Laatzen

Hängesitze könnten Galerie verschönern

Aihan (links, 8) und Delovan (9) sind von der Kletterwand begeistert.

Aihan (links, 8) und Delovan (9) sind von der Kletterwand begeistert.

Laatzen-Mitte. Stecktische und Hängesitze, eine Kletterwand, Sprachrohre und Schaukeln: Sieben Studenten der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover haben am Sonnabendnachmittag zwei Stunden lang gezeigt, wie die zweistöckige Galerie vor der Wohnscheibe am Laatzener Marktplatz attraktiver gestaltet werden kann. Dazu hatten sie beim Uni-Projekt „Winterventionen“ – künstlerische Interventionen im Winter – mehrere Aktionsflächen aufgebaut, die die Anwohner ausprobieren konnten. „Wir wollen zeigen, was man mit der Galerie für coole Sachen machen kann“, sagte Studentin Zhiyuan Peng. Alle Stationen hatten die Studenten selbst entworfen und gebaut. Damit die Veränderungen gleich zu erkennen waren, hatten sie alle Materialien gelb gestrichen.

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An der Treppe vor dem Leine-Center installierten sie Sprachrohre, die sie aus Regenrohren angefertigt hatten. Diese führten über mehrere Ecken von der unteren zur oberen Galerie. „Die Anwohner können sich durch die Rohre unterhalten und sich so besser kennen lernen, auch wenn sie sich nicht sehen können“, erläuterte Peng. Dazu mussten sie Fragen wie „Wer bist du“, „Woher kommst du“, „Was machst du“, „Gefällt es dir hier“ und „Kennst du deine Nachbarschaft“ beantworten.

Vor der Betonwand an der unteren Galerie hatten die Studenten eine selbst gebaute Kletterwand aufgebaut, daneben mehrere Paletten. „Um Barrieren zu überwinden“, sagte Peng. Außerdem brachten sie mehrere Hängesitze und Stecktische an. „Dort könnten die Bewohner gemeinsam Kaffee trinken und sich kennen lernen.“ Auch eine Schaukel hatten die Studenten am Treppenabsatz der oberen Galerie aufgehängt.

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„Die Aktionsflächen dienen als Beispiele, wie Anwohner die Galerie besser nutzen können“, sagte Peng. Ziel sei es, dass Bewohner selbst Ideen für ihr Umfeld entwickelten. Diese konnten sie auf Zettel schreiben, die in der unteren Galerie bereit lagen.

Die Aktion hatten die angehenden Landschaftsarchitekten vorab mit der Stadt Laatzen abgesprochen – ebenso wie einen weiteren Teil des Projektes, bei dem sie am 1. und 3. Februar zeigten, wie die vielen Parkflächen in Laatzen genutzt werden können, wenn keine Autos dort stehen. Dazu hatten sie Am Wehrbusch auf einem Anwohnerparkplatz die Umrisse eines Kinderzimmers aufgebaut. „Wir wollten damit zeigen, dass ein normaler Parkplatz, der eine Durchschnittsgröße von 12,5 Quadratmetern hat, genauso groß ist wie ein Kinderzimmer im sozialen Wohnungsbau“, sagte Studentin Konstanze Welke. Bei einer weiteren Aktion spielten die Studenten am Sonntag auf dem P4-Parkplatz am Leine-Center mit Anwohnern lebensgroße Gesellschaftsspiele. „Wenn die Parkflächen nicht genutzt werden, könnten darauf Freizeitaktivitäten stattfinden“, sagte Studentin Elisa Emrath.

Bei der Veranstaltung am Sonnabend blieb der erhoffte Zuspruch der Anwohner allerdings aus. „Lediglich vier Erwachsene und vier Kinder sind auf den Marktplatz gekommen“, bedauerte Peng. „Das liegt vermutlich an dem Regen und dem starken Wind.“ Ergebnisse gab es aber trotzdem: Die Anwohner, die dabei waren, wünschten sich mehr Barrierefreiheit auf der Galerie.

Die weiteren Ergebnisse ihres Projekts übergeben die Studenten an die Stadt Laatzen und das Stadtteilbüro. Außerdem stellen sie sie mitsamt ihren selbstgebauten Aktionsprojekten am 15. Februar in der Fakultät für Architektur und Landschaft vor.

Von Stephanie Zerm

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