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Isernhagen/Burgwedel

Prozess: Motorradfahrer versetzt Autofahrer Faustschlag

Eine handfeste Auseinandersetzung auf Isernhagens Straßen landete jetzt vor dem Amtsgericht.

Eine handfeste Auseinandersetzung auf Isernhagens Straßen landete jetzt vor dem Amtsgericht.

Isernhagen N.B. In Isernhagen N.B. ist eine Allerweltssituation im Straßenverkehr eskaliert – soweit, dass einem beteiligten Motorradfahrer letztlich offenbar die Sicherungen durchknallten und er seinem Gegenüber einen Schlag ins Gesicht versetzte. Vor dem Amtsgericht Burgwedel war es nun allerdings der Motorradfahrer, der mit einem blauen Auge davonkam.

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Konflikt begann auf der Prüßentrift

Begonnen hatte die Auseinandersetzung an jenem Abend im April 2018 auf der Prüßentrift in Isernhagen-Süd – wie genau, dazu gibt es zwei unterschiedliche Varianten. Der 45 Jahre alte Autofahrer hatte direkt im Anschluss bei der Polizei ausgesagt, dass der Motorradfahrer ihn zunächst angehupt habe, als er selbst aus Unachtsamkeit bei Grün zu spät angefahren sei. Beim nächsten Stopp habe ihn der Motorradfahrer durchs offene Fenster hindurch beleidigt, auf dem weiteren Weg sei der Mann dann dicht aufgefahren.

Der nun wegen Körperverletzung und Beleidigung angeklagte 61-jährige Zweiradfahrer hingegen stellte das Geschehen vor Gericht gänzlich anders dar. Demnach habe ihn der andere durch seine Fahrweise provoziert.

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Zeugin hatte den Faustschlag gesehen

Für die Vorgeschichte hatte die Polizei seinerzeit keine unabhängigen Zeugen gefunden. Für das eigentliche Kerngeschehen hingegen, dass sich dann an der T-Kreuzung am Ortseingang von Isernhagen N.B. abgespielt hatte, sah das anders aus: Eine Autofahrerin, die vor den beiden Beteiligten an der roten Ampel gehalten hatte, schilderte im Zeugenstand minutiös, was sie damals wahrgenommen hatte – und das wurde dem Motorradfahrer im Prozess letztlich zum Verhängnis.

Seine Darstellung, dass er den Autofahrer zwar möglicherweise aus dem Affekt beleidigt, aber keineswegs geschlagen hatte, strafte die Frau Lügen. Die Zeugin schilderte, wie hinter ihr der Auto- und daneben der Motorradfahrer gehalten hatten. Was gesprochen wurde, habe sie nicht hören können. Von der Körperhaltung her habe der Motorradfahrer aggressiv auf sie gewirkt. Und dann habe dieser plötzlich dem anderen durchs offene Seitenfenster einen Faustschlag versetzt. „Dem Autofahrer flog sogar die Brille weg“.

Sie habe diesem dann sofort durch Handzeichen signalisiert, dass sie das Geschehen beobachtet hatte, und habe wenige Meter weiter auf einem Parkplatz gehalten. Auch der Auto- und der Motorradfahrer hätten dort gestoppt. Letzterer habe gesagt, dass er mit seinem Kontrahenten „kurz mal um die Ecke“ gehen wolle. Dazu sei es aber nicht gekommen. „Das war eine sehr spannungsgeladene Situation. Ich hatte Angst so zwischen den beiden Männer“, gab die Zeugin zu Protokoll.

Motorradfahrer gibt Führerschein im Gericht ab

Angesichts der glaubwürdigen und detaillierten Zeugenaussage legte Amtsrichter Michael Siebrecht es dem angeklagten Motorradfahrer und dessen Strafverteidiger dringend nahe, es nicht auf ein Urteil ankommen zu lassen. Mit dem Strafbefehl von 50 Tagessätzen zu je 70 Euro, gegen den der Motorradfahrer Einspruch eingelegt hatte, der es so auf einen Prozess ankommen ließ, sowie zwei Monaten Fahrverbot "sind Sie ganz gut bedient. Das tut weh, aber das soll es auch", so der Richter. Immerhin sei auch schon bei einem Rotlichtverstoß der Führerschein für einen Monat weg.

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Diesem dringenden Rat folgte der Angeklagte nach einer kurzen Rücksprache mit seinem Anwalt dann auch. Noch im Gerichtssaal gab er seinen Führerschein ab.

Von Frank Walter

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