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Isernhagen

SPD fordert Abbiege-Assistenzsysteme für Lkw

Nach tödlichen Unfällen mit abbiegenden Lastwagen fordert die SPD Isernhagen nun eine Nachrüstung des Fuhrparks der Gemeinde.

Nach tödlichen Unfällen mit abbiegenden Lastwagen fordert die SPD Isernhagen nun eine Nachrüstung des Fuhrparks der Gemeinde.

Isernhagen. Die SPD Isernhagen sagt dem toten Winkel den Kampf an: Die Sozialdemokraten fordern per Ratsantrag, dass die Gemeinde ihre Lastwagen mit Abbiege-Assistenzsystemen ausrüstet, wie dies die Stadt Langenhagen für ihren Fuhrpark angekündigt hat. Die Isernhagener Gemeindeverwaltung hat das Thema schon selbst auf der Agenda.

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Anlass für den SPD-Antrag sind die tödlichen Unfälle in diesem und im vergangenen Jahr in Lehrte, Burgdorf und Hannover sowie in der vergangenen Woche in Oldenburg, bei denen Lastwagenfahrer als Rechtsabbieger Fußgänger und Radfahrer übersehen hatten. „Diese Gefahr besteht nicht nur für Kinder, sondern auch für ältere Verkehrsteilnehmer“, schreibt Isernhagens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Müller im Antrag der SPD-Fraktion. Assistenzsysteme seien deshalb „ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr in unserer Gemeinde“. Dies gelte gerade in einer Zeit, in der Fahrradfahrer immer häufiger auf der Straße oder künftig auch einem Fahrradschutzstreifen fahren sollten. Aber auch Fußgänger seien stark gefährdet. „Das waren vermeidbare Unfälle. Hier können wir als Gemeinde Verantwortung übernehmen und etwas für die Verkehrssicherheit tun“, sagt Sabine Müller.

Unterstützung in der Sache kommt von der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus, Unterbezirk Region Hannover. Deren Vorsitzender, der SPD-Ratsherr und Kirchhorster Ortsbürgermeister Herbert Löffler, informierte jetzt über einen Vorstandsbeschluss, wonach die AG die Kommunen in der Region Hannover auffordert, „unverzüglich ihre Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen mit einem Abbiege-Assistenzsystem aus- beziehungsweise nachzurüsten“. Auch die AG 60plus verweist auf die Unfälle in Lehrte, Burgdorf und Hannover und darauf, dass deutschlandweit pro Jahr 30 bis 40 Menschen durch abbiegende Lastwagen sterben. Nach Schätzungen des ADAC und der Unfallforscher der Versicherer könnten durch die elektronischen Systeme mehr als 60 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden. „Insoweit wird die Aktivität der Stadt Langenhagen ausdrücklich gelobt.“

Laut Gemeindesprecherin Svenja Theunert wird im Rathaus derzeit geprüft, ob eine Nachrüstung der Fahrzeuge des eigenen Fuhrparks erfolgen und bei Neufahrzeugen über 3,5 Tonnen künftig eine zusätzliche Preisabfrage vorgenommen wird. Informationen über Kosten und Zeitumfang der Nachrüstung lägen noch nicht vor. „Eine Grundsatzentscheidung über den Einsatz von Abbiegeassistenten wurde noch nicht getroffen.“

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Neben der Drehleiter verfügt die Gemeindefeuerwehr über 17 weitere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Neben der Drehleiter verfügt die Gemeindefeuerwehr über 17 weitere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Allein die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen verfügt über 28 Fahrzeuge, davon 18 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Letztere kämen für eine Nachrüstung in Frage – denn längst nicht bei jeder Fahrt ist das Martinshorn eingeschaltet. Der Baubetriebshof der Gemeinde hat 25 Fahrzeuge im Einsatz. Bei 21 davon handele es sich Svenja Theunert zufolge allerdings um kleine, übersichtliche Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen. Für die Kehrmaschine sieht die Gemeindeverwaltung keine Notwendigkeit einer Nachrüstung: „Der Fahrer der Kehrmaschine sitzt rechts und fährt im Schritttempo.“ Bleiben die drei Unimogfahrzeuge des Betriebshofs mit mehr als 3,5 Tonnen, die allesamt nicht über einen Abbiege-Assistenzsystem verfügen. Allerdings: „Derzeit wird geprüft, ob eine zweite Person beim Winterdienst mitfährt, um eine größere Sicherheit beim Rückwärtsfahren zu haben“, so die Gemeindesprecherin – ein Beifahrer könnte allerdings auch den rechten Seitenraum besser im Blick haben.

Was die Kosten einer Nachrüstung mit dem elektronischen System angeht, verweist die SPD in ihrem Antrag auf Fördergelder des Bundesverkehrsministeriums. Gegebenenfalls müsste die Gemeinde ihren Anteil an den Kosten kurzfristig über einen Nachtragshaushalt bereitstellen.

Von Frank Walter

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