Barsinghausen

Kritik an Grabungsaufwand

Archäologische Grabungen auf potenziellen Baugrundstücken sind oft zeitintensiv und teuer. Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann glaubt nicht, dass die Ergebnisse in jedem Fall den Aufwand. rechtfertigen.

Archäologische Grabungen auf potenziellen Baugrundstücken sind oft zeitintensiv und teuer. Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann glaubt nicht, dass die Ergebnisse in jedem Fall den Aufwand. rechtfertigen.

Barsinghausen. Zurzeit laufen umfangreiche archäologische Untersuchungen auf den Ackerflächen nördlich von Groß Munzel, die zu einem Gewerbegebiet für Logistikunternehmen entwickelt werden sollen. Darüber hinaus muss die Stadt auch die Fläche für das geplante Gewerbegebiet am Calenberger Kreisel aufwendig untersuchen lassen.

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Nach Lahmanns Worten haben die Untersuchungen bei Groß Munzel bereits mehr als eine Million Euro gekostet. Den Gesamtaufwand für archäologische Untersuchungen in den vergangenen Jahren in Barsinghausen beziffert der Bürgermeister auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Die strengen Untersuchungsvorgaben behinderten die wirtschaftliche Entwicklung, sagt Lahmann. „Das hat uns deutlich nach hinten geworfen.“ Auch die hohen Kosten sind Lahmann ein Dorn im Auge: Diese könnten sich in Einzelfällen auf bis zu 20 Euro pro Quadratmeter Fläche summieren, rechnet der Bürgermeister vor. Gleichzeitig seien Gewerbegrundstücke mit Verkaufspreisen von 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter knapp kalkuliert. „Wie soll das gehen?“, fragt Lahmann. Zudem sei der archäologische Erkenntnisgewinn oft zweifelhaft. „Dass da früher Menschen gesiedelt haben, ist klar“, sagt er. Oft würden am Ende nur Bodenverfärbungen entdeckt.

In Ronnenberg-Empelde hat es bereits einen Fall gegeben, wo die drohenden Kosten für die archäologische Untersuchung eines Grundstücks ein Projekt zum Scheitern gebracht haben. Grabungstechniker hatten auf der Fläche in der Ortsmitte vor zwei Jahren Siedlungsreste aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert freigelegt. Die Kostenschätzung für die weitere Untersuchung des Areals - rund 200 000 Euro - sorgte dann bei der Stadt als Grundeigentümerin für Ernüchterung: Der Verkauf des Grundstücks wurde auf Eis gelegt.

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