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Isernhagen

CDU: Neubauten sollen ins Dorf passen

Der Isernhagenhof als Positivbeispiel: Rote Klinker, gern auch Fachwerk – solche Bausubstanz passt nach Meinung vieler Bürger und Politiker in die Altdörfer.

Der Isernhagenhof als Positivbeispiel: Rote Klinker, gern auch Fachwerk – solche Bausubstanz passt nach Meinung vieler Bürger und Politiker in die Altdörfer.

Isernhagen.Die CDU-Ratsfraktion fordert ein neues ordnungspolitisches Instrument gegen Gestaltungssünden bei Neubauten und eine zu starke Nachverdichtung in den Altdörfern. Die Gemeindeverwaltung soll herausfinden, was rechtlich möglich ist.

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Kaum eine Ortsratssitzung in den Altdörfern, kaum eine Bauausschusssitzung im Rathaus vergeht, ohne dass Politiker und Zuhörer über die Gestaltung von Neubauten in den Bauerschaften diskutieren. Bauland in Isernhagen ist begehrt, aber wegen der Einflugschneisen des Flughafens sind Neubaugebiete fast überall ausgeschlossen. Deshalb fällt der Blick der Interessenten auf bestehende Wohngrundstücke – mit der Konsequenz, dass immer wieder Altgebäude wie zuletzt am Fuhrbleek in N.B. abgerissen und stattdessen Reihenhaus-Riegel oder Mehrfamilienhäuser hochgezogen werden. Dominieren Fachwerk oder rote Klinker deren Äußeres, haben viele Anwohner damit kein Problem. Doch oftmals kommen auch Flachdächer, weißer Putz oder anthrazitfarbener Klinker zum Einsatz – und das trifft meist auf wenig Gegenliebe in der Nachbarschaft.

Gestaltungssatzung ist seit 2017 in Kraft

Mit der im April 2017 in Kraft getretenen Gestaltungssatzung als örtlicher Bauvorschrift für die Altdörfer hatten Politik und Verwaltung versucht, mediterranen Villen und grellen Dachziegel einen Riegel vorzuschieben. Denn die Gebäude entlang der Ortsdurchfahrt sollten auch künftig historischen Charme versprühen, so damals die einhellige Meinung der Ratsfraktionen.

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Doch grob gesprochen gelten die Regelungen tatsächlich nur für die erste Baureihe entlang der Ortsdurchfahrten – und ausdrücklich auch nicht dort, wo teilweise bereits vor Jahrzehnten Bebauungspläne erlassen wurden. „Die alten B-Pläne geben aber nichts her für die Gestaltung“, bedauert Heinrich Bätke, baupolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

„Leider bauen manche Stadtvillen“

Insbesondere in den Altdörfern sei seit Jahren zu beobachten, dass viele Bauvorhaben dem politisch propagierten Ziel „Erhalt des dörflichen Charakters“ nicht gerecht würden – sowohl, was die gestalterische Umsetzung als auch was die Flächeninanspruchnahme angehe. „Die Frage lautet, wie viel Nachverdichtung ein Ort wie Isernhagen verträgt“, so Bätke. Doch der CDU geht es nicht nur um das „Wie viel“, sondern auch um das „Wie“: „Leider bauen manche in Isernhagen Stadtvillen, die zwar gut in eine Stadt passen, aber nicht ins Dorf. Und die weißen Kästen sorgen dann für Unmut bei den Nachbarn.“

Doch trotz aller Bedenken seien Vorhaben häufig genehmigt worden, „weil die Handhabe zur Versagung fehlt“, so der baupolitische Sprecher. Wo keine Bebauungspläne gelten, müssen sich Neubauten lediglich in die Umgebung einfügen – was sich überwiegend auf die Größe und Höhe des neuen Baukörpers beziehe. Konkret soll die Verwaltung deshalb Vorschläge machen, wie die Regelungen der Gestaltungssatzung auch für die Bebauungspläne in den Bauerschaften Gültigkeit erhalten können – und außerdem, wie dort eine zu starke Nachverdichtung vermieden werden kann. Dabei wolle man keinesfalls alles von vornherein verhindern, aber doch mehr Einfluss auf die Umsetzung bekommen: „Wenn Neues geschaffen wird, soll es auch ins Dorf passen“, so Bätke.

Von Frank Walter

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