Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Garbsen

Nachtflug: Initiative stellt ihre Ziele vor

Dieter Poppe stellt Anliegen und Ziele der Bürgerinitiative vor.

Dieter Poppe stellt Anliegen und Ziele der Bürgerinitiative vor.

Osterwald. Ein Verbot der Nachtflüge auf dem Flughafen Hannover zwischen 22 und 6 Uhr: Das ist das Ziel der Bürgerinitiative "Besser ohne Nachtflug – Hannover Airport" (BON-HA). Ihre Anliegen und Argumente hat sie am Mittwochabend in einer Bürgerversammlung im Hotel Körber vorgestellt. Rund 60 Teilnehmer waren gekommen. "Es freut uns sehr, dass so viele gekommen sind", sagte Hans-Peter Wendorff aus Schloß Ricklingen. Er vertritt die Bürgerinitiative Garbsen und Umgegend (Bigum) in der BON-HA.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bürgerinitiative ist gegen Verlängerung

Die BON-HA hatte sich im Herbst 2017 mit Initiativen aus Garbsen, Isernhagen, Burgdorf, Langenhagen und Hannover gegründet, um wirksamer agieren zu können. Die Interessengemeinschaft ist entschlossen, gegen die Verlängerung der Nachtflug-Genehmigung, die im Dezember 2019 endet, zu kämpfen – auch mit einer Klage. Die Mitglieder führen politische Gespräche mit den Kommunen, dem Land, dem Bund und in Europa. Sie sind in den Medien präsent und haben die Zusage für einen Besuch des niedersächsischen Verkehrsministers Bernd Althusmann.

Gesundheit steht im Mittelpunkt

Für die Vertreter der Bürgerinitiative steht die Gesundheit im Fokus. „Wir tolerieren keine fortgesetzte Gesundheitsschädigung durch den sich ständig vermehrenden Fluglärm“, heißt es in einem Schreiben der BON-HA. Dieter Poppe aus Isenhagen führte aus, dass die Zahl der Nachtflüge Anfang der Achtzigerjahre fünf bis sechs betrug. 2010 waren es 34. Inzwischen seien es 50 pro Nacht. Für 2017 gibt der Flughafen 14.042 Nachtflüge an, davon 9500 zwischen Mai und Oktober.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ärztin spricht über Folgen von Lärm

Über die Auswirkungen des nächtlichen Fluglärm sprach Neurologin und Psychiaterin Snefried-Oda Buchweitz-Klingsöhr. Sie belegte mit wissenschaftlichen Studien, dass Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Arteriosklerose, Depressionen und Lernstörungen bei Kindern die Folgen sein können. „Der Deutsche Ärztetag hat bereits 2012 ein Nachtflugverbot gefordert“, sagte die Ärztin.

Daten des Flughafens auf dem Prüfstand

Poppe stellte die Daten des Flughafens im Hinblick auf Flugzahlen und Lautstärke auf den Prüfstand. "Der Flughafen argumentiert mit den Durchschnittswerten für die Lärmemissionen. Für die Auswirkungen auf den Menschen muss man aber die Einzelwerte nehmen", sagte er. Außerdem widersprach er Aussagen des Hübl-Gutachtens über die Gefahr für Wirtschaftlichkeit und Arbeitsplätze. Nach Angaben der Flughafengesellschaft drohe ein Abzug von 50 Prozent der hier stationierten Flugzeuge, der Nettoverlust von 1,45 Millionen Fluggästen, ein Umsatzeinbruch von 47 Millionen Euro und die Gefährdung von 2.400 Arbeitsverträgen in der Region. Das Gutachten von Prof. Lothar Hübl soll angeblich Grundlage sein für die Verlängerung der Nachtfluggenehmigung. Hübl stand bereit in den Achtzigerjahren auch in Fachkreisen in der Kritik, als er die Verlängerung der Nordbahn für unverzichtbar hielt, falls Hannover eine internationale Rolle spielen soll.

„In Frankfurt liegt die Zahl der Beschäftigten nach dem Nachtflugverbot konstant bei rund 20.000“, sagte Poppe. Flughäfen mit Nachtflugverbot wie Hamburg und Bremen verzeichneten steigende Zahlen an Fluggästen, während die Anzahl der Flugbewegungen in Hannover am Tag rückläufig sei.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Alles über das Thema Nachtflugverbot finden Sie auf haz.de/nachtflug.

Von Anke Lütjens

Mehr aus Garbsen

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.