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Burgdorf

Feuerwehr sichert sich Pokal von 1911

Die sieben Mitglieder der Feuerwehr Burgdorf holten 1911 einen Pokal in Turin.

Die sieben Mitglieder der Feuerwehr Burgdorf holten 1911 einen Pokal in Turin.

Burgdorf. Ihren 147. Geburtstag feiert an diesem 31. Oktober die Freiwillige Feuerwehr Burgdorf – und aus diesem Grund beschenken sich die Ehrenamtlichen selbst: Sie haben über einen Antiquar und Flohmarkt-Freund aus Coesfeld einen Pokal gefunden, der an die Teilnahme von Burgdorfer Feuerwehrleuten bei der Weltausstellung in Turin im Jahr 1911 erinnert. Der Händler hatte den Pokal auf einem Flohmarkt entdeckt, und die Burgdorfer kontaktiert. Sie wiederum fanden Unterstützer, die die Figur in die Auestadt holten.

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„Noch wissen wir nicht, an welcher Stelle im Feuerwehrhaus wir den Pokal aufstellen werden“, sagt Sprecher Christian July, „aber sicherlich bekommt die Erinnerung einen besonderen Platz in einer Vitrine.“ Er hat sich zum einen durch die Unterlagen der Feuerwehr gearbeitet, um Informationen zu dem damals wie heute besonderen Ereignis zu finden. Zum anderen stehe er in Kontakt mit dem Stadtarchiv, das weitere Informationen über die einstigen Retter habe liefern können.

Auf dem Marmorblock finden sich die Namen der Teilnehmer.

Auf dem Marmorblock finden sich die Namen der Teilnehmer.

Daraus ergebe sich, dass Hauptmann Oscar Müller, Zugführer F. Tamme, Gruppenführer H. Bauer sowie die Mitglieder Georg Jacobsohn, Heinrich Katenhusen, Hermann Klopp und Paul Rudloff im Sommer 1911 nach Turin reisten. Dort war die Weltausstellung am 29. April 1911 gestartet, sie schloss am 19. November 1911. Etwa zur Halbzeit trugen mehrere Freiwillige Feuerwehren aus dem deutschsprachigen Raum einen Wettkampf aus, als einzige Mannschaft aus Deutschland traten die Burgdorfer an: „Unsere Leute waren offenbar mit Erfolg dabei“, sagt July mit Blick auf die Silbermedaille.

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Davon kündet eben auch jener Pokal, der auf einem Marmorblock steht. Die lokale Zeitung berichtete im August 1911: „Der auf einem Marmorblock ruhende ca. 40 cm hohe Ehrenpreis (im Schaufenster von G.W. Müller ausgestellt) ist künstlerisch aus Bronze gefertigt.“ Der Betrachter könne neben dem Wappen der Stadt Turin auch die Siegesgöttin und einen Lorbeerzweig entdecken, heißt es in dem Text weiter. Dessen Autor würdigt die Leistungen der Burgdorfer auch noch unter einem anderen Aspekt: So seien aus den meisten Kommunen mehr als 20 Feuerwehrleute angereist, aus Burgdorf hingegen nur sieben. Umso höher sei die Ehrung zu bewerten.

Leider finde sich in den Dokumenten keine Information, wie die sieben Burgdorfer die knapp 1100 Kilometer lange Strecke nach Turin bewältigt hätten. „Das erste Auto erhielt die Feuerwehr in den 1930-er Jahren“, sagt er.

Von Antje Bismark

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