Wilkenburg

Erhalt des Römerlagers weiter unklar

„Zur Bewahrung Wilkenburgs": Robert Lehmann und Karola Hagemann beim römischen Opferritual.

„Zur Bewahrung Wilkenburgs": Robert Lehmann und Karola Hagemann beim römischen Opferritual.

Wilkenburg. „Pro deos omnes pro conservationem Wilkenburgis“: Grob übersetzt bedeutet das „An alle Götter zur Bewahrung Wilkenburgs“. Dieser lateinische Schriftzug zierte den kleinen Altar, den Karola Hagemann und ihre Mitstreiter von der Römer AG Leine im Informationszentrum des Wilkenburger Römerlagers aufgestellt haben. Nicht ohne Grund: Denn neben der Informationsveranstaltung zum Thema „Priester und Götter der Römer“ ging es am Wochenende auch um die anhaltende Gefährdung der archäologischen Fundstätte durch den geplanten Kiesabbau.

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„Die Götter haben entschieden: Wilkenburg bleibt erhalten“, verkündete Robert Lehmann zum Ende der Veranstaltung. Wie die Zukunft des Römerlagers tatsächlich aussieht, bleibt jedoch weiter unklar. „Das entsprechende Planfeststellungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen“, teilte Regionssprecher Klaus Abelmann auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Region Hannover warte derzeit auf eine Initiative des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalschutz, das knapp 40 Hektar umfassende Areal unter besonderen Schutz zu stellen. „Grundsätzlich ist die Fläche für den Kiesabbau ausgeschrieben“, sagte Abelmann.

Historikerin Hagemann und die Römer AG wollen sich damit nicht abfinden. „Wir hoffen, dass die Politik einlenkt“, erklärte sie und versicherte gleichzeitig die „mehrheitliche Unterstützung“ der Bevölkerung vor Ort. „Das Römerlager hat noch sehr viel mehr archäologisches und touristisches Potenzial. Wir wollen den Standort nach und nach ausbauen.“ Durch regelmäßige Veranstaltungen auf dem Gelände des 2015 entdeckten und auf zirka 5 nach Christus datierten Marschlagers versucht die Römer AG, Öffentlichkeit und damit Unterstützung für ihr Anliegen herzustellen.

Am vergangenen Wochenende begrüßte Hagemann gemeinsam mit Chemiker Robert Lehmann rund 40 Besucher. Lehmann erläuterte dem Publikum ein typisch römisches Opferritual: Wechselweise als Priester und Augur (Vogelflugdeuter) gekleidet und unter Assistenz Hagemanns nahm er zum Beispiel symbolisch einem in Kuchenform dargebrachten Opferlamm die „Innereien“ heraus und führte diese dem Feuer zu. Die beiden präsentierten auch archäologische Fundstücke, darunter einen Lituus, also Auguren-Krummstab.

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Von Marius Klingemann

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