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Hemmingen

Konzept soll Raummangel in Schulen beseitigen

Die KGS mit der Mensa in Hemmingen-Westerfeld. Die Schule soll nun überlegen, welche Räume sie anders nutzen könnte und welche neu dazugekommen sollen.

Die KGS mit der Mensa in Hemmingen-Westerfeld. Die Schule soll nun überlegen, welche Räume sie anders nutzen könnte und welche neu dazugekommen sollen.

Hemmingen. Mit einem Raumkonzept soll der Mangel an Räumen in den drei Grundschulen und in der KGS im Hemminger Stadtgebiet beseitigt werden. Nächste Woche geht die Diskussion über den Schulentwicklungsplan weiter. Diese Zeitung fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema zusammen.

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Warum ist der Schulentwicklungsplan, der in seinen Prognosen bis 2028 reicht, wieder auf der Tagesordnung?

Im Fachausschuss im Juni wurde der Plan nur vorgestellt. Die ausführliche Diskussion, vor allem über die Raumanalyse, steht noch aus. Der Ausschuss für Bildung, Familie, Jugend, Senioren und Integration tagt am Mittwoch, 22. August, ab 19 Uhr öffentlich im Rathaus.

Was ist die Kernaussage des Plans?

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In den drei Grundschulen und in der KGS fehlen Räume. In den Grundschulen, weil die Schülerzahl steigt und weil vergangene Woche die offene Ganztagsgrundschule eingeführt worden ist. Für die KGS nennen die Planer den zusätzlichen Jahrgang 2020 wegen der Rückkehr zu 13 Jahren bis zum Abitur als Gründe sowie die Inklusion. Auch fehlen Räume für den allgemeinen Unterricht und vor allem für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Im Sek-I-Gebäude gibt es in beiden Obergeschossen große Flurflächen, die nicht genutzt werden. „Hier bietet es sich an ein Konzept mit Lerninseln zu erarbeiten.“ Dabei seien aber Belange des Brandschutzes zu berücksichtigen. Dringend sei ein Raumprogramm auch „mit Blick auf die Verwaltungsfunktionen und die Nutzung der Büros und Lehrerzimmer“. Vielfach sei die Schule schon durch funktionale Möbel flexibler.

Wieso steigt die Schülerzahl?

Der Hauptgrund sind kinderreiche Familien, die schon seit mehreren Jahren nach Hemmingen ziehen, wobei es sich nicht nur um Flüchtlinge handelt. Die steigenden Zahlen führen dazu, dass die Grundschulen Arnum und Hemmingen-Westerfeld mindestens vierzügig sind, gegebenenfalls auch mal fünfzügig. Die Grundschule Hiddestorf ist mindestens einzügig.

Das bedeutet, dass sich die Stadt bei ihrer Planung nicht allein auf die Geburtenzahl verlassen kann?

So ist es. Laut Geburten wären 2017 insgesamt 139 Kinder eingeschult worden. Tatsächlich waren es aber 178. Die Geburtenzahl ist in den vergangenen Jahren mit leichten Schwankungen gestiegen auf 164 im Jahr 2017. Die meisten Geburten in den vergangenen Jahren gab es 2015 mit 174. Die Berater gehen für ihre Prognosen von etwa 150 Geburten pro Jahr aus.

Was kann den Plan noch beeinflussen?

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Die Eltern der Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September geboren wurden, können eine Rückstellung beantragen. Die Eltern der Kinder, die am 1. Oktober das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können von der sogenannten Kann-Kind-Regelung Gebrauch machen.

Warum steigt die Schülerzahl in der KGS ab 2024 so stark an?

Dann verlassen die Jahrgänge mit vielen Geburten die Grundschule.

Wie viel Quadratmeter fehlen eigentlich und wofür?

