Probealarm

Warntag 2022: Heute wird es laut in der Region Hannover – hoffentlich

Alarm um 11 Uhr: Beim Warntag 2022 am Donnerstag sollen Warn-Apps wie „Nina“ anschlagen, Alarmanrufe klingeln und Werbetafeln Katastrophenschutz-Infos zeigen.

Alarm um 11 Uhr: Beim Warntag 2022 am Donnerstag sollen Warn-Apps wie „Nina“ anschlagen, Alarmanrufe klingeln und Werbetafeln Katastrophenschutz-Infos zeigen.

Hannover. Zum zweiten Mal findet in Deutschland ein bundesweiter Warntag statt. Heute, 8. Dezember, werden deshalb um 11 Uhr alle Alarmkanäle getestet, die für Notfälle zur Verfügung stehen: angefangen von Sirenen auf Dächern über Katwarn-Apps bis hin zu erstmals auch SMS auf jedes einzelne Handy. Region und Stadt Hannover blicken deshalb selbst „mit Spannung“ auf den Probedurchlauf. Denn: Der erste allgemeine Warntag offenbarte 2020 eklatante Mängel in der bundesweiten Alarmkette – auch in der Landeshauptstadt.

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„Es ist wichtig, dass Menschen im Notfall unverzüglich gewarnt werden, damit sie sich schützen können“, sagt Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Kernstück soll dabei erneut das sogenannte Modulare Warnsystem MoWaS bilden, das über entsprechende Schnittstellen eine Vielzahl von Alarmkanälen anspricht. Eine Warnung kann zentral von der Regionsleitstelle der Feuerwehr ausgelöst werden. Momentan landen diese unter anderem bei den Warnapps „KatWarn“ und „Nina“, das System hat sich unter anderem bei diversen Bombenräumungen bewährt. Aber auch Üstra-Tafeln oder Radiosender können angesteuert werden.

Ab nächstem Jahr: Hannover bekommt laut Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) mehr als 100 neue Alarmsirenen.

Ab nächstem Jahr: Hannover bekommt laut Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) mehr als 100 neue Alarmsirenen.

„Fehlgeschlagen“: Warntag 2020 endet in Fiasko

Der Alarm wird erneut direkt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ausgelöst. Beginn ist 11 Uhr, die Entwarnung ist für 11.45 Uhr vorgesehen. "Die Region und die Landeshauptstadt schauen mit Spannung auf den Tag", sagt Regionspräsident Krach. Denn: 2020 endete der Warntag in einem Fiasko. In Hannover beispielsweise kam die App "Nina" vielerorts an ihre Belastungsgrenze, Radiosender machten gar keine Durchsagen und selbst digitale Werbetafeln zeigten weiter Reklame. Das Bundesinnenministerium bezeichnete den BBK-Test offen als "fehlgeschlagen".

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2022 sieht sich das BBK dagegen besser vorbereitet. Und es kommt ein neues System hinzu: Als Lehre aus der Katastrophe im Ahrtal, bei der ebenfalls unzureichend alarmiert wurde, soll der Alarm nun erstmals auch auf jedem Handy ankommen. "Cell-Broadcast" heißt die Technik, die in vielen Staaten bereits Standard ist und auch ohne eine App funktioniert. Krach: "Die Einführung ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt im bundesweiten Katastrophenschutz." Bereits in den vergangenen Tagen verschickten Mobilfunkanbieter Info-SMS an ihre Kunden, dass ihr Handy am 8. Dezember Alarm schlägt.

Alarm-SMS: Cell-Broadcast ab Frühjahr auch in Hannover

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Cell-Broadcast ist heute zwar nur der erste Test, aber ab kommendem Frühjahr will die Feuerwehr in der Region die Technik auch ganz regulär einsetzen. Außerdem verspricht Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) ebenfalls ab 2023 den sukzessiven Aufbau von mehr als 100 neuen Sirenen „über das ganze Stadtgebiet verteilt“. Kosten, Dauer und Standorte sind aber noch offen. Auch fürs Umland wurde ein Sirenenkataster erarbeitet. Das künftige Zusammenspiel aus diversen Alarmkanälen bezeichnet Onay als „möglichst optimalen Mix aus verschiedenen Warnelementen“.

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