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Großburgwedel

Ostpreußenhilfe sucht Nachfolger für Suppenfest

Christian Meyl organisiert für Sonntag, 24. Februar, zwar das letzte Suppenfest im Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche. Seine Arbeit für die Johanniter-Sozialstationen im ehemaligen Ostpreußen will er aber fortsetzen.

Christian Meyl organisiert für Sonntag, 24. Februar, zwar das letzte Suppenfest im Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche. Seine Arbeit für die Johanniter-Sozialstationen im ehemaligen Ostpreußen will er aber fortsetzen.

Großburgwedel.Mit der 21. Auflage soll nun Schluss sein: Christian Meyl lädt für Sonntag, 24. Februar, um 11.30 Uhr zum letzten Mal zum Suppenfest ins Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche ein – und sucht einen Nachfolger für den beliebten sozialen Mittagsschmaus. Seine Arbeit für den Förderverein für Johanniter-Sozialstationen in Ostpreußen setzt der Vorsitzende aber fort. „Das ist mir ganz wichtig“, betont der 73-Jährige.

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Das Suppenfest der Ostpreußenhilfe im Gemeindehaus der St-Petri-Kirche ist sehr beliebt.

Das Suppenfest der Ostpreußenhilfe im Gemeindehaus der St-Petri-Kirche ist sehr beliebt.

Mittlerweile reist Meyl achtmal im Jahr mehr als eine Woche nach Nordpolen und legt pro Fahrt jeweils 3000 Kilometer zurück. In einem Ford Transit transportiert er gemeinsam mit seiner Frau Sigrid gespendete Hilfsgüter, die sie immer persönlich übergeben. Zum notwendigen Bedarf zählen Medikamente, Rollstühle, Rollatoren, warme Decken, Kinderkleidung, Bettwäsche und Waschmittel – und der Transporter ist jedes Mal rappelvoll. Insgesamt drei Monate pro Jahr verbringt Christian Meyl in den längst polnischen Gebieten des ehemals deutschen Ostpreußen und berät die Menschen dort in den vom Verein gegründeten Johanniter-Sozialstationen. „Die Arbeit wird immer mehr und mehr – und ich werde nicht jünger“, nennt der pensionierte Gynäkologe den Grund, weshalb er das Suppenfest künftig nicht mehr auf die Beine stellen möchte. Dabei kann sich der Organisator gut vorstellen, das Fest in andere Hände zu legen. Es zählt zu den regelmäßigen Spendensammelaktionen, erbringt jedes Mal bis zu 700 Euro. Aber noch gibt es keinen Nachfolger.

Bereits seit 25 Jahren leistet der Arzt und Ritter des Johanniter-Ordens humanitäre Hilfe in Polen – „um Armen, Kranken und bedürftigen Familien zu helfen“, nennt der gläubige Protestant seine Motivation. Dabei stehen besonders Kinder sowie kinderreiche Familien im Fokus. Deshalb waren vor einem Vierteljahrhundert insgesamt 13 Johanniter-Sozialstationen in ebenso vielen Städten gegründet worden. Meyl leitet diese Stationen und bietet den bedürftigen Menschen Sprechstunden an, in denen sie ihre Probleme und Sorgen schildern können.

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Als Beispiel nennt er eine Frau, der infolge einer Krebserkrankung beide Brüste entfernt wurden. Weil die Krankenkasse und auch andere Institutionen der Frau, die selbst kein Geld hat, nicht helfen konnten, sprang der Verein schnell ein. „Wir haben ihr entsprechende Brustprothesen besorgt“, berichtet Meyl. Auch für einen jungen Mann, der bei einer Rangelei an Bahngleisen beide Unterschenkel verlor, hatte Meyl erst kurz vor Weihnachten umgehend reagieren können und dem 22-Jährigen zwei Beinprothesen gekauft. Der Mann habe sich beim Verein aufs Herzlichste bedankt und zudem angekündigt, bei den Paralympics teilnehmen zu wollen“, erzählt der Vereinsvorsitzende gerührt.

Neben der Beratung in den Sozialstationen arbeitet Meyl auch mit den Sozialämtern, Gemeinden und Kirchen in Polen zusammen. Seinen Angaben nach verläuft die Zusammenarbeit reibungslos, mit der Zeit seien viele positive Kontakte entstanden. Für sein umfangreiches soziales Engagement war der Burgwedeler, den der Papst schon zu einer Privataudienz eingeladen hatte, vor zwei Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Und seine erfolgreiche Arbeit setzt Meyl auch fort – allerdings ohne das Suppenfest zu organisieren. „Vielleicht findet sich ja bald ein Nachfolger“, hofft er.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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