Garbsen

Mehr als 700 Zuhörer erleben Solidaritätskonzert

„Die Gedanken sind frei“:  Musiker und Publikum singen zum Finale gemeinsam.

„Die Gedanken sind frei“: Musiker und Publikum singen zum Finale gemeinsam.

Auf der Horst. Damit hatte keiner der Organisatoren gerechnet: Mehr als 700 Menschen wollten am Sonnabend das Solidaritätskonzert in der Aula am Planetenring erleben. Helfer schleppten Stuhl um Stuhl. „Wow! Wir sind sehr überwältigt“, sagte Organisatorin Renate Premke. Die Integrationslotsin trug mit Rebekka Hinze vom evangelischen Flüchtlingsnetzwerk sowie Karin Schleiermacher und Uwe Witte von der Stadt die Verantwortung.

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Premke: „Wir wollen ein Zeichen setzen“

Es war nach drei Jahren das zweite Konzert, mit dem Musiker für ein friedliches Zusammenleben aller Einwohner warben. „Wir wollen ein Zeichen setzen für Freiheit, Vielfalt und Toleranz, für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus“, sagte Premke. Das Konzert sei kein Benefizkonzert wie 2015, ergänzte Hinze. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig sich Garbsener nicht nur in der Integrationsarbeit engagieren. Wir haben schon viel geschafft, um Integration gelingen zu lassen, aber wir müssen wachsam sein“, so Hinze. Bei derart propagandistischen Angriffen von rechts und links auf eine offene Gesellschaft, brauche es die „tief und fest verwurzelten Menschen“, sagte Premke, „es ist jetzt Zeit, sich zu zeigen.“

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120 Musiker spielen ganz besondere Stücke

120 Musiker aus vier Ensembles gestalteten den Konzertabend: die Chöre Canto Vivo und der Berenbostel Chor ad libitum sowie das Orchester Pardon? Salon! und die Concert Band des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Für das Konzert hatten sich die Musiker und Sänger – alle ohne Gage – besondere Stücke ausgesucht wie „Freiheit“ (Marius Müller-Westernhagen), „Durch die schweren Zeiten“ (Udo Lindenberg), „Die Gedanken sind frei“. Die 40 Sänger von Canto Vivo interpretierten „Freiheit“ in ihrer Gospel-Version stimmlich brillant und sehr intensiv. Wohl jedem im Publikum war bei der Zeile „Freiheit ist das einzige, was zählt“ bewusst, wie aktuell das Lied ist.

Klangerlebnisse mit Wow-Effekt

Mit Schlagern aus den Dreißigerjahren versetzten Sängerin Dörthe Flemming und das Salonorchester Pardon? Salon! die Zuhörer in eher nostalgische Stimmung – präsentiert auf einer ausgesprochen stilvoll dekorierten Bühne. Die Meisterin Susanne Scholz aus Berenbostel hatte die Optik des Abends selbst in die Hand genommen. Die 50 Musiker der Concert Band vom Geschwister-Scholl-Gymnasium schufen mit ihren Filmmelodien Klangerlebnisse mit Wow-Effekt – monumental allein durch das Spiel von fünf Perkussionisten. „Es ist toll, dass ihr hier seid“, sagte Renate Premke zu den Jugendlichen (und vier Lehrern), „ihr seid die Zukunft, danke.“ Das Volkslied „Die Gedanken sind frei“, gesungen von ad libitum, wurde zur Hymne des Abends: Zum großen Finale sangen es Musiker, Chorsänger und Publikum gemeinsam – ein ergreifend schöner Schlussakkord.

Spendentöpfe kaum sichtbar

In der Pause blieb kaum Raum für Begegnung: Geflüchtete aus Syrien, Garbsener Ehrenamtliche und zahlreiche Sponsoren hatten ein dicht umlagertes Büfett vorbereitet. Im Gedränge war Platz für Blickkontakte, mehr nicht. „Das Engagement der Organisatoren ist sehr beeindruckend“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger Kauroff. Dass Eintritt und Büfett frei waren, hatte seinen Sinn. „Wir wollten zeigen: Wir haben sehr viel in Garbsen und wir teilen es gerne – ohne Geld, ohne Gegenleistung“, sagte Premke. Dass für einen so außergewöhnlichen Konzertabend Spenden willkommen sind, ging dabei etwas unter. Die Töpfchen am umlagerten Büfett waren nur schwer erreichbar. Aber am Ausgang spürten sammelnde Canto-Vivo-Sänger, wie groß die Spendenbereitschaft war.

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Von Jutta Grätz und Markus Holz

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