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Burgdorf

Lebendige Erinnerung an großen Burgdorfer

Schon zu Lebzeiten hat Rudolf Bembenneck das Gespräch mit Schülern gesucht, denen er von der Geschichte der Juden in Burgdorf berichtete.

Schon zu Lebzeiten hat Rudolf Bembenneck das Gespräch mit Schülern gesucht, denen er von der Geschichte der Juden in Burgdorf berichtete.

Burgdorf.Die kontroverse Debatte spiegelt sich auch im Abstimmungsergebnis wider: Für die Ehrung Bembennecks als Namensgeber für eine Burgdorfer Schule sprachen sich 24 Ratsmitglieder aus, fünf votierten dagegen und vier enthielten sich.

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Der einstige Pastor, der Anfang des Jahres im Alter von 84 Jahren gestorben ist, war das historische Gewissen der Stadt. Auf seine Initiative hin haben Bürger gemeinsam mit ihm die nationalsozialistische Geschichte Burgdorfs aufgearbeitet. Eines der Ergebnisse dieser Arbeit: In Burgdorf gibt es eine lebendige jüdische Erinnerungskultur. Darüber hinaus hat er sich auf anderen Ebenen für die Burgdorfer – allen voran die Senioren – eingesetzt. Nach seinem Tod war schnell klar, dass die Stadt diesen außergewöhnlichen Menschen ehren will. So wurde der Arbeitskreis „Bleibende Erinnerung an Rudolf Bembenneck“ ins Leben gerufen. Als deren Mitglieder der Vorschlag erreichte, die IGS nach dem hoch angesehenen Mann zu nennen, stimmten sie zu.

In der Begründung der Namenswahl, die der Schulvorstand einstimmig beschloss, heißt es: „Das Leitbild unserer Schule ist eng verbunden mit dem sozialen Handeln, der Mahnung zur Toleranz und Achtung der Menschenwürde, für die Rudolf Bembenneck immer gestanden hat.“ Die IGS habe die Möglichkeit, mit Projekten und im Unterricht an sein Wirken zu erinnern, schreibt Schulleiter Rudolf Alker. Dieser Aspekt hat Judith Rohde vom Arbeitskreis 9. November überzeugt, die IGS nach Bembenneck zu benennen. Denn es sei wichtig, dass die Schüler die Werte der Demokratie begreifen und schätzen lernen, erklärte sie.

Rohde war eine der drei Wegbegleiter Bembennecks, die zur Sitzung eingeladen waren, um ihre Einschätzung zur Namenswahl darzulegen. Dieter Heun vom Arbeitskreis Stadtgeschichte erklärte: „Geben Sie der IGS bitte den Namen Rudolf Bembenneck. Er hat es verdient, auf diese Weise im Gedächtnis der Burgdorfer weiterzuleben.“ Diesem Appell schloss sich Hartwig Laack vom Seniorenrat an, er hatte zuvor Bembennecks Verdienste für die Senioren aufgezählt.

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Doch dieser Aufforderung wollten nicht alle folgen. So erklärte Oliver Sieke (CDU), dass er Bembenneck sehr schätze und befürchte, dessen Namen könnte durch das Bauprojekt IGS – „Es wird sich als Millionengrab herausstellen“ – Schaden nehmen. Christiane Wichmann (AfD) beklagte, dass die Schüler nicht in die Entscheidung der Schule eingebunden wurden. Dem entgegnete Kurt-Ulrich Schulz (WGS) mit dem Hinweis auf die einmütige Abstimmung im Schulvorstand, in dem auch Schüler Stimmrecht haben.

Armin Pollehn (CDU) erklärte: „Gegen die Würdigung ist nichts einzuwenden, aber das Verfahren ist nicht transparent genug.“ Rüdiger Nijenhof (Freie Burgdorfer) widersprach: Gerade um Transparenz zu schaffen, diskutiere jetzt der Rat darüber. Normalerweise müsse nur der Verwaltungsausschuss zustimmen. „Die IGS wird zeigen, dass sie es verdient hat, Rudolf-Bembenneck-Schule zu heißen“, betonte Nijenhof.

Von Anette Wulf-Dettmer

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