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Langenhagen

Bannmeile: Eltern sollen erzogen werden

Vor der Grundschule Engelbostel wird im Februar eine Bannmeile eingerichtet, um den Verkehr der Elterntaxis einzuschränken.

Vor der Grundschule Engelbostel wird im Februar eine Bannmeile eingerichtet, um den Verkehr der Elterntaxis einzuschränken.

Langenhagen.„Beratungsresistente Eltern“ sollen nach Meinung von CDU-Ratsfrau Bettina Auras „erzogen“ werden. Denn offenbar sind die vielen Appelle der Schulleitungen zumeist ungehört verklungen. Viele Eltern bringen ihre Kinder weiterhin mit dem Auto zur Schule. Regelmäßig bricht dann während der Bring- und Abholphasen dort das Chaos aus.

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Nun werden Nägel mit Köpfen in Langenhagen gemacht. Zunächst als Pilotprojekt wird eine sogenannte Bannmeile vor der Grundschule in Engelbostel errichtet. Für mehr Sicherheit. Falls das Erfolg haben sollte, wird das auf die übrigen Grundschulen ausgeweitet. Nach Auskunft von Stadtplanerin Anette Mecke startet die Verwaltung mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres mit der Bannmeile. Die Pläne sehen vor, dass rund um die Grundschule in der Bring- und Abholphase neue Regelungen gelten. So soll die Straße Klusmoor zwischen Schul- und Kirchstraße morgens und gegen Mittag für den Verkehr gesperrt werden. Von 7.15 bis 8.15 Uhr sowie von 12.15 bis 15.15 Uhr werden einzig die Anwohner den Abschnitt passieren dürfen. Überdies wird Gosewischs Garten, die in diesen Straßenbereich mündet, zur reinen Anliegerstraße umgewidmet. Sie ist in den fraglichen Zeiten weiterhin vom Teichweg im Osten für Anlieger erreichbar.

Die CDU sieht zudem Handlungsbedarf an Kindertagesstätten und weiterführenden Schulen. Ein entsprechender Anfrag der Christdemokraten fand im jüngsten Verkehrsausschuss eine breite Mehrheit. Die Stadt soll nun prüfen, wie das realisiert werden kann.

Gleichwohl gab es trotz einstimmigen Beschlusses auch mahnende Worte. Etwa von Maren Rietschel. Die Grünen-Ratsfrau warnte angesichts des ja noch geringen Alters der Krippenkinder davor, Bannmeilen auch auf Kitas auszuweiten. Denn die Kleinen könnten nach dem Aussteigen aus dem Auto die Distanz nicht alleine bewältigen. Ihr grüner Fraktionskollege Michael Horn erinnerte zudem an die Inklusionskinder, die nicht vergessen werden dürften. Denn auch sie müssten zur Schule, vielleicht gar mit einem Auto gebracht werden.

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Grafik, Engelbostel, Grundschule, Bannmeile, Langenhagen

Grafik, Engelbostel, Grundschule, Bannmeile, Langenhagen

„Doch es ist nichts in Stein gemeißelt“, betonte Mecke angesichts der Sorgen von Anliegern, die auch um Parkmöglichkeiten vor ihren Häusern bangen. Allerdings machte Stadtbaurat Carsten Hettwer in der Ausschusssitzung deutlich, dass Anwohner prinzipiell auf ihren Grundstücken für Parkflächen zu sorgen haben. Wer jedoch seine Garage für andere Zwecke umnutze, habe kein Anrecht darauf, sein Auto auf der Straße abzustellen. Außerdem riskiere der Hauseigentümer damit, dass die Baugenehmigung erlöschen könnte, warnte der Stadtbaurat.

Mit Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden

Die beiden Engelbosteler Landwirte Eric Mürau-Balke und Manfred Auras haben indes mit den langen Sperrzeiten ganz andere Probleme. Gerade in der Erntezeit sehen sie Schwierigkeiten, mit schweren Fahrzeugen zu ihren Flächen zu gelangen. Falls die neuen Regelungen nicht greifen, werde nachgesteuert, versprach Mecke. Unterstützung erhielten die Landwirte auch vom Stadtbaurat. Er wolle diese Angelegenheit noch einmal prüfen. Gleichwohl warb Hettwer auch darum, mit der Bannmeile in Engelbostel erst einmal „gemeinsam Erfahrungen zu sammeln“. Er erinnerte daran, dass es sich um ein Pilotprojekt handelt. Die Praxis werde zeigen, an welcher „Stellschraube“ eventuell noch gedreht werden müsse.

Die Stadt will mit dieser Aktion für mehr Sicherheit der Kindern sorgen. Für Eltern, die ihre Schützlinge aus besonderen Gründen weiterhin mit dem Auto zur Schule bringen müssen, richtet die Stadt an der Schulstraße im Bereich des Schulgeländes sowie am Teichweg an der Einmündung von Gosewischs Garten aber Hol- und Bringzonen ein. Dort dürfen Autos drei Minuten lang halten, damit die Kinder ein- oder aussteigen können. Den restlichen Weg zur Grundschule sollen die Kinder allein zurücklegen. So würden sie auch zu mehr Selbstständigkeit erzogen, betonte Hettwer.

Von Sven Warnecke

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