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Burgwedel

Schulbehörde: IGS/OBS ist ein sicherer Ort

Die Spurensicherung ist am 24. März kurz nach dem Messerangriff am Tatort Dammstraße.

Die Spurensicherung ist am 24. März kurz nach dem Messerangriff am Tatort Dammstraße.

Burgwedel.
Der Angriff eines 17-jährigen Syrers auf eine 24-Jährige am 24. März in Großburgwedel hat die ganze Stadt erschüttert. Dass die Schüler nach den Osterferien Redebedarf haben würden, das hat die Schulleitung der IGS und Oberschule (OBS) Burgwedel unterstellt, als sie die erste Unterrichtsstunde nach Ferienende allein für dieses Thema reservierte. Nicht nur, da beide Schulformen von zahlreichen Flüchtlingen besucht werden, sondern auch, weil zwei IGS-Schüler – Verwandte des inhaftierten 17-Jährigen – den Messerangriff als Zeugen miterlebt haben. Das 24-jährige Opfer des Angriffs ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

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„Es war uns wichtig, den Eltern deutlich zu machen: Wir kümmern uns“, so erklärte IGS-Chefin Renate Koch am Donnerstag auf Anfrage ihre Intervention, zu der auch ein Brief an alle Erziehungsberechtigten gehört, den die Schüler tags zuvor mit nach Hause nahmen. Darin wird die Messerattacke „aufs Schärfste“ verurteilt und an das Verbot erinnert, Waffen aller Art mit in die Schule zu bringen.  Zudem wurden die Eltern ermuntert, sich mit Fragen an Schulleitung, Klassenlehrer oder Schulpsychologen zu wenden.

Dieser Schulstart war gut vorbereitet: Bereits während der Ferien hatte Koch eine Art Krisenrunde zusammen getrommelt, bei der sich  Schuldezernent und -psychologen, Polizei und Stadt Burgwedel, Beratungslehrerin und Schulsozialpädagogen austauschten. Ein Schulpsychologe nahm zudem am Mittwoch vor Unterrichtsbeginn an einer kurzfristig anberaumten Dienstbesprechung teil. Laut Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde, wurden dabei Hinweise gegeben zum richtigen Umgang mit  Nachfragen und Spekulationen der Schüler zum Tathergang. Die Schule müsse eine  klare Haltung zeigen und deutlich machen, dass Konflikte nur gewaltfrei zu lösen sind, so der Rat der Landesschulbehörde.

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Wie die Gespräche in der ersten Schulstunde nach den Osterferien konkret verlaufen sind,  darüber machte Koch ebenso wenig nähere Angaben wie zu einzelnen Schülern – nur soviel: Die Rückmeldung sei positiv. In einer fünften Klasse hätten zum Beispiel deutsche Schüler zum Ausdruck gebracht, „dass die Flüchtlinge nicht alle Messer dabei haben“, so wurde es ihr vom Klassenlehrer berichtet.  Die  Schulbehörde legt laut Schöneich Wert darauf, dass angesichts einer möglichen Verunsicherung der Schülerschaft verdeutlicht wird, dass die IGS/OBS ein sicherer Ort ist. Sollten trotzdem bei Kindern Ängste auftreten, sei zunächst auf das schulinterne Beratungsangebot und unterstützend auf die Schulpsychologie hingewiesen werden.

Vortrag zur Begegnung von Menschen aus Deutschland und dem arabischem Raum

Sie hoffe, dass nach der Messerattacke nicht alle Flüchtlinge oder Syrer allgemein als Verbrecher angesehen werden, das sagte Dunja Manal Sabra, die 1969 als Tochter eines Ägypters und einer Österreicherin in München geboren wurde. Die Übersetzerin und Dolmetscherin wird am Montag, 9. April, im Burgdorfer St.-Paulus-Gemeindehaus, Berliner Ring 17, die Begegnung zwischen Menschen aus Deutschland und dem arabischen Raum näher beleuchten. Ihr Vortrag ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr.

Von Martin Lauber

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