Blau-gelbes Wohnzimmer

Ukrainerinnen bieten auf dem Weihnachtsmarkt an St. Marien Wareniki an

Kräftig kneten: Tatiana Merkulova (links) und Tamara Usatenko stellen den Teig für die Wareniki her.

Kräftig kneten: Tatiana Merkulova (links) und Tamara Usatenko stellen den Teig für die Wareniki her.

Isernhagen K.B. Neben typischen Köstlichkeiten wie Punsch und Co. gibt es auf dem Weihnachtsmarkt an St. Marien in Isernhagen K.B. am nächsten Wochenende auch eine ganz besondere Spezialität zu kosten: Wareniki. Hergestellt und angeboten werden sie von ukrainischen Frauen aus dem blau-gelben Wohnzimmer, einem offenen Treff für Geflüchtete.

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Der leckere Duft nach gebratenen Zwiebeln durchzieht an diesem Nachmittag die ganze Küche des Gemeindehauses am Martin-Luther-Weg in K.B. Gemeinsam mit Speckwürfeln sieden sie im heißen Öl und sorgen dabei direkt dafür, dass der Magen knurrt und das Wasser im Munde zusammenläuft. Fleißig rühren ist angesagt. Sollen doch Speck und Zwiebeln zusammen mit gekochten Kartoffeln die Füllung der Wareniki bilden.

Gefüllte Teigtaschen entstehen im Gemeindehaus

„Wareniki“, erklärt Wiktoria Schepanska, „sind halbmondförmige Teigtaschen, ähnlich wie Ravioli, die ganz verschieden gefüllt werden können.“ Süß mit Kirschen oder Erdbeeren, aber auch herzhaft wie die, die jetzt für den Weihnachtsmarkt entstehen. Ein wenig eng ist es schon, schließlich wirbeln ein Dutzend Frauen verschiedenen Alters in der Küche herum. Doch die Stimmung ist gut. Es wird geklönt, gelacht und gescherzt.

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Mehl, Eier, Salz, dazu ein wenig Flüssigkeit wie Wasser oder Milch: Mehr kommt nicht in den Teig. Jetzt heißt es kräftig kneten. Tatiana Merkulova und Tamara Usatenko haben Erfahrung, das ist nicht zu übersehen. Kräftig kneten die beiden Frauen das Gemisch, damit es zu den Teigtaschen weiterverarbeitet werden kann. Die werden anschließend eingefroren – um dann am Sonnabend am Stand der Kirchengemeinde in kochendem Wasser zu garen und ihren Weg in die Mägen der Besucherinnen und Besucher zu finden.

Es wird deftig: Ilona Vaziti brät die Zwiebeln für die Füllung der Teigtaschen an.

Es wird deftig: Ilona Vaziti brät die Zwiebeln für die Füllung der Teigtaschen an.

Typisches und traditionelles ukrainisches Gericht

Aber warum genau jetzt Wareniki? „Das ist ein typisch ukrainisches Gericht“, sagt Schepanska. „Das hat schon meine Oma gemacht und auch deren Mutter.“ Sie selbst ist mit ihrem Sohn bereits im März nach Isernhagen gekommen; andere erst vor wenigen Tagen oder Wochen. Gemein ist ihnen aber eines: Sie sind nach Beginn des Krieges in der Ukraine als Geflüchtete in Isernhagen aufgenommen worden. Im Gegenzug wollten sie nun mit den Spezialitäten aus ihrer Heimat Dankeschön sagen und den Isernhagenern etwas zurückgeben, erklärt Schepanska.

Das ist das Programm für den Weihnachtsmarkt an St. Marien

Rund 40 Aussteller, ein nostalgisches Kinderkarussell und der Weihnachtsmann erwarten von Freitag, 9. Dezember, bis Sonntag, 11. Dezember, jeweils bis 20 Uhr zahlreiche Besucher.

Los geht es am Freitag um 16 Uhr – Sonnabend und Sonntag ist ab 14 Uhr geöffnet – mit Musik. Und die zieht sich auch durch das Wochenende: Am Sonnabend und Sonntag jeweils ab 15.30 Uhr spielt das Hornbläserensemble der Musikschule Isernhagen & Burgwedel. In der Kirche beginnt am Freitag um 18 Uhr ein Adventskonzert unter dem Motto „Romantische Weihnacht“ mit Sopranistin Martina Petersen und Organist Hans-Jürgen Ulrich. Um 20 Uhr schließt sich ein ökumenischer Gottesdienst mit musikalisch-literarischem Soloprogramm von Stefanie Golisch zu Dietrich Bonhoeffer an. Am Sonnabend um 17 Uhr ist ein Gottesdienst mit dem Shantychor Isernhagen mit Shantys und klassischen Weihnachtsliedern.

In der Kita gibt es Kunst und Kunsthandwerk samt Vorführungen von Holzbearbeitung und Glasperlendrehen. Gespendeter Schmuck und Bastelarbeiten der Werkstatt St. Marien werden dort zugunsten der Kinder- und Jugendarbeit verkauft. In der Kirche steht ein Erzählzelt. Neu dabei als Aussteller ist die DLRG.

Parkplätze gibt es am Schützenplatz an der Hagenstraße und am Friedhof am Kircher Vorfeld. Für diejenigen, die den Bus bevorzugen: Die Haltestelle Marienkirche der Linien 620 und 635 ist nur wenige Meter von den ersten Buden entfernt.

Entstanden ist die Idee während eines der Treffen des blau-gelben Wohnzimmers, ergänzt Pastor Karsten Henkmann. Das Angebot des Treffpunkts für Geflüchtete wurde von Anfang gut angenommen – inzwischen haben sich viele Freunde und Gleichgesinnte gefunden. Jeden Freitag von 13 bis 16 Uhr sind alle zum offenen Treffen bei Kaffee und Tee willkommen. Und beim gemeinsamen Kochen entstand auch die Idee für das Angebot auf dem Weihnachtsmarkt. Denn Kochen täten die Frauen gern und gut, sagt Henkmann. Auch ukrainischen Borschtsch hätten die Ehrenamtlichen, die den Treff betreuen, bereits kosten dürfen, sagt Susanne Lösch-Schloms aus diesem Kreis.

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Wer die Wareniki probieren will, hat die Gelegenheit ausschließlich am Sonnabend von 16 bis 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeit verkaufen die Konfirmanden Hot Dogs, Waffeln, Schmalzbrote und Kinderpunsch zugunsten von Brot für die Welt.

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