Großburgwedel

Promi-Stadt verkauft sich schlecht

Foto:Stadtplaner Christoph Schonhoff will Burgwedels Innenstadt schöner machen.

Stadtplaner Christoph Schonhoff will Burgwedels Innenstadt schöner machen.

Großburgwedel. Seine Bestandsaufnahme fiel zweischneidig aus: Die Stadt biete viel Potenzial – das werde jedoch kaum genutzt. Autos, Parkplätze und Bäume: Wenn es nach Stadtplaner Christoph Schonhoff geht, sind das die ersten Eindrücke, die ortsfremde Besucher von Großburgwedels Innenstadt bekommen. „Das Entree ist nicht einladend, sondern versteckt das Schönste“, urteilt der Architekt. „Wer sich nicht auskennt und nicht aufpasst, fährt einfach an der Fußgängerzone vorbei.“ Übersichtlichkeit, ein einheitliches Gesicht und eine bessere Orientierung auf die wichtigsten Punkten brauche Burgwedel.

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Die ersten Konzeptskizzen des Stadtplaners enthalten aber auch Lob: Das lineare Element Von-Alten-Straße sei durch kleine Gassen und Wege bereits sehr gut mit öffentlichen Parkplätzen verbunden. Dennoch bemängelte Schonhoff, dass die Fußgängerzone als solche nicht zu erkennen sei: „Die Verkehrssituation irritiert. Wer denkt an eine Fußgängerzone, wenn es in der Straße eine Ampel wie am Domfrontplatz gibt?“.

Auch der Markt als Eingangsbereich für die Innenstadt habe viel Potenzial, aber die vielen großen Bäume wirkten unübersichtlich und lenkten vom Beginn der Fußgängerzone ab. Dieser Bereich kann laut Stadtplaner mehr Charme vertragen: „Man führt seine Gäste doch nicht durch die Abstellkammer in die gute Stube.“

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Vorstellbar wäre für Schonhoff ein gestalterisch einheitlich hervorgehobener Rundgang, der wichtige Punkte wie St.-Petri-Kirche, Markt, Amtshof, Domfrontplatz und Rathaus miteinander verbinde. „Es gibt aktuell allein 15 verschiedene Klinkerfarben in der Stadt, die Straßenlampen sind alle unterschiedlich, und auch die Möbel sind eine Mischung aus den vergangenen 20 Jahren“, zählte der Stadtplaner auf.

Mit kleineren Veränderungen könne eine bessere Orientierung und höhere Aufenthaltsqualität erreicht werden. „In den Gassen müssen keine Autos oder alte Sitzmöbel stehen“, schlug er vor. Auch die Bepflanzung mitten auf der Von-Alten-Straße sollte einheitlich werden. Im Idealfall könnten Besucher künftig von Ort zu Ort gucken. „Man könnte eigentlich vom Amtshof sehr schön das Von-Alten-Carrée sehen“, sagte Schonhoff. Er lobte den bereits bestehenden Blick auf die St.-Petri-Kirche aus der Innenstadt heraus. „Aber auf dem Amtshof-Parkplatz sind meterhohe Hecken: Wenn ich als Ortsfremder aussteige, sehe ich nicht, wo ich hin will.“ Auch das Rathaus sollte ein repräsentatives Entree erhalten und optisch mit der Innenstadt vereint werden.

Nachdem Stadtplaner Christoph Schonhoff seine ersten Pläne für die Innenstadt Burgwedels präsentiert hatte, kamen Bürger und Anlieger zu Wort. Die Fragestunde zeigte, dass es einen großen Hut brauchen wird, um alle Interessen darunter zu bekommen.
Karlheinz Schridde, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute (IGK), vermisste beim Vortrag des Stadtplaners vor allem die Funktionalität: "Es geht immer um Ästhetik und Gestaltung. Aber wie bekommen wir eine Innenstadt für alle Generationen hin?". Das Thema Verkehr auf der Von-Alten-Straße lag vielen am Herzen. "Wir wollen keine Innenstadt für Besucher, die am Sonntag zum Schlendern vorbeikommen, sondern eine, die nutzbar ist", forderte ein Anlieger. Die Zufahrt zu den Geschäften müsse gewährleistet bleiben.

Auch die Überlegung Schonhoffs, dass die stattlichen Bäume am Markt einer übersichtlicheren Gestaltung im Weg stehen könnten, sorgte für Verwunderung. "Die alten Bäume machen den Charme der Stadt aus", betonte der NABU-Vorsitzende Christian Dulce.
Die meisten Zuhörer sahen währenddessen zu wenig Burgwedel im Konzept Schonhoffs. Dieser zeigte sich aber offen für Vorschläge: "Es ist Ihre Stadt, und das Konzept soll mit allen Interessierten entwickelt und nicht von oben aufgesetzt werden."
Dem pflichtete Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt bei, warnte aber davor, sämtliche Probleme der vergangenen 15 Jahre aufwärmen zu wollen: "Wir müssen eine pragmatische Lösung für die Innenstadt finden.

Die Stadt ruft nach der ersten Bestandsaufnahme nun zum Mitmachen auf: Am Mittwoch, 13. Juni, gibt es ab 18 Uhr einen öffentlichen Workshop mit Stadtplaner Christoph Schonhoff im Amtshof. Ideen und Wünsche können dafür vorab im Rathaus abgegeben oder in der Sitzung vorgetragen werden. Interessierte können die Präsentation Schonhoffs im Internet auf www.burgwedel.de herunterladen.

Carina Bahl

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