Ahlem

Unterkunft am Ahlemer Holz bleibt bestehen

Die Anwohner haben Probleme mit den im Containerdorf lebenden Roma.

Die Anwohner haben Probleme mit den im Containerdorf lebenden Roma.

Ahlem. Die Debatte um das Container-Dorf an der Kreuzung Ahlemer Holz/Petit-Couronne-Straße reißt nicht ab. In der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt machten etliche Bewohner aus den umliegenden Straßen ihrem Ärger über Lärm, Müll und Diebstähle Luft. Der Bezirksrat stimmte zudem über zwei Anträge ab, die die Einrichtung betreffen, in der Wohnungslose leben, die häufig aus Rumänien kommen.

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In einem bereits in der Juni-Sitzung vorgelegten Antrag, der nun angenommen wurde, fordert die SPD eine ausreichende Ausstattung der Unterkunft mit Sozialarbeitern, einen erfahrenen Sicherheitsdienst und die Verlegung auffällig gewordener Bewohner. Die CDU hatte diesen Antrag seinerzeit in die Fraktion gezogen und legte jetzt ihrerseits einen Lösungsansatz vor – die Schließung der Containerunterkunft. Dieses Ansinnen lehnte das Gremium jedoch mit der Mehrheit der Stimmen ab.

Die Anwohner, die in der Sitzung erschienen waren, nahmen kein Blatt vor den Mund und kritisierten die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände mit sehr deutlichen Worten. „Ich möchte in Vertretung aller 16 Häuser hier noch einmal bestätigen, dass sich in Bezug auf das Containerdorf beziehungsweise der Rumänen, die dort hausen, nichts geändert hat im Vergleich zu der Sitzung, die im Mai stattgefunden hat“, sagte ein Anwohner der Straße Ahlemer Holz. Er fügte hinzu: „Wann verschwindet dieses Containerdorf inklusive der Rumänen?“

CDU-Fraktionsvorsitzende Sabine Dudda fordert die Schließung der Unterkunft am Ahlemer Holz.

CDU-Fraktionsvorsitzende Sabine Dudda fordert die Schließung der Unterkunft am Ahlemer Holz.

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Die CDU zeigte Verständnis für die Anwohner. „Sie fühlen sich in ihrer heimischen Umgebung mittlerweile sehr unwohl und teilweise bedroht“, sagte Fraktionsvorsitzende Sabine Dudda. In ihrem Antrag kritisiert die CDU die Unterbringung von Wohnungslosen in den ursprünglich für Flüchtlinge gedachten Containern. „Dieses von der Landeshauptstadt Hannover nicht abgesprochene Experiment ist gründlich gescheitert und darf auf keinen Fall auf den Rücken der Anwohner fortgesetzt werden“, zitierte Dudda aus dem Antragstext.

Die Sozialdemokraten hielten dagegen: „Die SPD steht nach wie vor hinter ihrem Antrag, der die Situation vor Ort verbessert“, betonte die Fraktionsvorsitzende Kerstin Klebe-Politze. „Der Antrag der CDU suggeriert, dass eine Schließung die Integrationsprobleme lösen würde. In der Tat werden die Probleme damit nur verlagert. Eine Verlagerung macht aber keinen Sinn, sondern nur eine gut strukturierte Sozialarbeit vor Ort.“

Aus den Zuschauerreihen wurden Klebe-Politzes Ausführungen mit ablehnenden Rufen beantwortet. „Sie können nicht einfach sagen, die Leute müssen das alles hinnehmen, so geht es nicht. Wir sind für die Bürger da, da bitte ich sie dran zu denken“, sagte AfD-Politiker Reinhard Hirche.

„Es nicht so, dass sich nur Bürger in der unmittelbaren Nachbarschaft beklagen – und die haben alle Versuche gestartet, um ein gutes Zusammenleben zu bewerkstelligen“, gab Dudda zu bedenken. Grünen-Fraktionsvorsitzender René Rosenzweig kritisierte den Grundton der Diskussion. „Ich finde es ein bisschen befremdlich – als würden wir über Reaktormüll sprechen, den irgendjemand vor die Tür stellen will. Wir sprechen immer noch über Menschen. Dass die sich nicht benehmen können, wissen wir jetzt auch“, ergänzte Rosenzweig.

In den Abstimmungen wurde der Antrag der CDU mit acht zu sechs Stimmen abgelehnt. Der SPD-Antrag wurde mit neun zu fünf Stimmen angenommen.

Von Benjamin Behrens

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