Hemmingen-Westerfeld

Bar-Atmosphäre bei Maurischat im bauhof

Den grippalen Infekt gerade überstanden und schon wieder auf der Bühne: Vanessa Maurischat im bauhof.

Den grippalen Infekt gerade überstanden und schon wieder auf der Bühne: Vanessa Maurischat im bauhof.

Hemmingen-Westerfeld. Die Erkältungszeit hat auch vor dem Kulturzentrum bauhof in Hemmingen-Westerfeld nicht Halt gemacht. Seit langem wurden bei einer Veranstaltung nicht die meisten Eintrittskarten schon im Vorverkauf abgesetzt. „Aber eine etwas intime Bar-Atmosphäre hat ja auch was“, sagte bauhof-Vorsitzender Klaus Gruppe am Wochenende bei seiner Begrüßung. Zu Gast war Vanessa Maurischat mit ihrem Soloprogramm „Amor & Psycho“.

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Es handelte vom wahnsinnigen Alltag und alltäglichen Wahnsinn und dürfte vielen Besuchern, die von der Sängerin und Entertainerin ins Geschehen mit einbezogen wurden, aus der Seele gesprochen haben. Die fast familiäre Umgebung im bauhof kam der Künstlerin, die in Braunschweig geboren wurde, in Hildesheim studierte und nun in Berlin lebt, entgegen. Die erste Station ihrer künstlerischen Laufbahn war Bar-Pianistin in verschiedenen Berliner Nobelhotels. „Dort habe ich absichtlich ab und zu ein paar falsche Töne gespielt, damit das Publikum ­– zumeist gestresste Herren aus dem Management – , nicht glaubt, die Musik käme vom Band.“

Schon mit „Nacktbaden“ und „Sekt in the City“ war Vanessa Maurischat im bauhof aufgetreten, allerdings in Begleitung. Mit ihrem Soloprogramm bewies sie nun, dass sie durchaus in der Lage ist, ein anspruchsvolles Programm auch alleine zu meistern. Vieles dabei drehte sich um die Liebe, „ein Wort mit drei Konsonanten und zwei meist total Verrückten“, die oft nur einen Schritt vom Wahnsinn entfernt ist. Auf jeden Fall würde Streicheln am Morgen, das sei wissenschaftlich belegt, das Leben verlängern. Sie meinte damit nicht Hund oder Katze, sondern einen Partner, bei dessen Anblick man nach einigen Jahren manchmal auch denkt: „Musste das mit dem denn damals nun wirklich unbedingt sein?“

Die Kabarettistin mit der unüberhörbaren Berliner Schnauze verdeutlichte das gesamte Ausmaß einer Liebesbeziehung mit einigen Musikhits der vergangenen Jahrzehnte. Das Spektrum reichte von „Verdammt, ich lieb Dich“ (Matthias Reim) über „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ (Andrea Berg) bis „Alles aus Liebe “ (Die Toten Hosen). Dabei begleitet sie sich selbst am Flügel, und ein gerade überstandener grippaler Infekt verlieh ihrer Stimme ein besonderes, leicht anrüchig wirkendes Timbre. Singen sei für sie die beste Medizin und das Klavier der Herzschrittmacher fürs Gemüt, sagte die Künstlerin.

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Von Achim von Lüderitz

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