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Leser-Test

Was bringen Hybrid-Autos? Leser testen Passat eine Woche lang

Die gebürtige Schweizerin Eva Herzig und ihr Mann Guido Heidloff-Herzig sind viel unterwegs - was man an der Galerie der Schweizer Autobahnvignetten an ihrem alten Passat gut ablesen kann.

Die gebürtige Schweizerin Eva Herzig und ihr Mann Guido Heidloff-Herzig sind viel unterwegs - was man an der Galerie der Schweizer Autobahnvignetten an ihrem alten Passat gut ablesen kann.

Gehrden.Die Würfel sind gefallen: Mehr als 1700 Leser von zehn Partnerzeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hatten sich beworben, wollten eine Woche lang ein Plug-in-Hybrid-Auto testen. Für die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) geht nun die Familie Herzig aus Gehrden an den Start. Sie wird Ende November mit einem von Volkswagen zur Verfügung gestellten Passat GTE auf Achse gehen. „Wir sind total neugierig, wie sich der Hybrid fahren wird und wie die Technik funktioniert“, sagt Guido Heidloff-Herzig (47), Professor für Musiktheorie an der Musikhochschule Hannover. „Wir brauchen eh bald ein neues Auto, und das sollte schon umweltfreundlich sein“, erklärt Eva Herzig (47). Sie ist Sängerin und Dozentin an der Musikhochschule, wo sie angehende Musiklehrer unterrichtet. Der dritte im Bunde ist der 12-jährige Julius, der die 7. Klasse des Gehrdener Matthias-Claudius-Gymnasiums besucht. Auch er freut sich, ein paar Tage nicht im betagten Familien-Diesel – ein VW Passat, Baujahr 2004 mit 260.000 Kilometern auf dem Tacho – zu sitzen, sondern in einem antriebstechnisch hochmodernen Auto mitfahren zu dürfen.

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Schon jetzt mit Akku unterwegs

Die Gehrdener Familie zählt, so würde es ein Werbewirtschaftler formulieren, zur idealen Zielgruppe für einen Steckdosen-Hybrid mit seinen zwei Motoren: dem Benziner für die Langstrecke, dem Elektroantrieb für den Nahbereich. Die Herzigs fahren viel Auto, etwa 20.000 Kilometer im Jahr, und sie fahren – aus ökologischen Gründen – auch viel Rad. Zur Musikhochschule am Emmichplatz sind es pro Strecke 16 Kilometer, und die legen die Eheleute meist mit dem Fahrrad zurück. „Ich fahre dreimal, meine Frau einmal die Woche zur Hochschule“, erzählt Guido Heidloff-Herzig. Je nach Wind und Wetter schwingen sich die Dozenten auf eins ihrer gewöhnlichen Räder oder auf das E-Bike. „Eine Fahrt in die Stadt dauert mit dem Rad 50 Minuten, mit dem Auto je nach Verkehrslage 30 bis 45“, sagt die Dozentin. Um sich fit zu halten und umweltfreundlich unterwegs zu sein, ist das Rad erste Wahl. Und was ist mit Bus und S-Bahn? „Bis zur Musikhochschule sind wir 40 bis 70 Minuten unterwegs, das ist uns zu umständlich.“

Aber auch im Nahbereich gibt es viele Touren, bei denen die Familie ihr Auto nutzt - und ein Elektroantrieb ideal wäre. Wenn Sohn Julius zum Geigenunterricht oder zum Fußballspielen zu Zielen in der Region Hannover kutschiert wird. Wenn es gilt, Grünschnitt oder Sperrmüll zum Wertstoffhof zu fahren. Oder wenn der Großeinkauf in Gehrden ansteht. „Die elektrische Reichweite von dem Passat GTE soll ja 50 Kilometer betragen, wir sind gespannt, ob das hinkommt und für unsere Fahrten im Umland reicht“, meint der 47-Jährige. Die Familie hat sich auch schon mit dem Thema E-Auto auseinandergesetzt, also mit Fahrzeugen, die ausschließlich mit Elektromotor und Batterie vorankommen. „Aber wir reisen zweimal im Jahr in die Schweiz“, erzählt die gebürtige Bernerin, „die Verwandten meines Mannes leben im Münsterland, und auch sonst unternehmen wir gerne längere Reisen mit dem Wagen.“ Hier mögen sich die Gehrdener noch nicht auf die löchrige Infrastruktur bei den Stromtankstellen verlassen, scheuen auch das lange Warten an Überland-Zapfsäulen – und setzen darum für die Langstrecke nach wie vor auf den Verbrennungsmotor.

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Gleiten statt rasen

In der Testwoche werden die Herzigs den Akku ihres Passat GTE vornehmlich mit Strom aus ihrer Garagen-Steckdose füttern. Den Hybrid auf dem Gehrdener Supermarktplatz aufzuladen, meint Eva Herzig, halte sie für wenig sinnvoll. Gespannt ist das Ehepaar, ob die von VW angegebenen Verbrauchswerte wenigstens annähernd realistisch sind. „Ich gleite gern, will möglichst wenig Sprit verbrauchen“, schildert der Professor. Seine Frau bekennt, früher gerne rasant gefahren zu sein, das aber inzwischen drangegeben zu haben: „Ich muss nicht mehr in die Kurven fallen.“ Insofern könnte der GTE den Herzigs in zwei Wochen eine Aha-Effekt bescheren: Wenn sie auf der Landstraße dem Elektro-Antrieb den Vorzug geben und im Segel-Modus durchs Calenberger Land rollen.

Die HAZ wird dabei sein: Wenn die Gehrdener Familie in zwei Wochen ihren Testwagen ausgehändigt bekommt und eingewiesen wird – und wenn die Herzigs eine Woche später über ihre Erfahrungen mit dem Plug-in-Hybrid berichten werden.

Von Michael Zgoll

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