgastraum gehört werden, sondern auch solche für außerhalb. "Das kann bei gefährlichen Situationen dienlich sein – oder zur Kontaktaufnahme, wenn jemand zur Bahn rennt", sagt Projektleiter Straßburger.

Standard: Auch die neuen Bahnen, die auf den Linien 3 und 7 fahren sollen, werden Fahrgastfernsehen anbieten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ausblick: Im Februar kommt das acht Meter lange und fünf Tonnen schwere Modell, dessen Bau mehr als 50.000 Euro gekostet hat, nach Hannover. Dann soll noch über Details entschieden werden – etwa das Material für die Sitze.

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken