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Enge am See

Wie soll es mit Konzerten beim Maschseefest weitergehen?

Oben Konzert (hier: Namika), unten Gedränge: Der Veranstalter will über die Wochenendveranstaltungen beim Maschseefest neu nachdenken.

Oben Konzert (hier: Namika), unten Gedränge: Der Veranstalter will über die Wochenendveranstaltungen beim Maschseefest neu nachdenken.

Hannover.Ob Marquess-Konzert, Stefanie Heinzmann oder Namika: An jedem Maschseefest-Wochenende ist es der gleiche Ärger. Sobald bekanntere Bands Konzerte am Nordufer spielen, geht das Gedränge los – und die Sicherheitskräfte errichten Barrieren. Festflaneure können das Nordufer dann nicht mehr passieren, und wer den See umrunden will, muss hinter den Buden entlanglaufen. An den Absperrungen gibt es regelmäßig Ärger von empörten Festgästen. Sicherheitskräfte müssen sich Pöbeleien anhören und wiederholen gebetsmühlenartig ihren Hinweis, dass das Gelände zu voll ist und nur noch so viele Besucher neu hinzukommen dürfen, wie zeitgleich das Areal verlassen.

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Fest steht: Das Gelände am Nordufer ist nicht groß genug dafür, dass Tausende einem Konzert lauschen und zeitgleich Tausende vorbeiflanieren. Der Verzicht auf einige Stände würde helfen oder eine Verlegung der Konzerte zurück zur Löwenbastion, wo mehr Platz und weniger Durchgangsverkehr ist. Beides kommt für den Veranstalter aber bislang nicht infrage – ebensowenig wie die Installation einer Seebühne. Die würde das Platzproblem entzerren und ist vielen Hannoveranern vom Joe-Cocker-Konzert während der Expo bekannt. Ein erneuter Seebühnen-Versuch 2002 aber ging gewissermaßen baden: Die Bands waren zu weit vom Publikum entfernt, der Funke sprang nicht über. Andererseits: der NDR beweist mit seinen Klassik-Openair-Konzerten im Maschpark, wie charmant eine Seebühne sein kann.

Hans Nolte von der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG), die das Fest ausrichtet, verspricht im HAZ-Interview, dass man sich nach dem Fest erneut Gedanken über das Platzmanagemenet bei Konzerten machen will. „Wir freuen uns natürlich, wenn viele Menschen kommen und wollen ihnen auch ein schönes Festerlebnis bieten. Aber Sicherheit steht immer an erster Stelle“, sagt Nolte.

„Sicherheit steht an erster Stelle“

 

Das Maschseefest freut sich über hohe Besucherzahlen, die Polizei vermeldet weniger Einsätze als in den vergangenen Jahren. Sie könnten zufrieden sein, aber eine Situation ruft regelmäßig Ärger hervor: Die Konzerte am Nordufer mit Namika, Stefanie Heinzmann und zuletzt Marquess mussten alle abgesperrt werden wegen Überfüllung. Eignet sich das Nordufer überhaupt für Konzerte?

Zunächst möchte ich betonen: Wir haben ein abgestimmtes Sicherheitskonzept mit der Polizei, an das wir uns streng halten. Es gab also bei den Konzerten nie eine Gefahrensituation, sondern wir haben rechtzeitig darauf reagiert, dass viele Menschen gekommen sind. Wir werden die Situationen aber zum Anlass nehmen, um uns nach dem Fest mit den Sponsoren und den beteiligten Radiosendern zusammen zu setzen und zu schauen, was wir ändern können.

Was werden Sie dann vorschlagen?

Da habe ich noch keine Antwort. Aber wir wollen uns das mit allen Beteiligten anschauen.

Ist das Nordufer überhaupt für Konzerte geeignet? Es ist schließlich nicht nur Veranstaltungsfläche, sondern gleichzeitig Durchgangsweg - da sind Stau und Ärger doch gar nicht zu vermeiden.

Die Frage ist, welche Alternativen es gibt. Auf die andere Straßenseite zu gehen, ist unmöglich – dort sind der Groove Garden und der sowjetische Ehrenfriedhof. Bei anderen Arealen müssen Sie das Maschseefest verlassen – und auch das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Wir müssen schauen, was es für Möglichkeiten gibt.

Hätten Sie nicht im Vorfeld damit rechnen müssen, dass es bei den Konzerten zu voll wird und Sie damit auch Frust erzeugen?

Das können Sie nie genau planen. Für die Promotion-Auftritte werden keine Tickets verkauft, das heißt, Sie wissen nie genau, wie viele Gäste an dem Abend kommen. Manchmal sind es deutlich mehr als erwartet, weil vielleicht das Wetter einfach schön ist, manchmal weniger – das haben Sie nicht in der Hand. Wir freuen uns natürlich, wenn viele Menschen kommen und wollen ihnen auch ein schönes Festerlebnis bieten. Aber Sicherheit steht immer an erster Stelle.

Interview: Heiko Randermann

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Von Julia Polley

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