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Hemmingen/Pattensen

Nabu bitte um Hilfe für Amphibienschutz

Eine Kröte wird durch den Schutzzaun an der Straße zwischen Devese und Ohlendorf gestoppt. Sie wäre sonst von Autoreifen erfasst worden.

Eine Kröte wird durch den Schutzzaun an der Straße zwischen Devese und Ohlendorf gestoppt. Sie wäre sonst von Autoreifen erfasst worden.

Hemmingen/Pattensen. Der Ortsverband Hannover-Hemmingen des Naturschutzbundes (Nabu) bittet die Stadt Hemmingen um Hilfe. Es geht um den Schutz der Amphibien, die jährlich zum Laichen die Kreisstraße 225 zwischen Devese und Ohlendorf in Höhe des Bürgerholzes überqueren. Fast 5000 Amphibien haben die Nabu-Mitglieder unter der Leitung von Inge Scherber im vergangenen Jahr dort gezählt. Noch im Jahr 2004 waren es lediglich 600 Amphibien wie Erdkröten, Grasfrösche oder Molche. Jährlich haben die Nabu-Mitglieder seitdem einen rund 1000 Meter langen Schutzzaun an der Straße aufgestellt, damit die Amphibien nicht überfahren werden. Seit 2012 stellen Mitarbeiter der Firma Envipro aus Pattensen den Zaun unentgeltlich auf.

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Jetzt teilt Scherber mit, dass sie altersbedingt die Koordination dieser Aktion nicht mehr lange leisten kann. Pro Jahr haben die Nabu-Mitglieder bis zu 120 Stunden in das Projekt investiert. Der Schutzzaun muss zweimal täglich kontrolliert werden, zu den Hauptwanderzeiten auch nachts. Die Lebensräume der Amphibien sind im Bürgerholz sowie im Deveser Holz westlich der K225. Die Laichgewässer liegen östlich, so dass die Tiere die Straße überqueren müssen. An dem Zaun wurden Eimer aufgestellt, in dem die Amphibien gesammelt und dann auf die andere Straßenseite transportiert werden konnten. Auch das Pattenser Unternehmen teilt mit, dass das Aufstellen des Zauns ab 2019 personell nicht mehr geleistet werden kann.

Parallel zur K225 wird zurzeit die B3-Ortsumgehung gebaut. Diese soll entsprechend mit Durchlässen für Amphibien ausgestattet werden. Sobald die Umgehungsstraße für den Verkehr geöffnet wird, geplant ist zurzeit Ende September 2019, soll die K225 zu einem drei Meter breiten Wirtschaftsweg zurückgebaut werden, der für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Der Nabu-Ortsverband weist darauf hin, dass die Straße spätestens ab Januar 2020 für den Verkehr gesperrt sein muss, um die Amphibien dort zu retten. Alternativ könne der Zaun dort wieder aufgestellt werden. Dieser steht nach wie vor zur Verfügung und muss nicht neu gekauft werden. Jedoch müsse geklärt sein, wer sich um die tägliche Kontrolle kümmert.

Die Stadtverwaltung weist in einer Vorlage darauf hin, dass die Region Hannover für die K225 zuständig ist. Es sei nicht sicher, ob die Straße bis 2020 zurückgebaut sein wird. Möglicherweise könne der Städtische Betriebshof den Nabu personell ab 2020 unterstützen. Dies sei zurzeit aber noch nicht absehbar.

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Der Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Verkehr diskutiert am Mittwoch, 30. Januar, über den Nabu-Antrag. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld.

Von Tobias Lehmann

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