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Gehrden

Rote Kreuze gegen Südlink-Trasse entfernt

Steffen Mogwitz (von links), Cornelia Husemann und Hanns Cristian Seeßelberg-Buresch stellen neue Holzkreuze im 20-Meter-Abstand zur B65 auf.

Steffen Mogwitz (von links), Cornelia Husemann und Hanns Cristian Seeßelberg-Buresch stellen neue Holzkreuze im 20-Meter-Abstand zur B65 auf.

Everloh.Die Initiative „Südlink durch Everloh – Stopp die Trasse“ hat mit großer Beteiligung aus der Bürgerschaft unter anderem vier rote Holzkreuze als Markierungspunkte für einen möglichen Verlauf der Erdkabeltrasse an der Bundesstraße 65 zwischen Everloh und Ditterke aufgestellt. Die Kreuze standen dort aber nur wenige Tage. Die Straßenmeisterei aus Wennigsen hat die beidseitig aufgestellten Kreuze entfernt.

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Auf Nachfrage bei der Straßenmeisterei hat Cornelia Husemann, Mitorganisatorin des Bürgerprotestes, erfahren, dass für die Aufstellung der einfachen Holzkreuze hätte beantragt werden müssen. Der Mindestabstand von 20 Metern zur B 65 wurde nicht eingehalten. „Die Kreuze sind somit eine Störung im öffentlichen Raum und stellen eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar“, konnte Cornelia Husemann erfahren. Dabei waren die Kreuze fest eingepflockt und können nur mit zwei Männern aus der Erde gezogen werden. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Kreuze bei einer Windböe umgekippt wären und Verkehrsteilnehmer gefährdet hätten“, meint Hanns Christian Seeßelberg-Buresch. „Wir müssen die rechtlichen Vorgaben akzeptieren, aber das ist reinster Bürokratismus. Außerdem hätte ein kurzer Anruf ausgereicht. Dann hätten wir die Kreuze selbst umgesetzt“, sagt Cornelia Husemann. Nun hat die Initiative hat vier rote Kreuze nachgefertigt, die jetzt mit einem Abstand von 20 Metern zur Bundesstraße auf den Feldern erneut aufgestellt werden.

Landwirte befürchten verändertes Wachstum

Die hohe Resonanz beim Auftakttreffen auf dem Hof Reverey hat gezeigt, dass sich nicht nur die Landwirte sorgenvolle Gedanken über die künftige Lebensqualität machen. Auch viele besorgte Bürger aus Everloh, Northen, Lenthe und Gehrden waren zum ersten Treffen der Protestbewegung gegen den Verlauf der Südlinktrasse durch das Calenberger Land gekommen. Der Kritikpunkt: Durch den Korridor mit dem Erdkabel würden gewachsene Bodenschichten aufgelockert mit der Folge, dass die Feldfrüchte ein verändertes Wachstum aufweisen würden. Der Everloher Landwirt Hanns Christian Seeßelberg-Buresch kann von anderen Berufskollegen berichten, dass auf ihren Feldern auch noch Jahrzehnte nach der Verlegung von Trinkwasser- oder Gasversorgungsleitungen eine deutliche Schneise von veränderten Pflanzenwachstum sichtbar sei. Noch problematischer sei die Erwärmung des Ackerbodens. An der Ummantelung des Erdkabels entstehe eine Wärmetemperatur von 35 bis 40 Grad. Davon seien noch fünf Grad an der Erdoberfläche messbar. Durch die Wärme nehme die Verdunstung zu, die sich wieder mit schädlichen Folgen auf das Mikroklima im Boden auswirke. „Wärme und Verdunstung fördern Fäulnisbildung und pilzliche Erkrankungen an den Ackerpflanzen“, meint Seeßelberg-Buresch.

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Die Landwirte befürchten, dass die Erwärmung für ein verändertes Pflanzenwachstum sorge. Zusammenhängende Ackerflächen werden zerstört. Damit sei eine Wertminderung der Grundstücke verbunden. Auch der Einsatz mit landwirtschaftlichen Maschinen werde erschwert. „Wir wollen von einem zusammenhängenden Acker eine hohe und gleichbleibende Qualität von der ersten bis zur letzten Knolle liefern. Das wird unmöglich, wenn ein Acker durch die Südlinktrasse durchschnitten wird“, sagt Seeßelberg-Buresch.

Als stellvertretender Vorsitzender des Landvolkes Region Hannover stellt der Everloher Landwirt zugleich die grundsätzliche Frage, ob die gesamte Südlink-Planung wegen ihrer Kosten und Effizienz nicht komplett hinterfragt werden müsse. Eine Erdverkabelung ist immerhin acht bis zehn Mal teurer als eine Überlandleitung mit Masten, rechnet Seeßelberg-Buresch vor.

Von Georg Weber

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