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Gleidingen

Sehlwiese-Anlieger fürchten Hochwasser und Verkehr

Der Spindelweg auf Rethener Seite ist inzwischen bebaut. Wenn weitere Bauabschnitte folgen, wachsen Rethen und Gleidingen im Westen zusammen.

Der Spindelweg auf Rethener Seite ist inzwischen bebaut. Wenn weitere Bauabschnitte folgen, wachsen Rethen und Gleidingen im Westen zusammen.

Gleidingen.Lange war es still um das geplante Baugebiet Sehlwiese C zwischen Rethen und Gleidingen – nun nimmt die Entwicklung wieder an Fahrt auf: Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die bisherige Planung überarbeitet werden soll, wollten eine Reihe von Anliegern bei der Ortsratssitzung am Montagabend wissen, wieweit sie betroffen sind. Zu den Hauptsorgen zählen zusätzlicher Verkehr durch einen möglichen Schleichweg nach Rethen, aber auch die Überschwemmungsproblematik.

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„Wir haben Angst, dass wir absaufen“, brachte Klaus Neumann, Bewohner der an die Sehlwiese angrenzenden Gänsewiese, die Sorgen auf den Punkt. Schon jetzt seien die Regenwasserkanäle bei Starkregen nahezu gefüllt. Wenn nun weitere Flächen versiegelt würden, so die Befürchtung, sei das bereits vor rund 15 Jahren entwickelte Baugebiet unmittelbar bedroht. Zumal die Gänsewiese in einer Art Kessel liege, zu dem das Wasser hinfließen dürfte: „Wie liegen einen bis anderthalb Meter niedriger als der Spindelweg“, stellte Neumann fest. Der jüngst aufgeschüttete kleine Damm entlang der Ritterstraße würde die Situation noch verschärfen, da dass Wasser nicht dorthin ausweichen könne.

Sorgen bereitet auch der mögliche Verkehr. So erinnern sich mehrere Anlieger an frühere Zusicherungen der Stadt, die Sehlwiese werde ausschließlich von Rethen aus erschlossen. In der neuen Verwaltungsvorlage zum Thema heißt es hingegen, es müsse „über die Erschließung des Neubaugebiets über die Franz-Carl-Achard Straße und die Ritterstraße neu nachgedacht werden“. Anwohner Reinhold Sachs warnte vor möglichem Schleichverkehr: Sollte die Erschließung von beiden Seiten aus erfolgen, würden viele Rethener den Bereich als Abkürzung nutzen, um zur Hildesheimer Straße zu kommen. „Dann kommen wir hier kaum noch weg“, fürchtet auch Klaus Neumann.

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Jürgen Pagels, Fachbereichsleiter Bauen bei der Stadt Laatzen, versuchte zu beruhigen: „Wir können noch keine 100-prozentige Mitteilung machen, weil die neuen Überschwemmungsgrenzen noch nicht rechtskräftig dargestellt sind“, sagte Pagels. Der Hintergrund: Zuletzt galt die Sehlwiese in weiten Teilen als unbebaubar, weil der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sie bislang zum Hochwassergebiet zählte. Auf Einwände der Stadt hin folgte jedoch eine Neuberechnung, laut der die Fläche – unter Berücksichtigung der jüngsten Anhebung der Ritterstraße – doch außerhalb liegt. Pagels geht davon aus, dass die neuen Überschwemmungsgrenzen bis Jahresende rechtskräftig werden. „Erst wenn Planungssicherheit herrscht, können wir uns mit diesen Themen beschäftigen.“

Aus Sicht von SPD-Ortsratsmitglied Michael Cobau könnten die südlichen Teile der Sehlwiese durchaus von Gleidingen aus erschlossen werden. Entscheidend sei für ihn, dass die Durchfahrt nach Rethen nur für Fußgänger und Radfahrer möglich sein soll.

Misstrauen erregt bei unterdessen bei manchen, dass die Beratungen im Stadtentwicklungsausschuss zuletzt hinter verschlossenen Türen abliefen, wie die Stadt jetzt einräumte. Begründet wird dies damit, dass bei solchen Grundstücksangelegenheiten private Interessen berührt seien. Die Niedersächsische Landgesellschaft, die schon den Spindelweg als ersten Bauabschnitt der Sehlwiese entwickelt hat, habe sich bereit erklärt, die noch zu entwickelnden Pläne erneut den politischen Gremien zu präsentieren. Wie berichtet, ist dabei unter anderem der Bau von Sozialwohnungen und eine Verdichtung der Bebauung mit 2,5- bis dreigeschossigen Gebäuden im Gespräch.

Von Johannes Dorndorf

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