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Hemmingen

Bäder: Im schlimmsten Fall droht die Schließung

Das Strandbad in Hemmingen-Westerfeld.

Das Strandbad in Hemmingen-Westerfeld.

Hemmingen.Wie geht es weiter mit dem Strandbad in Hemmingen-Westerfeld und dem Freibad in Arnum? Nach dem Gerichtsurteil über den Tod einer Zweijährigen im Arnumer Bad ist eine neue Situation eingetreten.

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Der verurteilte Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hemminger Bäder GmbH hat der Stadt mitgeteilt, er beabsichtige die Betriebsführung beider Bäder wieder zurück an die Stadt zu geben. Bürgermeister Claus Schacht erläuterte, er habe den nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am Donnerstagabend darüber informiert. Der genaue Zeitpunkt der Rückgabe stehe noch nicht fest, voraussichtlich zum Ende der laufenden Saison. Schacht sagte, der Vertrag habe zwar eine längere Laufzeit, doch die Stadt werde die besonderen Umstände berücksichtigen. Abzuwarten sei, bis das Urteil rechtskräftig wird, oder ob Revision eingelegt werde.

Die Stadtverwaltung prüfe unabhängig davon, welche Optionen bestehen. Schacht sagte, die Stadt könnte die beiden Bäder wie einen Eigenbetrieb führen. Sie könnte sie aber auch in privater Hand lassen und wieder einer gemeinnützigen GmbH übertragen. Im schlimmsten Fall drohe die Schließung. Schacht machte als seine persönliche Meinung deutlich, beide Bäder zu erhalten.

SPD und CDU haben am Freitag gefordert beide Bäder auch weiterhin zu öffnen. Für Besucher solle sich nichts ändern, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann. Der Betrieb müsse zu den bisherigen Saisonzeiten „ununterbrochen“ gewährleistet sein. „In welcher Rechtsform ist noch unklar.“ Gegebenenfalls müsse die Stadt eine Gesellschaft gründen. Fraktionschef Ulff Konze forderte: „Die Badesaison 2019 muss ohne Einschränkungen laufen. Die CDU würde eine Vergabe begrüßen. Wenn das nicht gelingt, muss der Badbetrieb 2019 trotzdem laufen.“ Es sei auch möglich aus dem kommunalen Betrieb heraus nach einem Interessenten zu suchen.

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Der Betreiber des Freibades ist am Donnerstag zu sechs Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Geschäftsführer nicht die nötige Sorgfaltspflicht walten ließ und dies letztlich dazu führte, dass eine Zweijährige im Sommer 2016 in einen offenen Schacht fiel und dort ertrank. Konze sprach von einer „tragischen Situation für alle Beteiligten“.

Der Stadt gehören beide Bäder, sie hatte den Betrieb aber im Jahr 2005 abgegeben und sich dadurch – trotz Zuschüssen - Einsparungen erhofft. Schacht sagte: „Das ist auch eingetreten.“ Personal aus dem Büntebad könne die Stadt nicht stellen. Personalausfälle durch Krankheit hatten erst im Mai dazu geführt, dass das Hallenbad in Hemmingen-Westerfeld an zwei Tagen jeweils fünf Stunden früher als gewöhnlich den Betrieb einstellen musste.

Saisonstart in der Shinebar: Das Seecafé Shinebar, das auch die Gäste des Strandbades versorgt, gehört nicht zur Gemeinnützigen Bäder GmbH, sondern arbeitet eigenständig. Wegen eines Wasserschadens musste das Seecafé seinen für den 1. Mai geplanten Saisonstart auf den 1. Juni verschieben. Am Freitag kam wieder Wasser, aber diesmal von oben: Es regnete. Zum Auftakt ist für Sonntag, 3. Juni, 15 Uhr, Livemusik mit der Sambaqui Gruppe geplant. Sie besteht aus Gitarrenlehrern aus Joinville in Brasilien, die den Choro spielen, einen Musikstil, der auch als New Orleans Jazz von Brasilien beschrieben wird.

Von Andreas Zimmer

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