Weferlingsen

Hooligans kämpfen auf Weferlingser Wiese

Foto: Die Polizei hat einen Kampf zwischen zwei Hooligan-Gruppen stoppen können.

Die Polizei hat einen Kampf zwischen zwei Hooligan-Gruppen stoppen können.

Burgdorf. Es ist ein Phänomen, das die Polizei bundesweit immer öfter beobachtet: Gewaltbereite Fußballfans verabreden sich an abgelegenen Orten weitab ihrer Heimatstädte zu Schlägereien. Die Polizei hat für diese Inszenierungen das sperrige Wort „Drittortauseinandersetzung“ geprägt. Bei solchen Treffen wird nicht nur kräftig zugeschlagen, sondern der Kampf auch noch gefilmt - so geschehen in Weferlingsen. Denn der Spaziergänger, der die Polizei um 15 Uhr über die Umtriebe auf der Wiese südlich des Rieheweges informierte, hat nicht nur Kämpfer, sondern auch Männer gesehen, die das Geschehen filmten.

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Der Zeuge hat die Schlägerei laut Polizeibericht wie folgt geschildert: „Die offensichtlich verfeindeten Gruppen - ein Teil trug weiße, der andere rote Oberbekleidung - hätten sich zunächst gegenüber gestanden, seien dann aufeinander zugelaufen und hätten aufeinander eingeschlagen.“ Einige Männer sollen spezielle Schutzkleidung getragen haben.

Der Kampf zwischen den Hooligans aus Kiel und aus Nordrhein-Westfalen - diese Autokennzeichen erkannte der Spaziergänger - dauerte nur Minuten. „Das sind meist Blitzaktionen“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Burgdorf gestern. Obwohl Polizisten aus Burgdorf und Lehrte sofort mit mehreren Wagen ausrückten, trafen sie am Kampfplatz in Weferlingsen nur noch zwei Autos aus Kiel an. Sie überprüften die neun Insassen, Männer im Alter von 19 bis 34 Jahren. Dabei stellte sich heraus, dass sieben von ihnen als gewalttätige Hooligans bekannt sind.

Waffen konnte die Polizei nicht entdecken. Offenbar gehört es zum Ritual dieser modernen Gladiatorenkämpfe, dass die Kontrahenten nur mit Fäusten und Füßen aufeinander eindreschen. Im Bereich der Polizeiinspektion Burgdorf ist es die erste derartige Aktion, von der die Polizei erfahren hat. „Oft bekommen wir davon nichts mit“, sagte der Sprecher.

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Als die Beamten von den Kieler Hooligans wissen wollten, was sie auf der Weferlingser Wiese zu suchen hätten, gaben sie an, an einer Geocaching-Veranstaltung teilzunehmen, was die Polizei jedoch als Ausrede einstuft. Doch ohne GPS hätten die Hooligans ihren Kampfplatz sicher nicht gefunden. Denn selbst die Polizei hatte Mühe, die Wiese zu finden, wie der Sprecher einräumte. Da es keinen Hinweis auf eine Straftat gab, durften die Männer ihrer Wege gehen.

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