Isernhagen

Petition: Gemeinde soll Bebauungsplan für Gartenstadt Lohne ändern

Regina und ihr Sohn Karsten Wisweh hoffen, dass die Gemeinde den Bebauungsplan für die Gartenstadt Lohne in naher Zukunft ändert.

Regina und ihr Sohn Karsten Wisweh hoffen, dass die Gemeinde den Bebauungsplan für die Gartenstadt Lohne in naher Zukunft ändert.

Gartenstadt Lohne. Tatsächlich Grün. Diese Farbe trägt der „Abgelehnt“-Stempel der Bauaufsicht der Region Hannover. Und dieser findet sich gleich mehrfach auf den Unterlagen, die Familie Wisweh dort im vergangenen Jahr eingereicht hatte, um ihr Grundstück am Holunderkamp in der Gartenstadt Lohne fit für die Zukunft zu machen. Damit das anderen Bauherren nicht auch so ergeht, sammelt die Familie jetzt Unterschriften, um der Politik zu verdeutlichen, dass der Bebauungsplan geändert werden muss.

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Das geplante Haus wäre eine Lineal-Länge zu hoch

Der Plan klang zeitgemäß: ein neues Mehrgenerationenhaus. Karsten Wisweh und seine Tochter wollten im Dachgeschoss ihre Zimmer beziehen, seine Mutter Regina die dann seniorengerechte Erdgeschosswohnung. Das alte, wegen Asbests nicht mehr zu sanierende Haus hätte dafür weichen müssen. Um ausreichend Stehhöhe in den oberen Zimmern zu bekommen, hätte es eine Dachneigung von 32 Grad und eine Traufhöhe von 3,70 Meter gebraucht. Sein Architekt habe viel hin und her geplant, es gebe mehrere Entwürfe, aber das sei das Minimum, sagt Karsten Wisweh. „Das sind aber 4 Grad und 20 Zentimeter zu viel“, stellt er fest. „Nicht einmal eine Lineal-Länge“, beschreibt seine Mutter die Abweichung zum Bebauungsplan.

Region will keine Präzedenzfälle schaffen

Doch die Festsetzungen im Bebauungsplan und die örtlichen Bauvorschriften sind streng. Hatte es im Herbst noch nach einem Happy End ausgesehen, nachdem der Isernhagener Bauuausschuss bereit war, Abweichungen zu tolerieren, war das Urteil der Region in letzter Instanz eindeutig: So wird das mit der Baugenehmigung nichts. "Irgendwo kann man das verstehen", sagt Wisweh. Die Region wolle keine Präzedenzfälle schaffen.

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150 Unterschriften für Petition gesammelt

"Die einzige Chance, die wir jetzt haben, ist, dass die Gemeinde den Bebauungsplan ändert", sagt Wisweh. Um zu verdeutlichen, dass dieser Wunsch nichts Exklusives seiner Familie ist, sondern viele Lohner umtreibt, läuft aktuell eine Online-Petition. "Ich bin von Haus zu Haus gegangen und habe Unterschriften gesammelt", erzählt die 74-jährige Regina Wisweh. Mehr als 100 sind es schon auf Papier, knapp 50 im Internet. "Diese wollen wir dem Rat übergeben, um klar zu machen, dass die Lohner nicht ewig warten wollen."

Tatsächlich gibt es die Forderung nach einer Änderung schon seit 2012: Damals hatte die Gemeinde einen Bürgerworkshop in Lohne zum Thema Demografie angeboten. Die Beteiligung war groß. Gerade von Jüngeren tauchte dabei immer wieder die Forderung nach einer B-Plan-Änderung auf, damit Familien genügend Platz in der Siedlung aus den Siebzigerjahren schaffen könnten. "Der Generationswechsel ist in vollem Gange", sagt Wisweh. Er selbst ist in Lohne aufgewachsen, wohnt inzwischen in Burgdorf und würde gern zurückziehen. Viele Lohner würden gerade ihre Häuser verkaufen, oder die nächste Generation mache sich diese zurecht.

2014 hatte auch der Ortsrat Neuwarmbüchen die B-Plan-Änderung gefordert. Passiert ist bisher nichts. "Wir haben das auf der Agenda, aber ohne Terminierung", sagt Isernhagens Bauamtsleiterin Heike Uphoff. Seit 2015 habe es mehrere Bauvoranfragen für die Gartenstadt gegeben, am Ende hätten alle eine baurechtlich konforme Lösung gefunden. "Daher genießt dieser Bebauungsplan keine hohe Priorität bei uns." Sollten die Politiker ihn vorziehen wollen, bräuchte es einen Ratsbeschluss. "Aber dann müssten die Politiker mir auch sagen, welchen anderen Bebauungsplan wir dafür hinten anstellen."

Dass auch viele ihrer Nachbarn gern anders gebaut hätten oder bauen würden, das weiß Regina Wisweh nach den vielen Gesprächen. „Wir wollen auch kein Schloss bauen oder irgendwas, das hier nicht herpasst“, betont ihr Sohn. Nur ein wenig mehr Spielraum, das müsse für die Zukunft das Ziel sein, damit die Verjüngung der Gartenstadt nicht gebremst werde.

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Bis Ende Februar läuft die Online-Petition auf www.openpetition.de/petition/online/gartenstadt-lohne-fuer-generationen, dann wollen Wiswehs das Ergebnis dem Rat übergeben. „Wir hoffen, dass die Politiker die Planung wenigstens 2020 ändern“, sagt Wisweh. Auch dann würde so eine Änderung noch eineinhalb Jahre dauern. „Ich würde das gern noch erleben“, sagt seine Mutter. Mit drei Generationen unter einem Dach, die sich gegenseitig unterstützen – das solle kein Traum bleiben. Welche Farbe hat wohl der „Genehmigt“-Stempel?

Von Carina Bahl

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