Burgdorf

Stadt: Schutz der Menschen muss Vorrang haben

Bislang hat die Stadt nur die Sorge umgetrieben, dass der Anlieferverkehr zur Wathlinger Kalihalde die Sorgenser (Bild) und die Dachtmisser Ortsdurchfahrt belasten könnten. Jetzt rückt unerwartet Ehlershausen in den Fokus.

Bislang hat die Stadt nur die Sorge umgetrieben, dass der Anlieferverkehr zur Wathlinger Kalihalde die Sorgenser (Bild) und die Dachtmisser Ortsdurchfahrt belasten könnten. Jetzt rückt unerwartet Ehlershausen in den Fokus.

Burgdorf/Ehlershausen/Otze. „Unsere vorrangige Aufgabe als Stadt ist es, die Menschen zu schützen, was Gesundheit, Umwelt und Vermögen angeht“, betont Bürgermeister Alfred Baxmann. Auf diesen zentralen Punkten basiert die Stellungnahme der Stadt zum Genehmigungsverfahren für die Abdeckung der Wathlinger Kalihalde mit teilweise schadstoffbelastetem Bauschutt und Bodenaushub. Das Verkehrsgutachten, das der K+S-Konzern in Auftrag gegeben habe, berücksichtige diese Punkte zu wenig. „Der Schutz der Menschen muss einen höheren Stellenwert haben.“ Belastungen durch Abgase und Feinstaub, der von der Ladung geweht wird, sowie durch Erschütterung der Gebäude müssten ein stärkeres Gewicht in der Abwägung bekommen.

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Die Forderung der Stadt lautet: Alle Varianten für den Anlieferverkehr sind bis zu Ende zu prüfen. „Die vorgenommene Prüfung ist zu oberflächlich. Erst wenn alle Ergebnisse auf dem Tisch liegen, können wir als Kommune dazu Stellung beziehen“, sagt Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann. Auch die Vorzugsvariante, bei der 70 Prozent des Lastwagen via Schwüblingser Kreisel durch Hänigsen sowie fünf Prozent durch Sorgensen und Dachtmissen weiter bis Hänigsen fahren sollen, ist nach Ansicht Brinkmanns nicht zu Ende gedacht. Eine deutlich erhöhte Lastwagenbelastung in den Ortsdurchfahrten ziehe eine deutlich erhöhte Lärmbelastung nach sich. Weil das Projekt über 25 Jahre laufe, könnte das nicht zuletzt auch die Siedlungsentwicklung negativ einflussen. Denn für Neubaugebiete gelten strenge Lärmschutzauflagen.

Mit Sorge schaut Burgdorf auf die jetzt von Wathlingen und Uetze in ihren Stellungnahmen favorisierte Anlieferung des Abdeckmaterials via Kalibahntrasse. „Wir wollten genau das verhindern, was sich jetzt andeutet, dass man den anderen das Problem vor die Tür stellt“, sagt Baxmann. Die alte Gleisstrecke beginnt auf Ehlershäuser Gebiet und führt von dort über die B 3 durch ein Naturschutzgebiet direkt an den Kaliberg. Diese Variante würde Auswirkungen auf Ehlershausen haben, sagt Brinkmann. „Aber welche, das muss konkret untersucht werden.“ Es gebe viele Fragen: Wie sieht es mit der Feinstaubbelastung beim Verladen auf die Waggons aus? Wo soll die Umladestation entstehen? Wie sollen die Züge die B 3 überqueren, bislang führen die Gleise direkt über die Fahrbahn? Funktioniert die Kreuzung Röhndamm/B 3 noch, wenn dort täglich an die 200 Lastwagen zusätzlich verkehren?

Baxmann sieht auch die Siedlungsentwicklung in Ehlershausen gefährdet. Es gebe nicht genug Platz. Denn schließlich müsse der beschrankte Bahnübergang angesichts der erwarteten Verdoppelung des Güterzugverkehrs durch eine Unter- oder Überführung ersetzt werden. „Wir wollen erreichen, dass der Anlieferverkehr zur Wathlinger Halde keine Restriktion für unsere Planungen bringt. Sollte das unumgänglich sein, dann will Burgdorf Schadensausgleich.“ Denn K+S verdiene mit dem Projekt – nach Berechnung eines Uetzers Ratsherrn weit mehr als 200 Millionen Euro.

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Von Anette Wulf-Dettmer

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