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Isernhagen

Fluglärm: Resolution fordert Ruhepausen

Das Thema Fluglärm bewegt viele Menschen in Isernhagen. Der Rat der Gemeinde will per Resolution Erleichterungen in der Nacht fordern.

Das Thema Fluglärm bewegt viele Menschen in Isernhagen. Der Rat der Gemeinde will per Resolution Erleichterungen in der Nacht fordern.

Isernhagen. Der Rat der Gemeinde Isernhagen will per Resolution Ruhepausen für den stetig wachsenden nächtlichen Flugverkehr am Flughafen Langenhagen fordern. Richten soll sich die Aufforderung an die niedersächsische Landesregierung, die über die Verlängerung der Ende 2019 auslaufenden Betriebsgenehmigung zu entscheiden hat. Hintergrund sind die zunehmenden Beschwerden Isernhagener Bürger. Ob sich die Landesregierung von einer solchen Resolution beeindrucken lassen wird, ist allerdings ungewiss.

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„Keine Verlängerung ohne Ruhepausen“

„Die niedersächsische Landesregierung wird aufgefordert, keine Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Hannover-Langenhagen ohne Berücksichtigung von Ruhepausen im Nachtflugverkehr vorzunehmen. Hierbei sind nicht allein wirtschaftliche Interessen, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen, die rund um den Flughafen von Fluglärm betroffen sind, in die Abwägung einzubeziehen.“ So beginnt der aus Grünen-Hand stammende Entwurf der Resolution, den CDU, SPD, Grüne und Bürgerstimme Isernhagen gemeinsam im Rat einbringen wollen. Vermutlich wird der Text in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am Montag, 25. Juni, ab 18.30 Uhr im Rathaus Thema sein.

Langenhagen ist der einzige Flughafen in Norddeutschland ohne Flugpause in den Nachtstunden, und er boomt: Mit deutlich mehr als sechs Millionen Passagieren erwartet der Flughafen für dieses Jahr ein Allzeithoch, die Abfertigungskapazitäten reichen theoretisch sogar für zehn Millionen Fluggäste. Dabei steigt der Anteil der Nachtflüge seit Jahren, im Jahr 2015 soll er laut des Isernhagener Fluglärmbeauftragten beispielsweise bei 19 Prozent gelegen haben.

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Ruhe am Himmel von 23 bis 5 Uhr?

„Wir müssen jetzt auf Zack sein, um unsere Einwände rechtzeitig geltend zu machen“, sagt Fabian Peters (Grüne), der den Resolutionstext entworfen hat. Die Landesregierung müsse beim Flughafen nächtliche Ruhepausen einfordern – auch, um eine mögliche Ausweitung der Siedlungsbeschränkungszone zu verhindern, die jetzt schon für weite Teile von Isernhagen H.B., K.B. und N.B. gilt. Bei den Ruhepausen denkt Peters an die Zeit beispielsweise von 23 oder 24 Uhr bis 5 Uhr in der Früh – schließlich belegten Studien, dass nächtlicher Lärm die Gesundheit beeinträchtige.

Die auslaufende Betriebsgenehmigung des Flughafens weckt nicht nur in Isernhagen Begehrlichkeiten an die künftige Regelung. Der Rat der Stadt Langenhagen hatte kürzlich ebenfalls per Resolution nächtliche Ruhepausen im Flugverkehr gefordert. Ähnliche Bestrebungen gibt es nach Peters Informationen außer im Garbsener Rat auch in der Regionsversammlung. Der Resolutionsentwurf dort soll noch um einiges schärfer ausfallen –Peters ist selbst Regionsabgeordneter.

FDP: Besser die Einflugschneisen ansehen

Nicht überall sind sich die Politiker dabei allerdings einig, auch nicht in Isernhagen. Während die AfD-Fraktion nicht gefragt wurde, ob sie sich der Resolution anschließen möchte, hat die FDP Vorbehalte. Einerseits hätten die Grünen als Teil der Landesregierung selbst genug Zeit gehabt, auf Änderungen zu drängen, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Matthias Kenzler. Zudem kenne man noch nicht die wirtschaftlichen Nachteile, die sich durch Änderungen beim Flughafen für die Region ergeben würden. „Und wir haben es noch nicht aus der Bevölkerung herausgehört, dass das Problem so drängend ist.“ Zumindest aus K.B. – dort ist Kenzler Ortsbürgermeister – sei das so nicht zu hören gewesen. Er empfiehlt, sich, statt ein Nachtflugverbot zu fordern, besser die Einflugschneisen anzusehen. Diese seien „zu Lasten Isernhagens“ verändert worden.

Belastet Burgdorf-Hilfe Isernhagen stärker?

Nicht nur auf der politischen Ebene versucht Isernhagen, Verbesserungen in Sachen Fluglärm zu erzielen. Bürgermeister Arpad Bogya hatte sich schon im April mit deutlichen Worten direkt an Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann gewandt. Hauptthema des Schreibens ist das testweise eingeführte Anflugverfahren, mit dem seit dem Frühjahr 2017 die Bewohner der Stadt Burgdorf entlastet werden sollen.

Obwohl das Wirtschafts- und das Umweltministerium seit 2013 mehrfach zugesichert hätten, dass das Verfahren zu keiner Mehrbelastung der Isernhagener Bevölkerung führen dürfe, mehrten sich nun die Beschwerden über „sehr viel mehr und auch deutlich niedrigere Überflüge über Isernhagener Wohngebieten“. Die Schwerpunkte lägen dabei über den Ortsteilen Altwarmbüchen und Kirchhorst, so Bogya. Verbunden mit dem Brief ist ein Fragenkatalog der Gemeinde Isernhagen. Darin fordert der Bürgermeister unter anderem Auskunft, wie Mehrbelastungen der Isernhagener Wohngebiete ausgeschlossen werden sollen. Als Antwort des Ministeriums kam ein Gesprächsangebot: Wie zu erfahren war, ist das Gespräch mittlerweile für den 27. Juni terminiert.

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Von Frank Walter

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