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Erneuerbare Energien

Windrad-Streit: Umweltminister Lies fordert technische Lösung

Olaf Lies, (Rechts) Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, informiert sich in Hagen über den Stand der Dinge.Mirko Bartels

Olaf Lies, (Rechts) Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, informiert sich in Hagen über den Stand der Dinge.Mirko Bartels

Neustadt. Im Windrad-Streit um das Neubauverbot in Teilen der Region Hannover, hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies am Donnerstag eine technische Lösung gefordert. Am Standort des Windkraftunternehmens ecoJoule in Hagen sprach er sich dafür aus, sogenannte Funkfeuer der Deutschen Flugsicherheit auf ihre Relevanz zu untersuchen und nach zeitgemäßen Alternativen zu suchen. "Dieser Punkt muss im Sinne eines konsequenten Ausbaus der Windenergie zügig geklärt werden", sagte Lies.

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In zwei 15 Kilometer weiten Schutzzonen um Funkfeuer-Anlagen bei Sarstedt und Wenden (Landkreis Nienburg) erlauben die Behörden seit 2013 keinen Neubau von Windanlagen. Sie könnten den Funkbetrieb beeinflussen – ein Argument, das in der Branche umstritten ist.

Unscheinbar: Das Funkfeuer VOR Nienburg bei Wenden.

Unscheinbar: Das Funkfeuer VOR Nienburg bei Wenden.

Lösung des Streits könne gleichwohl nicht auf Landesebene geschehen, sondern müsse durch Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium oder im Bundesrat geklärt werden, sagte Lies. „Wenn man will, kann man diesen Standort auch ganz beseitigen. Faktisch braucht man das nicht mehr“, sagte Alexander Jäger-Bloh, Sprecher einer Interessengemeinschaft von Windkraftunternehmen. Ein vorliegendes Gutachten der auf Flugsicherheit spezialisierten Beratergesellschaft Airsight belegt sein Argument. Lies schwebt eine andere Lösung für das bundesweit auftretende Problem vor. „Wir appellieren an das Verkehrsministerium, dass man gezielt die bestmögliche technische Lösung findet“, sagt er.

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Neustadts Bürgermeister Uwe Sternbeck betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Windkraft-Unternehmen zahlen in Neustadt rund 500.000 Euro Gewerbesteuer im Jahr. Jüngst scheiterten Windrad-Neubauten in Mandelsloh, Eilvese, Suttorf und Wendenborstel. Ein Vertreter des hannoverschen Unternehmens Windwärts berichtete von 27 geplanten Anlagen in der südlichen Schutzzone bei Sarstedt, die ebenfalls bedroht sind. Das Unternehmen scheiterte bereits in der Vergangenheit bei dem Versuch, Anlagen in der Zone zu errichten vor dem Verwaltungsgericht in Hannover. Ein Umstand, den der Umweltminister nun ändern will. „Als Windenergieland müssen wir in Niedersachsen aufzeigen, wie das gehen kann“, so Lies.

Von Mario Moers

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