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Burgwedel

Keine Weihnachtspäckchen mehr für Kinder in Bulgarien

Bescherung in Aleko: DRK-Mitarbeiter verteilen die Weihnachtspräsente in Bulgarien.

Bescherung in Aleko: DRK-Mitarbeiter verteilen die Weihnachtspräsente in Bulgarien.

Großburgwedel. Diese Nachricht wird bei vielen Kindern und Jugendlichen in Bulgarien traurige Gesichter hinterlassen: Die oft sehnsüchtig erwarteten Weihnachtspäckchen aus Deutschland wird es für sie nicht mehr geben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Großburgwedel gab gestern überraschend bekannt, dass es die Aktion nach 15 Jahren eingestellt hat. Die Lieferung im vergangenen Dezember war die letzte.

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Geschenke „vom Weihnachtsmann aus Deutschland“

Für viele Jungen und Mädchen in den Regionen rund um die Städte Aleko und Pazardjik waren die Geschenke vom „Weihnachtsmann aus Deutschland einer der Höhepunkte des Jahres“, sagt Katja Richter, hauptamtliche Mitarbeiterin des Ortsvereins des DRK in Burgwedel. Seit 2004 schickte die Organisation die Hilfssendungen auf die knapp 2000 Kilometer lange Reise in den südwestlichen Teil des Balkanlandes. Zusammengerechnet waren das rund 15000 Pakete. Unterstützt wurden Jungen und Mädchen, die in ärmlichen Verhältnissen leben, unter anderem in Heimen für Straßenkinder.

Viele Stunden ehrenamtlicher Einsatz

„Diese Aktion hat uns unsere finanziellen und personellen Grenzen deutlich aufgezeigt“, sagt Richter. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben nach ihren Worten im vergangenen Jahr für die rund 1200 Päckchen insgesamt über 200 Stunden für Vorbereitung, Einsammeln in den Schulen, Sortierung der Geschenke nach Geschlecht und Alter und die Übergabe in Bulgarien investiert. „Das sind Arbeitsstunden, die sie neben ihrem eigentlichen Beruf und dem Familienleben, unbezahlt für den Ortsverein und die Aktion geleistet haben“, erklärt Richter, die stolz darauf ist, in Burgwedel eine „so tolle Truppe“ zur Seite zu haben.

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Flüge belasten DRK-Kasse

Für den Ortsverein geht die Aktion obendrein mit einer finanziellen Belastung einher. Zwei ehrenamtliche Helfer des Burgwedeler DRK hatten sich all die Jahre in Bulgarien um die Übergabe der Weihnachtspäckchen gekümmert. Auch wenn diese Arbeit ehrenamtlich geleistet wurde, die Tickets für Hin- und Rückflüge mussten dennoch aus der Kasse des DRK bezahlt werden. „Das waren mehrere tausend Euro pro Jahr. Viel Geld für den Ortsverein“, sagt Richter.

Einen – zumindest kleinen – Einschnitt bedeutet die Absage der Hilfsorganisation auch für zahlreiche Burgwedeler Familien. In der Vorweihnachtszeit hatten viele Eltern mit ihren Kindern gemeinsam liebevoll Pakete mit allerlei Nützlichem und einer großen Portion Süßem für die Kinder in Bulgarien gepackt. Fast alle Bugwedeler Schulen hatten sich an der Aktion beteiligt.

Schulspeisung geht weiter – Paten werden gesucht

Ganz abreißen wird der Kontakt des DRK Burgwedel nach Bulgarien aber nicht. „Wir werden die Schulspeisung fortsetzen“, erklärt die Mitarbeiterin. Die Hilforganisation finanziert weiterhin gemeinsam mit drei Paten täglich ein warmes Essen für 25 Schulkinder. „Das werden wir auch zukünftig machen“, versichert sie. Pro Jahr kostet die Versorgung eines Schulkindes während der Unterrichtstage 200 Euro, zusammengerechnet für alle 25 sind das 5000 Euro. „Wir würden uns freuen, wenn wir für diese Aktion weitere Unterstützer gewinnen könnten“, sagt Richter und hofft auf neue Paten für Kinder und Jugendliche in Aleko und Pazardjik.

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Von Thomas Oberdorfer

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