Feuerwehreinsatz in Laatzen-Rethen

Chemikalien in Sauna Martinique ausgetreten

Die Feuerwehr war mit Dutzenden Kräften in Rethen im Einsatz.

Die Feuerwehr war mit Dutzenden Kräften in Rethen im Einsatz.

Rethen. Bei der Anlieferung von Chemikalien ist am Montagmorgen in der Sauna Martinique ein ABC-Alarm ausgelöst worden. Zwei verletzte Personen wurden mit Rettungswagen zur Behandlung in ein Krankenhaus gebraucht. Feuerwehr und Polizei räumten die umliegenden Gebäude. Als die um 9.37 Uhr alarmierte Feuerwehr im Gewerbe- und Wohngebiet an der Bernd-Rosemeyer-Straße eintraf, war der Schwefelgeruch unverkennbar. „Es roch stark nach faulen Eiern“, berichtete Laatzens Feuerwehrsprecher Gerald Senft. Daraufhin hätten die Einsatzkräfte sofort die umliegenden Gewerbebetriebe informiert und die Mitarbeiter und Kunden zum Verlassen der Gebäude aufgefordert.

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Ausgelöst wurde der Unfall offenbar durch eine Verwechslung. Der Betreiber der Sauna bestätigte, dass an dem Morgen Chemikalien angeliefert wurden. Dabei sei – etwa gegen 9.30 Uhr – versehentlich Schwefelsäure in den Behälter mit Chlorbleichlauge eingefüllt worden. Die Folge: eine heftige chemische Reaktion, bei der offenbar schwefelhaltiges Gas austrat.

Die Feuerwehren aus Laatzen, Rethen und Gleidingen rückten mit etwa 50 Einsatzkräften an, hinzu kamen Helfer der Berufsfeuerwehr Hannover, Rettungswagen und Polizei. Drei Trupps mit Chemikalienschutzanzügen sicherten die ausgetretenen Flüssigkeiten in der Sauna. Parallel nahm die Berufsfeuerwehr Messungen an Erich-Panitz-Straße und Lüneburger Straße vor, die beide in Windrichtung liegen. Der nahe gelegene Metro-Großmarkt wurde aus Sicherheitsgründen aufgefordert, die Lüftung auszuschalten. Die Polizei gab die zwischenzeitlich gesperrte Erich-Panitz-Straße gegen 11.30 Uhr wieder frei. Mitarbeiter der Stadt Laatzen kontrollierten die Kanalisation – mit negativem Befund. Gegen 12 Uhr hoben die Behörden die Gefahrenlage an dem Gelände auf.

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Der Lieferant sowie der Hausmeister kamen in ein Krankenhaus. Beide seien ansprechbar gewesen, hätten aber gehustet, berichteten Feuerwehr und Saunabetreiber. Der Fahrer sei inzwischen wieder aus der Klinik entlassen, der Hausmeister blieb dort zur Beobachtung. Die Sauna blieb am Montag geschlossen. Ob sie am Dienstag wieder öffnet, war nicht zu erfahren.

Chlorbleichlauge wird zur Desinfizierung des Badewassers im Martinique eingesetzt – der Einsatz ist in Schwimmbädern üblich. Die Beigabe von Schwefelsäure dient laut Saunabetreiber Olaf Lange der Neutralisierung des durch das Chlor erhöhten pH-Werts. Diese Neutralisierung sei gesetzlich vorgeschrieben.

Von Johannes Dorndorf

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