Großburgwedel

Cicek Ö. wird seit zwei Jahren vermisst

Der Großburgwedeler Vermisstenfall schreibt Kriminalgeschichte: Als erste deutsche Behörde nutzt die Polizei Hannover Facebook zur Fahndung.

Der Großburgwedeler Vermisstenfall schreibt Kriminalgeschichte: Als erste deutsche Behörde nutzt die Polizei Hannover Facebook zur Fahndung.

Großburgwedel. Es war ein Montag in den Herbstferien heute vor zwei Jahren, als Cicek Ö. sich aus der elterlichen Wohnung verabschiedete, um ihre Cousine in der Nachbarschaft zu besuchen. Doch dort kam sie nie an. Zuletzt wurde die 19-jährige Berufsschülerin aus Großburgwedel abends in der Pestalozzistraße gesehen.

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Den Verlust der Tochter, Schwester, Nichte hat Ciceks Familie bis heute nicht akzeptiert. Die Ungewissheit über ihr Schicksal lasse die Wunde nicht heilen. Mehr mag Ciceks Onkel nicht sagen.

Die Fahnder sind mit ihrem Latein am Ende. „Mittlerweile sind alle Hinweise abgearbeitet“, sagt Holger Hilgenberg, Sprecher bei der Polizeidirektion Hannover. Hinweise auf ein Tötungsdelikt gebe es ebenso wenig wie Anhaltspunkte, wo sie geblieben sein könnte, falls sie sich abgesetzt hätte. In Kürze gehe der Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft. Der Fall wird dann eine „Vermisstensache“ sein. Die Ermittlungen würden aber sofort wieder aufgenommen, sagt Hilgenberg - falls neue Hinweise kommen.

24 Hinweise waren es noch einmal gewesen, nachdem im September 2011, elf Monate nach Ciceks Verschwinden, 4,89 Millionen Zuschauer den Fall aus Großburgwedel in „Aktenzeichen XY“ gesehen hatten. Doch Konkretes ergab die Öffentlichkeitsfahndung via TV ebenso wenig wie seit Februar 2011 die per Facebook.

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Erstmals in der deutschen Kriminalgeschichte legte die Polizei Hannover ein Profil in dem sozialen Netzwerk an, um Facebook-Mitglieder bei der Aufklärung des Vermisstenfalls um Hilfe zu bitten. Internetforen und Telefon-Chats hatte Cicek Ö. unter dem Pseudonym „Martha“, der der Ermittlungsgruppe den Namen gab, immer wieder besucht. Tatsächlich hatte im Dezember 2010 die Auswertung ihres Computers die Fahnder auf die Spur einer 29-jährigen Internetbekanntschaft geführt, doch der Tatverdacht erhärtete sich nicht.

Am 18. Oktober 2010 wurde Ciceks Handy um 22.40 Uhr abgeschaltet. Zuletzt eingebucht war es in einem Waldstück zwischen Isernhagen und Großburgwedel.So akribisch die Polizei am 13. Dezember 2010 auch suchte, es gab keine Spur zu der 19-Jährigen.

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