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Barsinghausen

BUND kritisiert geplanten Golfplatz bei Egestorf

Am Ortsrand von Egestorf könnte der Golfplatz entstehen. Am Ortsrand von Egestorf könnte der Golfplatz entstehen.

Am Ortsrand von Egestorf könnte der Golfplatz entstehen. Am Ortsrand von Egestorf könnte der Golfplatz entstehen.

Egestorf.Der Ortsverein Barsinghausen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) spricht sich gegen den in Egestorf geplanten Golfplatz aus. Der 1. Golfclub Gehrden plant einen Golfplatz auf einer Fläche des Landwirts Gerd-Heinrich Speer am Ortsrand von Egestorf zu bauen – mitten im Herzen des Calenberger Landes. Der BUND mahnt: "Das wird massive Probleme für Natur, Umwelt und Klima mit sich bringen."

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Zu hoher Wasserverbrauch

Der betriebsbedingte Wasserverbrauch durch Hotel, Restauration und der zur täglichen Beregnung der Spielfelder nötige Bedarf würden eine starke Belastung der Barsinghäuser Wasserbewirtschaftung mit sich bringen, befürchtet der BUND. „Für die geplante Anlage ist mit etwa 30.000 Kubikmeter pro Jahr zu rechnen.“ Solche zusätzliche Großverbraucher müssten möglichst vermieden werden. „Es ist nicht zu rechtfertigen, dass bei extremer Trockenheit Wasser für Betriebe und Bevölkerung rationiert wird, die Ernte auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verdorrt, daneben aber eine grüne Oase ’just for fun’ täglich große Wassermengen verbrauchen darf“, argumentieren die Umweltschützer.

Kein Naturschutz auf Golfplatz möglich

Zudem hätten Golfplätze meist keine Bedeutung als Lebensraum für störungsempfindliche Tierarten und schützenswerte Pflanzen. Der Rasen auf solchen Anlagen müsse wegen der intensiven Bewässerung vor Pilzbefall geschützt werden müssen - mit Fungiziden, die das Grundwasser belasten könnten. „Sicher sind die wenig bearbeiteten Zonen der Begleitflächen für einige Tier- und Pflanzenarten interessant, aber die Nutzung der eng daneben liegenden Laufflächen verhindert meist eine ungestörte Ausbildung der Natur mit hoher Diversität – schließlich wird morgens, mittags, abends und sogar nachts gegolft“, argumentieren die Umweltschützer.

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Erhebliche Verkehrsbelastung entsteht

Die bestehenden öffentlichen Wege im Gelände müssten für jedermann weiterhin zum Spazierengehen zugänglich bleiben. „Der Interessenkonflikt mit den Golfspielern ist absehbar.“ Durch die Lokalitäten, das Golfhotel und den Restaurantbetrieb entstünden erhebliche neue Verkehrsbelastungen in Egestorf. „Davon wären die Wennigser Straße und speziell die Bewohner der engen Winkelstraße und der engen Schmiedestraße stark betroffen.“ Ein neues Verkehrskonzept mit Straßenerweiterungen, Ampelanlagen oder sogar einer neuen Umgehungsstraße müsste erstellt werden, sagt der BUND.

Golf als „teures Vergnügen“

Der BUND kritisiert, dass nur wenige Arbeitsplätze durch den Golfplatz entstehen und dass Golf Golf kein Massensport sei. Die Herstellungskosten nur der Golfflächen ohne Geländekauf oder Gebäudeumbau seien mit 4 bis 5 Millionen Euro anzusetzen. Deshalb sucht der Gehrdener Golfclub bundesweit nach einem Investor, der natürlich auch profitabel arbeiten möchte. „Deshalb müssen zwangsläufig hohe Einnahmen durch Mitgliedschaften und Nutzung der Golfanlagen erzielt werden – ein billiges Vergnügen würde das Golfen in Egestorf also nicht sein“, argumentiert der BUND.

Golfanlage sei nicht notwendig

In der Region Hannover und im Umland bestehen 19 Golfplätze. „Ein besonderer Bedarf oder eine dringende Notwendigkeit kann demnach nicht erkannt werden. Wer golfen will, hat bereits sehr viele Möglichkeiten.“

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Von Lisa Malecha

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