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Hemmingen

Abgeordnete informieren sich über Römerlager

Mit anschaulichen Bildern informiert Bezirksarchäologe Friedrich Wilhelm Wulf über die Funde und ihre Bedeutung.

Mit anschaulichen Bildern informiert Bezirksarchäologe Friedrich Wilhelm Wulf über die Funde und ihre Bedeutung.

Wilkenburg.Es wird eine in gleich mehrfacher Hinsicht historische Stunde sein, wenn sich der Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtages voraussichtlich Anfang Juni mit dem Wilkenburger Römerlager beschäftigt. Zum einen ist die vom Hildesheimer Ehepaar Werner Dicke und Kristina Osmers initiierte Petition der Bürgerinitiative "Kultur bergen statt Kies schürfen" die erste, die seit Einführung der Online-Petition die notwendige Unterstützerzahl von 5000 Stimmen erreicht hat. Zum anderen sind es 2000 Jahre römische Geschichte in Norddeutschland, denn es ist das erste dort entdeckte römische Marschlager, mutmaßlich aus dem Jahr 9 nach Christus.

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Kerstin Liebelt lädt Abgeordnete nach Wilkenburg ein

Etwa eine Stunde lang werden jene, die für den Erhalt des Geländes zur archäologischen Auswertung sind, im Landtag die Gelegenheit haben, den Politikern die historische Einzigartigkeit des einstigen römischen Marschlagers zu verdeutlichen. Zu diesem Zweck hatte die Hemminger SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Liebelt zur Unterstützung zwei weitere Mitglieder aus der SPD-Landtagsfraktion nach Wilkenburg eingeladen: den Oldenburg-Land vertretenden Petitionsausschuss-Vorsitzenden Axel Brammer sowie das Alfelder Petitionsausschuss-Mitglied Volker Senftleben. Gemeinsam mit mehr als 60 interessierten Bürgern ließen sie sich am Dienstagnachmittag auf dem früheren Lagergelände an der Straße Dicken Riede von Karola Hartmann, Sprecherin der Römer AG Leine und Historikerin, sowie von Friedrich Wilhelm Wulf, Bezirksarchäologe des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, etwa eine Stunde lang informieren.

Alle drei Politiker zeigten sich beeindruckt, dass auf dem rund 40 Hektar großen Areal früher bis zu drei Legionen und 20.000 Mann gelagert haben. Das Lager wurde 2015 entdeckt. Nach den bisherigen Ausgrabungen sind rund 3500 Buntmetallfunde aus allen Epochen registriert worden, darunter viele römische Uniformteile, Kleidungszubehör wie Spangen und etwa 90 Münzen.

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Lob für Bürgerinitiative

Volker Senftleben lobte die Initiative: „Mit der Online-Petition haben Sie die politische Öffentlichkeit zurecht aufmerksam gemacht auf diese kulturelle Thematik.“ Es sei zu überprüfen, ob wirtschaftliche Rohstoffinteressen durch Auskiesung höher zu bewerten seien als eine nachhaltige - auch touristische - Attraktion für Hemmingen, Hannover und darüber hinaus. Axel Brammer lud die Anwesenden abschließend zu weiteren Gesprächsterminen ein.

Von Torsten Lippelt

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