Verhaltensregeln

Was tun, wenn der Wolf auftaucht?

Zweifellos ein Wolf: Schnappschuss nahe Müllingen.Foto: privat

Zweifellos ein Wolf: Schnappschuss nahe Müllingen.

Hannover. Am Osterwochenende waren Spaziergänger oder Autofahrer unter anderem in Laatzen-Ingeln, im Wennigser Ortsteil Steinkrug, bei Sehnde-Müllingen und Ronnenberg-Empelde einem Wolf begegnet und hatten diesen mit dem Handy fotografiert. Wolfsberater Thomas Behling vermutet, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelt. Behling ist sicher, dass es tatsächlich ein Wolf und kein streunender Hund ist: Größe, Haltung und Fellzeichnung sprächen dafür.

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Für den Experten ist das Auftauchen des Tieres keine Überraschung. Es gebe in Niedersachsen derzeit nach Schätzungen 85 Wölfe, und pro Jahr kämen etwa 30 hinzu. Auf der Suche nach einem Revier, Nahrung und geeigneten Partnern legen die Tiere oft Hunderte Kilometer zurück, allein in einer Nacht können sie bis zu 80 Kilometer weit laufen. „Auf ihrer Durchreise können sie überall auftauchen“, sagt Behling.

Müssen sich die Bürger in der Region Hannover vor den Tieren nun fürchten? Normalerweise zeige der Wolf kein aggressives Verhalten gegenüber Menschen. Er sei scheu und flüchte sich vor Menschen, sagt der Experte. „Dennoch ist er ein Raubtier“, sagt Behling. Und ein Restrisiko bleibe damit. „Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas passiert, aber für ausgesprochen gering“, sagt Behling.

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Für ein Aufeinandertreffen mit dem Tier oder seinen Artgenossen hat Behling wichtige Verhaltensrgeln parat: Wer einem Wolf begegne, tue gut daran, sich auffällig zu verhalten. Klug sei es, Distanz halten. Wer einen Hund dabei hat, soll diesen unbedingt an die Leine nehmen und den Rückzug antreten. Alle Sichtungen sollten gemeldet werden, sagt Behling. Das ist über die Internetseite nlwkn.niedersachsen.de möglich.

Bisher sind Wölfe in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Das ist nach Auffassung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) trotz steigender Zahlen bei Nutztierrissen nach wie vor gerechtfertigt. „Es kann sein, dass der Wolf irgendwann nicht mehr zu den geschützten Arten in Deutschland gehören muss - aber davon sind wir weit entfernt“, sagte die Ministerin. Verhaltensauffällige Wölfe könnten auch jetzt schon geschossen werden, sagte Hendricks. Konflikte seien lösbar, zum Beispiel mit finanziellen Hilfen für Nutztierhalter.

Laut Bauernbund hat sich die Zahl der von Wölfen gerissenen Weidetiere 2016 gegenüber dem Vorjahr auf etwa 300 verdoppelt. Bauern- und Jagdverbände fordern daher eine Lockerung des Artenschutzes und die Genehmigung für Abschüsse von Wölfen, die Weidetiere reißen.

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