In der KGS fehlen 755 Quadratmeter für Klassenräume. In der Grundschule Hemmingen-Westerfeld sind es 381 Quadratmeter, vor allem für eine Mensa. In Hiddestorf fehlen 324 Quadratmeter, dort fehlt ein Besprechungszimmer und das Lehrerzimmer ist zu klein. Die Mensa wird in den nächsten zwei Jahren gebaut. In Arnum sind es 60 Quadratmeter. Auch dort fehlt eine Mensa für mindestens 100 bis 120 Kinder für Mittagessen in zwei Schichten und ein kleiner Besprechungsraum.

Wie beurteilen die Berater die Situation in den Grundschulen?

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Nach ihren Angaben bieten fast alle den Schülern und Lehrern „ein angenehmes Arbeitsumfeld und sie sind augenscheinlich in einem guten baulichen Zustand“. Aber: „Die Ausstattung ist nicht immer optimal, vor allem mit Blick auf die multifunktionale Nutzung von Flächen im Ganztag.“ Die Grundschulen sind zudem nicht vollständig barrierefrei. „Es gibt aber in jeder Grundschule ausreichend Räume im Erdgeschoss, die für geheingeschränkte Menschen zu erreichen sind.“

Wer hat den Plan im Auftrag der Stadt erstellt?

Es ist die Beratungsgesellschaft Dr. Garbe & Lexis aus Leverkusen (Nordrhein-Westfalen). Die Daten und Berechnungen fußen auf dem Schuljahr 2017/18. Die Berater empfahlen den Fokus zunächst auf die Zeit bis 2023 zu legen. Sie raten auch dazu die Grundschulen mit WLAN, also drahtlosem Internet, auszustatten. Wenn WLAN verfügbar ist, könnten Computerräume dort, wo gleichzeitig Gruppenräume benötigt werden, durch Laptopwagen und Tablets ersetzt werden. „In einigen Bereichen lässt sich die Raumqualität und -funktion durch eine geeignete Möbilierung verbessern“, empfehlen die Planer für die Grundschulen und für die KGS.

Was schlägt die Stadtverwaltung jetzt vor?

Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing erläutert, hätte die SPD/CDU das Erstellen eines Raumkonzeptes nicht beantragt, wäre das auch der Vorschlag der Verwaltung gewesen.

Was ist das für ein Antrag?

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Die beiden Fraktionen haben ihn in diesem Monat gestellt. Die Verwaltung soll von einem Büro ein Raumkonzept erarbeiten lassen. Als Grundlage dient der Schulentwicklungsplan. Dabei sollen Schulleitungen, Stadtschulelternrat sowie die Eltern- und Schülervertretungen beteiligt werden. Es soll unter anderem auch Hinweise geben, wie viel Personal benötigt wird. Aus den jeweiligen Vorhaben soll hervorgehen, ob sie zwingend notwendig oder nur wünschenswert sind, und wann sie verwirklicht werden sollten. Ist das Konzept fertig, soll es im Fachausschuss vorgestellt werden. „Die Anforderungen an die Infrastruktur der Schulen entwickeln sich sehr dynamisch weiter“, schreiben die Fraktionen in ihrem Antrag. „Nun muss ein durch externen Sachverstand entwickeltes Raumkonzept folgen.“

Was wurde in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses im Juni zum Raumkonzept gesagt?

Schon damals deutete sich an, dass ein Raumprogramm notwendig wird. Weil die Stadtverwaltung dies aus Personalgründen nicht erarbeiten kann, soll der Auftrag vergeben werden. Raumkonzept bedeutet nicht nur Anbauten. Es soll auch zusammen mit den Schulen überlegt werden, wie Räume anders genutzt werden können.

Wann soll endgültig über den Antrag von SPD/CDU beschlossen werden?

Dies ist für die Ratssitzung am 13. September vorgesehen. Laut Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing ist bereits Geld für das Konzept im Haushalt vorhanden. Zu den Etatberatungen 2019 sollen konkrete Ergebnisse vorliegen.

Von Andreas Zimmer

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