Amtsgericht

Zehnfache Mutter bedroht Familienrichter

Alexandra G. hatte nach einer Anhörung bei dem Familienrichter gegenüber zwei Justizbeamten geschimpft: „Den mache ich kalt, wenn der mir meine Kinder wegnimmt.“ Später wiederholte die 39-Jährige die Bedrohung gegenüber einer anderen Richterin: „Ich werde ihn umbringen, auch wenn ich 15 Jahre dafür bekomme.“ Indirekt soll sie auch die Familie bedroht und auf ihre „Leute“ hingewiesen haben, die „schon unterwegs“ seien. Dies sei der Auslöser für die Umsetzung des Richters in eine andere Abteilung gewesen, bestätigte Amtsgerichtssprecher Michael Siegfried: „Es ist dem Kollegen sehr nah gegangen, dass seine Familie in die Sache hineingezogen worden ist.“ Wegen der Bedrohung wurde G. zu vier Monaten Haft verurteilt. Damit verlängert sich ihre Unterbringung in der Frauenhaftanstalt Vechta – dort verbüßt sie eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen unbezahlter Geldstrafen.

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Auf den Fall der Alexandra G. wurden die Behörden im vergangenen Jahr aufmerksam, als die 39-Jährige einen Polizisten grundlos mit einem Messer bedroht und sich mit zwei ihrer Kinder in ihrer Bemeroder Wohnung verschanzt hatte. Ihre 17-jährige Tochter hatte später glaubwürdig geschildert, von ihrer Mutter geschlagen, eingesperrt und zum Diebstahl aufgefordert worden zu sein. Sogar mit einem Messer soll sie ein Kind verletzt haben. Ihrer ältesten Tochter habe sie zwei Finger gebrochen. Im November 2009 entzog ihr der Familienrichter das Sorgerecht. Das Oberlandesgericht bestätigte diese Entscheidung.

G.s Anwalt Albrecht-Paul Wegener kann die Konsequenz des Familienrichters nicht nachvollziehen. „Seine Ängste sind unbegründet“, sagt er. Seine Mandantin habe aus Verzweiflung darüber, dass ihr die Kinder weggenommen wurden, überreagiert. Bei dem Gespräch mit der Richterin habe sie ihr Herz ausgeschüttet und sei nicht darüber aufgeklärt worden, dass ihre Aussagen gegen sie verwendet würden, kritisiert Wegener. Ein Gutachter hat der zehnfachen Mutter mittlerweile eine schwere psychische Störung bescheinigt. „Sie ist inzwischen einsichtig und hat sich überzeugen lassen, sich in Therapie zu begeben“, sagt Wegener. Schon bald könnten aber weitere Strafverfahren auf sie zukommen: Die Staatsanwaltschaft hat gegen G. Anklage erhoben, sie soll nicht nur den Polizisten, sondern auch Bedienstete des Jugendamts mit einem Messer bedroht haben.

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