Ingeln-Oesselse

... und noch ein Fleischer

Die Bäckerei Bertram und die neue Fleischerei an der Rotdornallee wollen miteinander kooperieren.

Die Bäckerei Bertram und die neue Fleischerei an der Rotdornallee wollen miteinander kooperieren.

Ingeln-Oesselse. Der neue Fleischer ist ein Ableger des „Alten Hauses“ von Konrad Deppe im acht Kilometer entfernten Algermissen. 2005 eröffnete der Unternehmer dort im früheren Familienhaus eine Fleischerei, zwei Jahre später auch ein Restaurant. Dem Unternehmen zufolge werden in der Fleischerei zu 80 Prozent Highland-Rinder aus eigener Zucht vermarktet: 250 Tiere hält Deppe dafür auf einer Wiese im Nachbarort Gretenberg. Die übrigen Rinder und Schweine kämen gleichfalls aus der Umgebung, betont Projektkoordinatorin Bärbel Siebke: „Das gehört zu unserem Konzept. Wir wollen regional bleiben.“

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Einen zweiten Schwerpunkt bildet für Deppe - ihm gehört die ehemalige Edeka-Immobilie an der Rotdornallee - die Kooperation mit der Bäckerei Bertram. Diese ist im selben Verkaufsraum, getrennt nur durch den gemeinsamen Cafébereich. „Wir wollen uns gegenseitig bereichern und erwarten mehr Kundenumsatz“, sagt Christine Bertram.

Neu ist auch ein Mittagstisch: Das Alte Haus ergänzt das bestehende Frühstücks- und Nachmittagsangebot des Bäckers. „Der Mittagstisch wird von unseren Köchen im Landgasthof erstellt und gekocht und jeden Tag frisch geliefert“, erklärt Siebke. Zunächst gebe es nur ein Gericht, doch geplant sei mehr. „Wenn es gut läuft, gibt es vielleicht einen Eintopf und ein zweites Gericht“, so Siebke.

Der Schlachter in der Parallelstraße reagiert weitestgehend gelassen auf die Veränderungen im Markt. „Ganz toll gefällt es mir nicht, aber ich kann mit Konkurrenz leben und bin relativ zuversichtlich, dass ich meine Kunden halten kann“, sagt Eckhard Heimann. Das Geschäft an der Weidenstraße haben seine Eltern 1968 eröffnet. Bis heute wird dort noch selbst geschlachtet und das Fleisch vor Ort weiterverarbeitet.

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Warum er es abgelehnt habe, als Schlachter mit in den ehemaligen Edeka-Markt zu gehen, als ihn Deppe vor fünf Jahren fragte? „Dann würde es mich heute gar nicht mehr geben, weil mich die Kosten aufgefressen hätten“, antwortet der 51-Jährige. Die zusätzlichen Auflagen und Investitionen für den Verkauf außerhalb seiner bestehenden Produktionsräume seien zu hoch. Im Übrigen bezweifle er, dass sich ein Mittagstisch lohne. „Es fehlen die Geschäfte, wo die Leute sich schnell was holen. Hier in Oesselse wird doch eher selbst gekocht“, glaubt Heimann.

Ortsbürgermeister Heinrich Hennis begrüßt grundsätzlich, dass es Konkurrenz gibt. Natürlich könne man sich fragen, ob die Kaufkraft für zwei Fleischer - einen traditionellen Schlachter und einen lokalen Viehvermarkter - ausreiche, zumal es auch noch Edeka gebe. Insgesamt könne der Ort aber froh sein über „diesen Luxus“.

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