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Nordstadt

UJZ Korn zeigt Ausstellung über die Balkanroute

„yallah!? über die Balkenroute“ ist bis zum 24. Januar im UJZ Korn zu sehen.

„yallah!? über die Balkenroute“ ist bis zum 24. Januar im UJZ Korn zu sehen.

Nordstadt.„Sie kam hierher, um ihr Glück zu suchen und zu finden. Aber was sie fand, war nur Angst und Abscheu.“ Diese Sätze stehen unter dem Gemälde „The girl in the box“ der syrischen Künstlerin Iman Shaaban. Das Acrylbild zeigt ein junges Mädchen, das in einer kleinen, roten Kiste kauert. Es ist Teil der Wanderausstellung „yallah!? über die Balkanroute“, die derzeit im Jugendzentrum Kornstraße Station macht.

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„Die Box symbolisiert das Lager Moria auf Lesbos; es ist das größte in Europa, die Zustände sind schlimm“, sagt Oda Becker vom Solidaritätsnetzwerk Solinet Hannover. Die Gruppe aus Ehrenamtlichen hat die Ausstellung nach Hannover geholt. Sie wollen Besuchern damit aber nicht nur das Leid der Flüchtlinge vor Augen führen, sondern auch noch einmal den Sommer 2015, den „Willkommenssommer“, wie Becker ihn nennt. „Man hört immer nur die AfD schreien, dabei sind so viele ganz anderer Meinung“, sagt sie.

Hilfseinsätze auf Lesbos

Becker und andere Ehrenamtliche von Solinet haben in den vergangenen Jahren selbst auf der Balkanroute direkt vor Ort geholfen. „Ich war seit 2016 siebenmal da“, sagt Becker. Sie habe Flüchtlinge auf Lesbos mit Essen und Decken versorgt und mit rechtlichen Mitteln unterstützt. „Einmal war ich dabei, als gerade ein Boot aus der Türkei ankam. Eine schwangere Frau hat stundenlang in meinen Armen geweint“, erzählt Becker.

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Konzipiert wurde die Ausstellung von Studenten der Universität Göttingen. In „yallah!? über die Balkanroute“ zeigen sie Video- und Audio-Interviews mit Flüchtlingen, Kunstwerke, Gedichte und Dokumentarfilme. Das Ziel sei, Flüchtlingen eine Stimme zu geben und ihre Geschichten zu erzählen. Zu sehen war die Ausstellung bereits in einigen Städten, nach Hannover folgen weitere Halte, zum Beispiel in Berlin, Kiel und Dresden.

Die Ausstellung ist noch bis Donnerstag, 24. Januar, im Jugendzentrum Korn, Kornstraße 28-32, zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis donnerstags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können sich auch per E-Mail an solinet-hannover@lists.riseup.de anmelden. Der Eintritt ist frei.

Das ist das Begleitprogramm

Die Balkanroute: Bei einem Vortrag wird die Kampagne You Can’t Evict Solidarity vorgestellt. Donnerstag, 17. Januar, um 19 Uhr, Verdi-Höfe, Goseriede 10.

Erzählcafé mit Kaffee und Kuchen: Austausch zur Situation der Flüchtlinge in Hannover. Sonntag, 20. Januar, um 16 Uhr im UJZ Korn.

Die Lage in den Hotspots der Europäischen Union in Griechenland:Die Refugee Law Clinic Hannover lädt zum Gespräch ein. Montag, 21. Januar, um 19 Uhr bei Spokusa, Edwin-Oppler-Weg 5.

Gestrandet vor den Toren der EU: Bildvortrag über Schutzsuchende Menschen auf der Balkanroute. Mittwoch, 23. Januar, um 19 Uhr beim Bildungsverein, Wedekindstraße 14.

Von Johanna Stein

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