Laatzen-Mitte

Wasserspielplatz bleibt trocken

Von wegen Wasser marsch: Die Pumpe am Spielplatz an der Stückenfeldstraße bleibt aus.

Von wegen Wasser marsch: Die Pumpe am Spielplatz an der Stückenfeldstraße bleibt aus.

Laatzen-Mitte. Die Situation hat bereits für einigen Unmut unter Eltern gesorgt: „In ganz Laatzen gibt es so gut wie nichts mit Wasser zum Spielen, einfach schade“, kommentiert eine Laatzenerin das ständige Hin und Her. Zunächst wurde die Pumpe zu Beginn der Spielplatzsaison aufgrund einer Empfehlung der Region, die eigentlich nur für Kindertagesstätten gilt, gar nicht erst angestellt. Die Region hatte den Einrichtungen geraten, Wasserspielgeräte nur mit Trink-, Grund- oder Leitungswasser zu betreiben, um Kinder vor Erkrankungen und Infektionen zu schützen.

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Ein Mitarbeiter der Stadt hatte diese Empfehlung auch auf öffentliche Spielplätze bezogen, das Wasser wurde abgedreht. Als klar wurde, dass die Empfehlung eigentlich nicht für öffentliche Spielplätze galt, wurde die Pumpe wieder in Betrieb genommen - um kurz darauf wieder abgestellt zu werden. Stadt und Region hatten den Teich, aus dem die Pumpe gespeist wird, vom Gesundheitsamt untersuchen lassen und Clostridien festgestellt.

Und jetzt ist endgültig Schluss mit der Abkühlung: Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung, die besagt, dass nur Trinkwasser auf Spielplätzen genutzt werden darf - dennoch hat das Gesundheitsamt von der Nutzung abgeraten. „Das Wasser bleibt zum Schutz der Kinder aus“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. „Da es an dieser Stelle keinen Trinkwasseranschluss gibt, können wir die Pumpe nicht mit anderem Wasser betreiben“, ergänzt Geraldine Gemander vom Team Grünflächen. Die Stadt sei verantwortlich, falls dort etwas passieren sollte. „Wir glauben zwar nicht, dass der Teich verseucht und das Wasser mordsgefährlich ist. Als Sicherheitsmaßnahme soll die Pumpe jedoch nicht weiter betrieben werden“, sagt Brinkmann.

„Die Keime können Magen- und Darmbeschwerden auslösen“

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Jahrelang konnten Kindern am Stückenfeldteich mit Wasser spielen, nun gilt dies als zu gefährlich. Über die Gesundheitsrisiken sprach unsere Mitarbeiterin Lisa Malecha mit Constanze Redlich, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin bei der Region Hannover.

Wie gefährlich sind Wasserspielplätze, die ihr Wasser aus Teichen beziehen?

Ob eine Gesundheitsgefährdung besteht, hängt von der mikrobakteriellen Belastung ab. Diese kann sehr variieren – abhängig von Wetterlage, Besiedlung mit Enten, gegebenenfalls auch zusätzlich noch von der Fütterung der Enten, die damit noch mehr Kot in den Teich einbringen.

Welche Bakterien wurden im Stückenfeldteich gefunden und was passiert, wenn man das Wasser trinkt? Wir haben das routinemäßige Untersuchungsschema angesetzt, das heißt E. coli, coliforme Bakterien, Clostridienkeime, die natürlicherweise in der Umgebung vorkommen können. Diese Keime können insbesondere Magen- und Darmbeschwerden auslösen – also Durchfall, Erbrechen und Übelkeit.

Wie viel Wasser müsste ein durchschnittliches vier- bis fünfjähriges Kind vom Wasser des Stückenfeldteichs trinken, um zu erkranken? Reicht ein kleiner Schluck oder müsste es eher einen Liter trinken?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Das ist abhängig von der Keimbelastung des Wassers, von der Menge des aufgenommenen Wassers, von der Größe und dem Gesundheitszustand des Kindes. Grundsätzlich sollte niemand – auch kein Erwachsener – Wasser aus dem Stückenfeldteich trinken, ganz einfach, weil es kein Trinkwasser ist und somit auch nicht aufbereitet wird.

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Wieso ist dieser Platz, der jahrzehntelang benutzt wurde, nun nicht mehr in Ordnung?

Das Gesundheitsamt hätte auch vor zehn Jahren oder früher auf das gesundheitliche Risiko hingewiesen, wenn die Frage an uns herangetragen worden wäre. Wasserspielplätze sind aber nicht anzeigepflichtig. Wir haben erst durch die Anfrage der Stadt Laatzen von der Existenz dieser Anlage erfahren.

Von Lisa Malecha

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