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Garbsen

250 Christen feiern Reformationstag

Etwa 250 Christen sind zu einem Gottesdienst am Reformationstag in die Aula des Johannes-Kepler-Gymnasiums gekommen.

Etwa 250 Christen sind zu einem Gottesdienst am Reformationstag in die Aula des Johannes-Kepler-Gymnasiums gekommen.

Auf der Horst. Was bedeutet eigentlich Freiheit? Mit dieser Frage hat sich Superintendent Karl Ludwig Schmidt bei einem Gottesdienst anlässlich des Reformationstags in seiner Predigt bei einem Gottesdienst in der Aula am Johannes-Kepler-Gymnasium befasst. Dazu waren etwa 250 Christen aus allen evangelischen Gemeinden in Garbsen gekommen.

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In der Werbung habe er kürzlich gelernt, dass „ein unbegrenztes Datenvolumen beim Handyvertrag“ als die höchste erreichbare Freiheit angepriesen worden sei. Das sei jedoch nicht gemeint, sagte Schmidt. Er spreche von der Freiheit im Denken und im Handeln der Christen. „Gott liebt uns, egal wie fromm wir leben“, sagte Schmidt. Zu dieser Sichtweise habe Martin Luther vor mehr als 500 Jahren einen entscheiden Beitrag geleistet. Schmidt wies aber auch auf die Schattenseiten Luthers hin, besonders auf dessen Judenhass in den letzten Lebensjahren. „Das ist durch nichts zu entschuldigen.“

"Jetzt sind wir gefragt": Superintendent Karl Ludwig Schmidt hat die Predigt zum Thema Freiheit gehalten.

"Jetzt sind wir gefragt": Superintendent Karl Ludwig Schmidt hat die Predigt zum Thema Freiheit gehalten.

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Die Freiheit des Einzelnen zu schützen, sei heute eine wichtige Aufgabe der Christen. Er warnte vor der Spaltung der Gesellschaft durch Populisten und die Bedrohung der Demokratie. Christen müssten sich für Schwächere einsetzen, etwa für Flüchtlinge, deren Traum von der Freiheit in der neuen Heimat zu platzen drohe. „Genau da sind wir gefragt. Christ sein heißt: Bei den Menschen sein“, betonte Schmidt.

Die neue Chefin der Jugendwerkstatt

Ein ganz praktisches Beispiel dieses Einsatzes der Kirchengemeinden in Garbsen ist die evangelische Jugendwerkstatt. Die bietet Jugendlichen eine Perspektive durch Berufsvorbereitung und -vermittlung. Und sie bekommt in Kürze eine neue Geschäftsführerin, nämlich Vassiliki Chryssikopoulou. Die gebürtige Griechin, die in Berlin aufgewachsen ist und seit 2008 in Hannover lebt, stellte sich im Gottesdienst vor. „Wir wollen jungen Meschen an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben Orientierung geben“, kündigte sie an. Damit wolle sie den Kurs ihrer Vorgängerin Ute Schneedhorst beibehalten. Konkret bedeute das, dass die Jugendlichen praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufen (Landschaftsbau, Gärtner, Handwerk, Gastronomie) sammeln und Gespräche mit Sozialpädagogen führen können.

Auch die Förderung der sozialen Kompetenz sei wichtig, sagte Chryssikopoulou. Da es für entsprechende Projekte aber nur wenig Fördermittel des Staates gebe, bat sie um eine Spende in der Kollekte. Von dem Geld sollen beispielsweise Ausflüge ins Klimahaus Bremerhaven finanziert werden.

Die Humanisten Lukas Gehrke (von links), Katrin Gehrke, Hans-Jörg Jacobsen, Norbert Gehrke und Karl-Otto Eckartsberg kritisieren die Benachteiligung von Menschen ohne Religion.

Die Humanisten Lukas Gehrke (von links), Katrin Gehrke, Hans-Jörg Jacobsen, Norbert Gehrke und Karl-Otto Eckartsberg kritisieren die Benachteiligung von Menschen ohne Religion.

Humanisten setzen Zeichen gegen Benachteiligung Nichtreligiöser

Mit einem symbolischen Akt am Reformationstag haben die Humanisten in Garbsen auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Eine Gruppe um den Vorsitzenden Karl-Otto Eckartsberg hängte am Mittwochmorgen – in Anspielung auf Martin Luther – eine Liste von 33 Thesen an die Tür des Rathauses. Darin kritisieren die Humanisten die „Benachteiligung konfessionsfreier Menschen in Deutschland“.

„Diese Aktion ist natürlich nicht ganz todernst gemeint“, räumte Eckartsberg ein, der sogar einen Hammer und einen langen, rostigen Nagel mitgebracht hatte. Das Thema selbst sei es aber durchaus. An vielen Stellen im täglichen Leben seien Menschen ohne Religion im Nachteil, obwohl die in Deutschland mittlerweile etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachten. Als Beispiel nannte Eckartsberg, dass die Kirche bei Einstellungen in ihren Einrichtungen nach wie vor Menschen ihrer Konfession bevorzuge. Außerdem kritisierte er, dass es in den Grundschulen nur konfessionellen Unterricht gibt. „Wir fordern einen Ethikunterricht für alle. Der Glaubensunterricht soll in den Kirchen stattfinden“, forderte Eckartsberg.

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Von Gerko Naumann

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