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Burgwedel

Schüler sollen künftig mit iPads lernen

Plant die digitale Zukunft von Burgwedels Schulen: der städtische EDV-Experte Steffen Plapper.

Plant die digitale Zukunft von Burgwedels Schulen: der städtische EDV-Experte Steffen Plapper.

Burgwedel. „2 + 3 =?“ Jonas denkt kurz nach und tippt dann die „5“ auf seinem Tablet-Computer ein. Richtig. Ein kleiner grüner Smiley erscheint auf dem Bildschirm des sechsjährigen Grundschülers. Ein paar Hundert Meter weiter grübelt die Gymnasiastin Lisa über ihrem iPad mit den Aufgaben ihrer Klassenarbeit. Zugegeben, beides ist derzeit noch Zukunftsmusik, kann allerdings schon im kommenden Schuljahr an Burgwedeler Schulen Realität werden – dann nämlich, wenn der jetzt von der Stadtverwaltung vorgelegte Medienentwicklungsplan umgesetzt wird.

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Bei den Mitgliedern des Schulausschusses stieß das vom städtischen EDV-Chef Steffen Plapper präsentierte Konzept durchweg auf eine positive Resonanz. „Wenn wir diesen Weg gehen, dann ist das nicht nur ein Schritt nach vorn, das ist ein Quantensprung für die Stadt“, ist sich CDU-Ratsherr und Gymnasiallehrer Hans Richard Vosberg sicher. Wird der Plan umgesetzt, dann werden in absehbarer Zeit Grundschüler wie Abiturienten mit Tablet-Computern in ihren Klassen sitzen und auf vollkommen neuen Wegen lernen.

Grundgedanke: Alle Schulen werden gleich behandelt

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Der Grundgedanke des Konzepts: Alle Schulen werden gleich behandelt, erhalten die gleiche Ausstattung. Das gilt sowohl für das Gymnasium als auch für die IGS und die Oberschule sowie für die Grundschulen in Groß- und Kleinburgwedel, Thönse, Wettmar und Fuhrberg. Nur die Mengen der Geräte werden entsprechend den Erfordernissen der einzelnen Schulen angepasst. Charmanter Nebeneffekt für die Verwaltung: Sie benötigt weniger Personal zur Pflege von Hardware und Netzen, da die Ausrüstung in allen Schulen einheitlich ist. Bislang werkelt jede Einrichtung alleine vor sich hin, nutzt keine oder unterschiedliche Systeme.

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Grafik Buwe

Grafik Buwe

In fünf Schritten will die Stadt Burgwedels Schulen nun digitalisieren. Die erste Phase läuft bereits, in den Bildungseinrichtungen werden derzeit WLAN-Netze installiert, damit die Rechner und Tablets schnurlos miteinander kommunizieren können. Danach sollen in allen Schulen einheitliche Server aufgebaut werden (Schritt 2), alle Lehrkräfte mit Tablet-Computern ausgerüstet werden (Schritt 3), eine Grundausstattung für die Klassenräume angeschafft und installiert werden (Schritt 4) und schließlich im fünften und letzten Schritt die Geräte für die Schüler gekauft werden.

Dabei erhält aber beileibe nicht jeder Schüler ein eigenes Tablet. Je Schule sollen vorerst mehrere Klassensätze angeschafft werden. Diese nutzen die Schüler dann gemeinsam. Zum Start sollen den 2264 Schülern Burgwedels zusammen 320 iPads zur Verfügung stehen. Parallel zu diesen fünf Schritten müssen zudem die Lehrer auch noch eine Aufgabe erledigen und in Fortbildungen selbst noch einmal die Schulbank drücken.

Stadt investiert viel Geld

Auch ohne jeden Schüler mit einem eigenen Gerät auszustatten, kostet die Umsetzung dieses Konzepts „einen Riesenbatzen Geld“, räumte EDV-Experte Plapper ein. 543.750 Euro muss die Stadt in die Hand nehmen, um die fünf Grund- und zwei weiterführenden Schulen mit einem Starterpaket auszurüsten, rechnete er vor. Eine Investition, die sich lohne und die notwendig sei, erklärte Plapper. Schließlich steht die Vermittlung von Medienkompetenz mittlerweile in den Lehrplänen des niedersächsischen Kultusministeriums.

Die Schulrektoren sehen in dem Medienentwicklungsplan eine große Chance. „Großburgwedel kann zu einem Vorreiter bei der Digitalisierung von Schulen werden. Das wird ein Erfolg, den sich die Stadt später einmal auf ihre Fahnen schreiben wird“, sagte Grundschulleiter Nils Thönnessen. Sein Kollege Robert Baberske vom Gymnasium sprach von einem „Quantensprung für die Schullandschaft“. Aber beide Schulleiter sind sich auch sicher, dass mit klassischer Tafel und Papier auch analoge Techniken noch eine ganze Weile ihren Platz in den Klassenzimmern haben werden.

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Der Rat wird in einer seiner nächsten Sitzungen den städtischen Medienentwicklungsplan beraten.

Stadt legt sich fest, welche Geräte angeschafft werden sollen

Das ist durchaus ungewöhnlich bei der Anschaffung digitaler Technik: Die Stadt legt sich bereits bei der Vorstellung des Medienentwicklungsplans fest, welche Geräte angeschafft werden sollen. Sie will ihre Schulen mit iPads vom amerikanischen Hersteller Apple ausstatten. „Die sind im Bildungssektor derzeit konkurrenzlos“, erklärt der städtische EDV-Chef Steffen Placker. Apple habe in den vergangenen Jahren nach seiner Aussage viel in die Entwicklung von Lösungen für Schulen investiert. So können sich beispielsweise Lehrer mit nur einem Fingertipp sich auf die iPads ihrer Schüler aufschalten oder auf dem gleichen Wege den Inhalt ihres Bildschirms auf alle anderen Geräte überspielen. Sowohl für die iPads der Lehrer als auch die der Schüler will die Stadt zudem Tastaturen und einen Eingabestift mitbestellen. tob

Von Thomas Oberdorfer

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