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Burgdorf

Landwirtschaft wie zu Großvaters Zeiten

Fokko Straßner (links) und Heiner Wehrs zeigen, wie ein Feld mit Pferden gepflügt wird.

Fokko Straßner (links) und Heiner Wehrs zeigen, wie ein Feld mit Pferden gepflügt wird.

Schillerslage.Zum 32. Mal hat das Dreschefest Tausende Besucher auf ein Feld nahe des Feuerwehrhauses gelockt. Unter dem Titel „Rund um das Korn“ erfuhren diese, wie aus dem Getreidekorn Brot wird – und wie mühsam und langwierig dieser Prozess vor nicht einmal 60 Jahren war. Denn statt Trecker mit Hochleistungspflug und Mähdrescher mit klimatisierter Fahrerkabine war damals mächtig Muskelkraft von Mensch und Tier gefragt.

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Mittendrin in den Vorführungen, die Klein und Groß in der Mitte des Areals die einzelnen Stationen – vom Pflügen über die Aussaat, das Mähen und Einbringen der Ernte bis hin zum Dreschen – nahe brachten, war Heiner Wehrs. Er hat Anfang des Jahres Wolfgang Heldt als Vorsitzender des veranstaltenden Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Schillerslage abgelöst. Und damit auch einen Großteil der Verantwortung für das Dreschefest übernommen. So war er überall zu finden. Reichte Schraubenschlüssel, damit seine Mitstreiter Flügelmäher und Mähbinder mittels Treibriemen zum Laufen brachten.

„Das ist schon was Besonderes, dass wir diese Maschinen hier zeigen können. Wenn auch im Trockenbetrieb, da ja kein Korn da ist“, sagte er. Auch wenn der Flügelmäher nach der Sense eine deutliche Arbeitserleichterung für die Landwirte mit sich brachte, weil die geschnittenen Halme bereits im Haufen auf dem Feld lagen: „Die Garben mussten trotzdem noch per Hand gebunden werden“, erklärte Wehrs. Erst der Mähbinder erledigte auch das. Kaum zu glauben: „Im Dreschkasten steckt so ziemlich die gleiche Technik wie in einem Mähdrescher“, sagte Wehrs.

Doch bevor das Korn verarbeitet wurde, musste es erst einmal wachsen. Und weil das Säen nur auf einem entsprechend vorbereiteten Feld Sinn macht, zeigten Wehrs und Fokko Straßner, amtierender Europameister im Einspänner-Fahren, mit den Süddeutschen Kaltblütern Moritz und Halla von Heldt, wie eine möglichst gerade Furche gepflügt wurde. Zudem erklärte der Moderator, woher der Begriff „Morgen“ als Flächenmaß stammt: „Diese 2500 Quadratmeter schafften die Landwirte mit einem Zweispänner in der Zeit zwischen Frühstück und Mittag.“

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Doch nicht nur die Vorführungen kamen bestens an. An den alte Landmaschinen fanden sich Liebhaber zum Fachsimpeln ein. Traktorrundfahrten und Lanz Bulldogs begeisterten kleine und große Besucher. Im Budenrund gab es vielfältige Leckereien wie frischgebackenes Brot un den in der Nachkriegszeit weit verbreitete Kaffeeersatz Muckefuck. Höhepunkt für die Kinder war das Kartoffelroden, bei dem sie die Knollen eifrig einsammelten. Gepflanzt hatten diese im Frühjahr Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule.

Die erhoffte Marke von 2000 Besucher habe man sicher geknackt, sagte Wehrs am Nachmittag: „Es werden irgendwo zwischen 2000 und 3000 gewesen sein. Die Stände und Bänke waren den ganzen Tag über voll, einige Dinge waren bereits zeitig ausverkauft. Wir sind rundum zufrieden.“

Von Sandra Köhler

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