Barsinghausen

Ein deutliches „Ja“ zur Integration

Doris Schröder-Köpf und Marc Lahmann diskutieren im ASB-Bahnhof über die Integration von Geflüchteten.

Doris Schröder-Köpf und Marc Lahmann diskutieren im ASB-Bahnhof über die Integration von Geflüchteten.

Barsinghausen. Ist die Integration geflüchteter Menschen noch gewollt? Unter dieser provokanten Fragestellung stand eine Diskussionsrunde des Forums für Politik und Kultur mit der niedersächsischen Migrationsbeauftragten Doris Schröder-Köpf sowie mit Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann. Beide Politiker betonten vor mehr als 60 Besuchern im ASB-Bahnhof die Notwendigkeit einer erfolgreichen Integration.

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Doris Schröder-Köpf nannte die Integration geflüchteter Menschen „eine große gesellschaftliche Aufgabe“ und „eine große Chance“ für strukturschwache Regionen, die unter einem Bevölkerungsschwund litten. „Integration braucht Zeit und ist ein schwieriger Prozess“, sagte die Landesbeauftragte.

Erste Erfolge dieser Bemühungen seien sichtbar. So komme zum Beispiel die Einbindung in den Arbeitsmarkt voran. Mittlerweile habe jeder vierte Flüchtling, der seit 2015 nach Deutschland gekommen sei, einen Job gefunden.

Allerdings räumte Schröder-Köpf auch ein, dass es in vielen Debatten zur Flüchtlingspolitik nicht mehr in erster Linie um Integration, sondern vielmehr um die Reduzierung der Flüchtlingszahlen gehe. Ablehnend positionierte sich die Sozialdemokratin auch zu den Plänen des Bundesinnenministeriums, sogenannte Ankerzentren für Flüchtlinge zu schaffen.

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Zustimmend äußerte sich Marc Lahmann zu den geplanten Ankerzentren. „Die finde ich gut. Denn es war immer eine kommunale Forderung, Flüchtlinge erst dann auf die Städte und Gemeinden zu verteilen, wenn sichergestellt ist, dass die Menschen in Deutschland bleiben“, erläuterte der Bürgermeister.

Lahmann sagte ebenfalls eindeutig „Ja“ zur Notwendigkeit der Flüchtlingsintegration. Es sei wichtig, Sprachkompetenzen und andere Fähigkeiten zu vermitteln.

„Man muss den Menschen für ihr weiteres Leben etwas mitgeben“, betonte der Bürgermeister. Dabei sei es unerheblich, ob die Geflüchteten später in ihr Herkunftsland zurückkehrten oder in Deutschland bleiben.

Laut Lahmann stoßen die Integrationsbemühungen bei manchen Flüchtlingen jedoch auf Schwierigkeiten. Insbesondere Männer aus arabischen Ländern argumentierten oft: Der Koran reicht.

Umgekehrt funktioniere die Integration vor allem bei Kindern und Jugendlichen hervorragend. „Bei den jungen Menschen gibt es eine große Lernbereitschaft“, erläuterte der Verwaltungschef, der zudem das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer in der Integrationsarbeit würdigte.

Derzeit betreut die Stadt Barsinghausen noch 323 Zuwanderer und erfüllt damit ihre Aufnahmequote zu 91 Prozent. In der Hochphase vor rund zwei Jahren musste die Stadt rund 700 Flüchtlinge unterbringen

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Von Frank Hermann

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