Burgdorf

Averwerser erforscht Silberschmiede-Geschichte

Heinz-Jürgen Averwerser zeigt 
Seiten aus einem Rezept- und Werkstattbuch eines Burgdorfer 
Silberschmieds.

Heinz-Jürgen Averwerser zeigt Seiten aus einem Rezept- und Werkstattbuch eines Burgdorfer Silberschmieds.

Burgdorf. Der Mittsiebziger ist in der Stadt und auch darüber hinaus kein Unbekannter. Averwerser hat sich als Bestecksammler einen Namen gemacht. Seit etwa 25 Jahren und zunehmend spezialisierter trägt er zusammen, was wohl für die meisten Menschen eher nur Gebrauchsgegenstände sind: Gabel, Löffel, Messer. Schon um die 15 Ausstellungen durfte der engagierte Südstädter so beschicken. Im Juli dieses Jahres kaufte die Stiftung Niedersachsen seine Sammlung von Designer-Bestecken, um sie als Dauerleihgabe dem hannoverschen Kestner-Museum zur Verfügung zu stellen.

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Derzeit zieht Averwerser den Radius seiner Aufmerksamkeit kleiner, fokussiert sich auf Burgdorf und erforscht die Geschichte der Burgdorfer Silberschmiede im 19. und 20. Jahrhundert. Eine kleine Erinnerung an diese Zeit dürfte vielen Burgdorfern schon aufgefallen sein. Es ist die Beschriftung „Louis Tappe Gold- und Silberwaren“ an einem Gebäude am westlichen Eingang zur Hannoverschen Neustadt.

Die Silberwarenfabrik wurde einst von Christian L. Tappe gegründet und von Wilhelm Tappe bis 1930 fortgeführt. Zudem bestand die Schmiede von Gustav Haegermann. Beide gingen später in der bis heute bestehenden Burgdorfer Silberwarenfabrik Otto Kropp auf. Das hat Averwerser schon herausgefunden. Aber nicht nur Lebensdaten gehören zu seinen Funden. Von dem Goldschmied Hermann Wilhelm Heinrich Mellin (1854-1938) und dem Silberschmied Christian Thees (1841-1908) hat der Bestecksammler sogar die alten Rezept- und Werkstattbücher auffinden können. Legierungstabellen, Rezepturen zum Färben von Gold und Silber, Skizzen zur Besteckanfertigung und viele wichtige Informationen mehr sind dort zusammengetragen.

Um 1880 habe es in Burgdorf eine Silberschmiede-Manufaktur und drei oder vier selbstständige Silberschmiedemeister gegeben, ist sich Averwerser sicher. Aus seiner Sicht ist das - gemessen an der damaligen Einwohnerzahl von etwa 3000 - eine überraschend große Zahl. Die Frage sei, woher die Schmiede ihre Aufträge bekamen. Eine Vermutung ist, dass die vielen Saisonarbeiterinnen im damals florierenden Spargelanbau von ihrem Lohn auch gleich in die Aussteuer investiert und Silberbesteck gekauft haben.

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Gern würde Averwerser noch sehr viel mehr Wissen oder auch Gegenstände zusammentragen, am besten genug, um eines Tages eine Ausstellung zeigen zu können. Wer Averwerser mit Informationen unterstützen möchte und ihm vielleicht sogar Objekte zeigen kann, die für seine Erkundungen hilfreich sein könnten, meldet sich unter Telefon (05136) 9703970 oder per E-Mail an heinrich.averwerser@gmx.de.

Von Stefan Heinze

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