Wennigsen/Barsinghausen/Gehrden

Windpark: BI wendet sich an Landtag

Die Bürgerinitiative Gegenwind Deistervorland sucht jetzt Hilfe beim Landtag.

Die Bürgerinitiative Gegenwind Deistervorland sucht jetzt Hilfe beim Landtag.

Wennigsen. Während Wennigsen und Barsinghausen gegen das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) der Region Hannover Klage eingereicht haben, damit das geplante Windkraftvorranggebiet aufgehoben und das RROP in Bezug auf Windkraft neu aufgestellt wird, hat die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Deistervorland jetzt eine Petition an den Niedersächsischen Landtag eingereicht. Die Bürgerinitiative fordert Landtagspräsidentin Gabriele Andretta darin auf, den Windenergieerlass zu ändern. Konkret geht es um die Abstandsregelung.

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Im März gegründet ist die Bürgerinitiative inzwischen ein loses Bündnis aus mehreren Hundert engagierten Bürgern aus Wennigsen, Barsinghausen und Gehrden. Ihr ist wichtig, sich keineswegs grundsätzlich gegen Windkraft zu positionieren. Aber sie hält den „konkreten Standort und die Höhe der Windenergieanlagen aus Gründen des Natur- und des Landschaftsschutzes sowie aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Anwohner für ungeeignet“, wie sie es in ihrer Eingabe an den Landtag formuliert.

Pufferabstand ist zu gering

Nach den aktuellen Plänen vom Bremer Windparkbauer wpd könnten im Deister die höchsten Windräder Deutschlands entstehen – mit mehr als 240 Metern Gesamthöhe, aber einem Siedlungsabstand von nur etwa 900 Metern. Dieser Pufferabstand ist geregelt. Das RROP der Region Hannover hat für Windenergieparks – unabhängig von deren Anlagenhöhe – 800 Meter festgelegt. Sonst müssen in Niedersachsen im Regelfall zwischen Windrad und Wohnhaus sogar nur 400 Meter liegen.

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Die Bürgerinitiative hält das für viel zu wenig und möchte eine größere Abstandsregelung erreichen, die sich an der Anlagenhöhe orientiert. Nur diese könne dem technischen Fortschritt und den damit einhergehenden immer leistungsstärkeren und höheren Windenergieanlagen gerecht werde, findet die BI und führt als Beispiel Bayern an. Dort muss der Abstand von Windkraftanlagen mindestens das Zehnfache der Anlagenhöhe zur nächsten Wohnbebauung betragen.

Schallimmissionen falsch berechnet

„Mit dieser Eingabe bitten wir dringend, umgehend eine Regelung in den Windenergieerlass einzuarbeiten, die den an der Anlagenhöhe orientierten Abstand festschreibt und den Bürgern Niedersachsens den gleichen Schutz vor möglichen negativen Auswirkungen bietet wie den Bürgern anderer Bundesländer“, bittet die Bürgerinitiative. Desweiteren verweist sie auf die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz, die Ende 2017 neue Hinweise zum Schallimmissionsschutz bei Windkraftanlagen beschlossen hat.

Die Schallimmissionen durch die Anlagen seien bislang falsch berechnet und unterschätzt worden. Die gemessenen Schallpegel erwiesen sich als signifikant höher als die Berechneten. Allerdings sei die neue, präzisere Berechnungsmethode noch nicht in der entsprechenden Verwaltungsvorschrift umgesetzt, bedauert die Bürgerinitiative und wünscht sich, dass Niedersachsen das nachholt.

Von Jennifer Krebs

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