Burgdorf

Stadtspaziergang mit Bürgermeisterkandidat Dirk Schwerdtfeger

Dirk Schwerdtfeger tritt für die  FDP als Bürgermeisterkandidat in Burgdorf an.

Dirk Schwerdtfeger tritt für die FDP als Bürgermeisterkandidat in Burgdorf an.

Burgdorf. „Eine Streitkultur muss es geben“, sagt Dirk Schwerdtfeger, der für die FDP als Kandidat zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai antritt. „Aber ein solches Gegeneinander, wie es derzeit in den Ratssitzungen vorherrscht, schadet der Stadt mehr als es ihr nützt“, sagt der 56-Jährige, der deshalb symbolisch als größte Baustelle der Stadt den Ratssaal wählt. „Im Rat laufen die Fäden zusammen, hier entscheidet sich das Wohl und Wehe der Bürger“, sagt der Sorgenser, der seinen Wahlkampf unter das Motto „Neubeginn nach 23 Jahren“ stellt.

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Diesen möchte Schwerdtfeger mit deutlich mehr Gesprächen und Transparenz als bislang gestalten: „Aus meiner Sicht fehlt der Austausch der Fraktionen untereinander, reden die Ratsmitglieder zu selten über ein Thema und suchen dabei nicht nach der größten Schnittmenge.“ Er wolle die jetzige Situation beenden, in der Ratsmitglieder reflexartig einen Antrag ablehnen, nur weil diesen eine andere Gruppe oder Fraktion gestellt habe. „Ein Bürgermeister muss neutral arbeiten, er muss dafür kämpfen, einen guten Antrag durchzubringen mit seiner Überzeugung“, beschreibt er, wie er die Rolle des Verwaltungschefs sieht.

FDP-Kandidat will Flächen für Familien und Firmen schaffen

Redaktionsleiterin Antje Bismark im Gespräch mit Dirk Schwerdtfeger

Redaktionsleiterin Antje Bismark im Gespräch mit Dirk Schwerdtfeger.

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In dieser Funktion würde Schwerdtfeger, der als selbstständiger Immobilienmakler arbeitet, den Fokus auch auf die Entwicklung der Stadt legen. „Derzeit stagnieren wir bei etwa 30.000 Einwohnern, das wird mittelfristig nicht reichen“, sagt er und fügt hinzu, dass Burgdorf vielen Menschen durchaus attraktiv als Wohnort erscheine. So hätten sich für 73 Bauplätze gut 700 Interessierte gemeldet, von denen sicherlich mehr als die Hälfte auch als bauwillig gelten könne. „Aber wir weisen zu wenige Flächen aus, sodass junge Familien nicht vom Baukindergeld oder den historisch niedrigen Zinsen profitieren können.“ Dabei benötige die Stadt jungen Zuwachs – angesichts der vielen neuen Kita-Plätze und der geplanten Schulen.

Neben Wohnungsbau sieht Schwerdtfeger auch einen Nachholbedarf bei Gewerbeflächen, sagt er beim Spaziergang durch die Stadt. Letztlich benötige die Stadt das Geld für weitere Investitionen und für den Abbau von Schulden. Aber, so betont der Liberale, anstelle einer weiteren Steuererhöhung könne er sich vorstellen, die Gewerbesteuer schrittweise zu senken. Dazu gehöre aber eine „serviceorientierte Wirtschaftsförderung auf Augenhöhe“, die er derzeit nicht im notwendigen Maß erkenne. Dabei brächten die Firmen mit den Arbeitsplätzen auch neue Bürger in die Stadt – für den Freidemokraten schließt sich damit der Kreis zu den fehlenden Wohnungen und Häusern in der Stadt.

Liberaler setzt auf Bürgerbeteiligung

All diese Vorhaben sollen nicht nur im Rat von möglichst vielen beschlossen und vorangetrieben werden, wünscht sich der Bürgermeisterkandidat. Auch die Burgdorfer sollten möglichst umfassend gehört werden: So will Schwerdtfeger die Ratssitzungen so gestalten, dass Interessierte während der Debatte – und nicht wie derzeit vor oder nach der Sitzung – ihre Stellungnahme abgeben können. „Die Menschen müssen mitreden können, wie sich die Stadt entwickelt, dann sind sie auch zufriedener“, glaubt Schwerdtfeger, der dem jetzigen Bürgermeister und einigen Ratsmitgliedern mitunter intransparentes Verhalten vorwirft. „Der Rat ist kein elitäres Gremium, sondern dort sitzen die Vertreter der Bürger“, sagt er und plädiert für eine möglichst breite Beteiligung ähnlich wie beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept.

Dirk Schwerdtfeger Bürgermeisterkandidat für die FDP in Burgdorf

Dirk Schwerdtfeger Bürgermeisterkandidat für die FDP in Burgdorf

Dass er ohne Verwaltungserfahrung antritt, die Nachfolge von Bürgermeister Alfred Baxmann zu übernehmen, ficht den Ortsvorsteher aus Sorgensen nicht an: Schließlich arbeiteten im Rathaus viele Mitarbeiter, auf deren Wissen er seine Arbeit aufsatteln könne. Zudem wolle er eine stärkere Vernetzung in der Region erreichen und Synergien nutzen.

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Seit inzwischen 20 Jahren lebt Schwerdtfeger in Burgdorf, engagiert sich in Vereinen – und will vom Ratssaal aus das Ehrenamt noch weiter unterstützen. Mit den Ratsmitgliedern wolle er die Bürokratie abbauen, die Sportförderung erhöhen oder Fördergeld gerechter verteilen. In Gesprächen, versteht sich, und im Konsens, nicht gegeneinander.

Das ist Dirk Schwerdtfeger

Viele Burgdorfer kennen Dirk Schwerdtfeger vor allem als Ortsvorsteher in Sorgensen, seit inzwischen neun Jahren übt er dieses Amt aus. Der 56-Jährige holte bei der Kommunalwahl 2016 im Dorf die meisten Stimmen, gleichwohl hätte die CDU den Posten des Ortsvorstehers behalten, weil sie dort die größte Wählergunst für sich verbuchte. Dank einer Absprache mit den Christdemokraten sicherte sich der Immobilienkaufmann das Amt. Er lebt seit 20 Jahren in der Stadt, ist ebenso lange verheiratet und hat einen Sohn. Er engagiert sich ehrenamtlich, unter anderem im Schützenverein und im Bürgerverein.

Weitere Berichte zur Bürgermeisterwahl lesen Sie auf unserer Wahlseite.

Von Antje Bismark

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