Mehrgenerationentreff

Das Reparatur-Café in Gehrden gibt es seit fünf Jahren

Im Einsatz: Uwe Hormann repariert einen Staubsauger.

Im Einsatz: Uwe Hormann repariert einen Staubsauger.

Gehrden. Seit fünf Jahren gibt es das Reparatur-Café in Gehrden. Es trägt sich nicht nur durch die vielen defekten Gegenstände, die abgegeben werden, sondern vor allem durch die Ehrenamtlichen, die die unterschiedlichsten und vor allem technischen Geräte wieder in Schuss bringen. Einer von den sogenannten Technikern ist Uwe Hormann. Er berichtet von seiner Motivation. „Eine Seniorin hat mir eine alte Uhr vorbeigebracht. Es handelte sich um ein wichtiges Erinnerungsstück für sie.“ Hormann reparierte die Uhr. „Die Dankbarkeit der Frau hat mich unheimlich gefreut. Solche Momente treiben uns an.“

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Die Geschichte erzählte Hormann im Mehrgenerationen-Treff Gehrden. Dort ist das Reparatur-Café beheimatet – und das seit November 2017. Das Serviceangebot feierte nun fünfjähriges Bestehen. Dazu gab es in den Räumen am Steinweg eine kleine Zusammenkunft mit den Ehrenamtlichen, den Mitgliedern des Betreibervereins Mehrgenerationenhaus Gehrden und dem neuen Bürgermeister Malte Losert, der sich weiterhin begeistert zeigte. Und das alles mit Getränken und Kuchen – denn nicht umsonst lautet der Name Reparatur-Café, auch zu den normalen Öffnungszeiten freitags von 15 bis 17 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen für die Techniker.

Ansichtssache: Achim Bollmann-Oberlein (links) zeigt das Foto eines defekten Lampenelements. Gisela Wicke und Malte Losert hören zu.

Ansichtssache: Achim Bollmann-Oberlein (links) zeigt das Foto eines defekten Lampenelements. Gisela Wicke und Malte Losert hören zu.

In den vergangenen fünf Jahren beläuft sich die Anzahl der selbst gebackenen Kuchen laut Gisela Wicke auf 37. Es ist nicht die einzige Statistik, die die Vereinsvorsitzende nach einem Kassensturz vorliegen hat. Insgesamt gab es 464 Reparaturen – 59 Prozent davon waren erfolgreich, 14 Prozent immerhin zum Teil. Nur bei 27 Prozent der Reparaturen war der Defekt nicht zu beheben. Den größten Anteil der 464 Reparaturen stellen Lampen (74) dar vor Küchengeräten (48), Radios (41) und Staubsaugern (39). Es folgen in der Rangliste Uhren (37), Kaffeemaschinen (30), Nähmaschinen (23) sowie 35 sonstige Gegenstände. In der Corona-Zeit habe die Abgabe von Nähmaschinen stark zugenommen, berichtet Wicke. „Einmal waren es fünf Stück an einem Tag.“

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Und die Uhr tickt immer noch

Die Vorsitzende erinnert sich an die Anfänge. Ein Jahr nach der Gründung des Vereins (September 2016) hob man das Reparatur-Café aus der Taufe. Mitinitiator war damals Achim Bollmann-Oberlein. Er hatte gesehen, dass das Prinzip auch in benachbarten Kommunen funktioniert. "Schon als Kind habe ich gern Wecker auseinander genommen. Es ist wichtig, dass das Wissen von uns älteren Handwerkern hier genutzt werden kann", sagt Bollmann-Oberlein. Denn was im Haushalt kaputt ist, sei viel zu schade zum Wegwerfen – ebenfalls ein Prinzip des Reparatur-Cafés und Ursache für die damalige Gründung.

Es gab viele Geschichten und Gespräche während des kleinen Empfangs – darunter auch diese Anekdote, die die Erzählung von Uwe Hormann abrundete. Plötzlich befand sich auch Marlis Sadeghi im Mehrgenerationen-Treff – und stellte sich vor als die Frau, deren Uhr damals repariert wurde. Hormann wirkte gerührt. „Ein ganz tolles Erlebnis und eine sehr schöne Begegnung.“

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