Misburg-Nord

Warten auf den Badesee

Grund ist der Einbruch der Baukonjunktur, weshalb in den vergangenen Jahren nur verhältnismäßig geringe Mengen an unbelastetem Mutterboden zum Verfüllen der Grube zur Verfügung standen. Das berichtete jetzt Heino Kamieth vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün im Bezirksrat Misburg-Anderten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Seit zwei Jahren liefe die Verfüllung der Grube nördlich des Stichkanals allerdings wieder zufriedenstellend, und für das kommende Jahr seien bereits 200.000 Tonnen Bodenaushub aus der Verbreiterung des Mittellandkanals akquiriert worden. Nähere Angaben über einen möglichen Zeitpunkt, wann der 20 Hektar große Mergelkrater in eine flache Mulde zum Baden verfüllt und als Naherholungsgebiet für Familien genutzt werden kann, konnte Kamieth aber nicht machen. In der Internet-Enzyklopädie Wikipedia hat ein unbekannter Autor das Ende der Verfüllung bereits in das Jahr 2022 verschoben.

In der benachbarten Grube HPC I südlich des Stichkanals haben sich seltene Tier- und Pflanzenarten wie Eisvogel, Grünspecht und Orchideen angesiedelt. Die 40 Meter tiefe Grube steht unter Naturschutz. Von einer Plattform hinter dem Neubaugebiet Portlandstraße haben Naturliebhaber einen freien Blick über das gesamte Areal; über eine Fußgängerbrücke besteht eine Verbindung zur Grube HPC II.

Ende 1999 hatten die Stadt Hannover und die Teutonia Zementwerke AG mit jeweils 50-prozentiger Beteiligung die Gesellschaft zur Entwicklung eines Naherholungsgebietes Misburg-Ost (Genamo) gegründet. Deren Ziel ist die Entwicklung und Sicherung von Naturschutz- und Erholungsflächen in Misburg durch Umnutzung und Verfüllung der ausgebeuteten Mergelgruben. Darin ist unter anderem vertraglich geregelt, was aus den beiden Gruben HPC I und II einmal werden soll. Seinerzeit verfolgte die Teutonia sogar den Plan, ihren alten HPC-Werkshafen, der sich etwas versteckt zwischen Anderter Straße und Lohweg befindet, zu verfüllen und zu einem Gewerbegebiet auszubauen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Diese Planungen seien mittlerweile vom Tisch, berichtete Kamieth. Deshalb müssten laut Genamo-Vereinbarung nun auch keine Ausgleichsmaßnahmen mehr vorgenommen werden, die damals vereinbart worden seien. Als Kompensationsflächen waren Gebiete im Bereich der Seckbruchwiesen im Norden von Anderten ausgewiesen worden. Ein Großteil davon fällt mittlerweile ohnehin in die Erweiterungsbereiche des nördlichen Mergelbruchs, den die HeidelbergCement AG bis 2075 als Rohstoffquelle nutzen will, ehe er in den darauffolgenden 60 Jahren geflutet werden soll. Eine Nutzung als Badesee ist aber nicht vorgesehen.

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen